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Allerlei Bedenken tragen Bürger aus Neubiberg bei einem Ortstermin vor. Ein Modell als „bewusstseinsfördernde Maßnahme“ soll die Dimension des Vorhabens visualisieren.

„Rettet den Rathausplatz“

Angst vor Gebäude-Koloss

Neubiberg - Zu groß, zu klotzig: In Neubiberg sorgen sich die Bürger um "ihren" Rathausplatz - wegen der geplanten Erweiterung des Medizinzentrums.

Mit so viel Interesse hatte die Neubiberger Bürgerinitiative „Rettet den Rathauslatz“ überhaupt nicht gerechnet: Etwa 130 Bürger trafen sich zusammen mit Bürgermeister Günter Heyland (FW.N@U) am Rathausplatz zur Ortsbegehung.

Nicht nur wegen der starken Resonanz zeigten sich die Initiatoren am Ende mehr als zufrieden: „Die Gemeinde hat viel zum Nachdenken“, sagte Alfred Mayr. 

Herlinde Simmet-Schumacher, Sprecherin der Bürgerinitiative, stellte in ihrer Begrüßung noch einmal klar, dass sie nicht grundsätzlich gegen das Bauvorhaben seien. Die Bürgerinitiative unterstütze die Gemeinde beim Erhalt und Ausbau des Medizinischen Versorgungszentrums (MVZ) bzw. Ärztehauses. Doch die Initiative lehne den geplanten massiven Flachdach-Baukörper mit drei Geschossen und einer Länge von 43 Metern und Tiefe von 41 Metern sowie einer Höhe von bis zu 15 Metern ab, sagte Simmet-Schumacher. Beziehe man den anschließenden fünf Meter hohen Verbindungsbau ein, entstünde längsseitig des Rathausplatzes ein insgesamt 59 Meter langer Komplex. Dieser „Koloss“ würde die liebevolle städtebauliche Architektur des Rathausplatzes entstellen, erklärte Simmet-Schumacher. 

Bei der Begehung wies Simmet-Schumacher dann auch auf die schlecht gelöste Erschließung hin. Da die Zu- und Abfahrt für das gesamte Vorhaben nur über eine 3,5 Meter breite Wohn- und Spielstraße ohne Gehweg erfolge, sei dieses Nadelöhr vor allem eine Gefahr für die Schulkinder auf dem Weg zur benachbarten Grundschule. 

Bürgermeister Heyland wies das zurück und erklärte das Anliegen der Gemeinde, mit allen Kräften den Erhalt und Ausbau des MVZ und die Integration des Seniorenzentrums (Seniorenfreizeitstätte) zu unterstützen. 

Bei der anschließenden Ortsbesichtigung der geplanten Tiefgaragenzufahrt musste Bürgermeister Heyland ebenfalls viele Zwischenfragen beantworten. Manche Bürger und Eltern von Schulkindern bezeichneten diese als zu beengt und unübersichtlich. Heyland erläuterte daraufhin die Hilfslösung: Hierbei könnte ein etwa ein Meter breiter, derzeit noch bepflanzter Randstreifen vor der TG-Zufahrt gepflastert und dann als Gehweg benutzt werden. Ob die im Raum stehende zweite Zu-/Ausfahrt über die Lindenallee realisiert werden könne, ist laut Heyland allerdings noch ungeklärt. 

Am Ende beantwortete Bürgermeister Heyland über eine Stunde lang viele Fragen zu den Themen Höhe, Lage, Ausmaß und Geschossflächenzahl, wobei so manches Detail offen bleiben musste. Um die Dimensionen des geplanten Projekts besser sichtbar zu machen, hatte die Bürgerinitiative ein Modell des MVZ mitgebracht. Ein Bürger bedankte sich für diese „bewusstseinsfördernde Maßnahme“. Schließlich seien Größe, Form und Massivität des Projekts den meisten Anwesenden so wohl nicht bewusst gewesen. 

Das Projekt wird am 26. Juli im Planungsausschuss diskutiert, am 1. August beraten die Gemeinderäte in ihrer Sitzung darüber

Angelika Mayr

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