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In weniger als einer Minute malt Phil Splash das Porträt der Besucherin. 

Ausstellung in Neubiberg

Phil Splashs Millionen-Projekt

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Neubiberg – Manche sammeln Briefmarken, er sammelt Münchner: Phil Splash will 1,5 Millionen Münchner porträtieren. In Neubiberg sammelte er nun weitere Köpfe. 

Die erstaunliche Geschichte von einem, der auszog, die 1,5 Millionen Bewohner der Landeshauptstadt zu malen. Dass Phil Splash darüber hinaus noch viel mehr kann, zeigt der Künstler bis zum 20. September in der Galerie Galliani in Neubiberg. 

Bereits die Vernissage war ein buntes Event. „Echt cool“, schwärmt Ina Wiedemann aus Ottobrunn. Gemeinsam mit ihrer Mutter ist die 17-Jährige in die Galerie gekommen, um Splash zu treffen. In der Hand hält sie stolz ein DIN-A3-Porträt, das der Künstler in nur einer Minute von ihr gemalt hat. „Gut getroffen“, meint die junge Frau mit dem trendigen Undercut. „Das werde ich in meinem Zimmer aufhängen.“ 

Währenddessen porträtiert Splash schon den nächsten Besucher. Seit 2010 verfolgt der Künstler, Designer und Schnellzeichner den ehrgeizigen Plan, das Konterfei aller Münchner zu malen. Unzählige Skizzenbücher und Blöcke sind bereits gefüllt, mehr als 24 000 Frauen, Männer und Kinder hat er dafür getroffen. 

Es ist so etwas wie ein Lebenswerk. „Würde ich täglich 80 Porträts machen, dann wäre ich etwa im Alter von 80 Jahren fertig“, scherzt der 32-jährige Künstler. Es sei im Grunde eine Art Utopie. „Es wird sich zeigen“, sagt er dann und lacht. Eigentlich heißt er Philipp Mulfinger und stammt aus der Nähe von Würzburg. Im Elternhaus dort hat er noch ein Büro.  Der studierte und selbstständige Grafik-Designer fertigt dort Auftragsarbeiten für große Kunden wie Audi, Campari und Mac Cosmetics. 

Seine Arbeitskleidung ist sein Markenzeichen: Wenn Splash in Sachen Kunst unterwegs ist, dann mit Strohhut, Sonnenbrille und buntem Outfit. Fünf knallige Anzüge aus Second-Hand-Läden nennt er sein Eigen. In der Galerie trägt er himmelblau, bedruckt mit roten Tulpen. „Das ist halt meine Tracht“, scherzt er. 

Er sprüht vor guter Laune. Macht ihn überhaupt mal etwas sauer? „Leute, die ignorant sind, Intoleranz und Rassismus“, antwortet er. Seit sechs Jahren wohnt der Künstler in München. Sein Revier und im Grunde auch Atelier ist der Rotkreuzplatz in Neuhausen. Hier kennt ihn wohl jeder, hier lebt und malt er. 

In der U-Bahn kam ihm die Idee für sein Millionen-Projekt, dort sah er in viele Gesichter. „Die Welt braucht einfach mehr Farbe“, meint er überzeugt. Splash malt gegen Spießigkeit, will die Leute zusammenführen. Seit 2015 fotografiert er seine Modelle mit den gemalten Porträts, zeigt diese zur Dokumentation im Internet (http://einskommafuenfmiomuenchner.blogspot.de). Für ihn sind sie Symbole. Er will eine Gemeinschaft bunter, lebensfroher Menschen schaffen. 

Beinahe gerät bei all dem Splashs weiteres Werk in den Hintergrund: Acrylbilder, Kunst- und Stoffdrucke, Objekte. Dass sie gesehen werden, dafür sorgt Galerie-Chefin Christel Till-Galliani. „Bunt, poppig, jung. Es ist eine wirklich gute Ausstellung“, sagt die 63-Jährige zufrieden. Gut gefüllt ist die Galerie bei der Vernissage. Viele Besucher lassen sich porträtieren. Und Phil Splashs Sammlung wächst wieder ein Stück.

Kathrin Kohnke

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