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Besucherrekord: Neubiberg powert bis Mitternacht

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Von: Harald Hettich

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Hauptstraßenfest in Neubiberg.
An den Ständen war so viel Betrieb, dass die Besucher gut und gerne eine halbe Stunde Wartezeit einrechnen durften. Aber in diesem Fall war es das wert. © hh

Sensationell viele Neubiberger und Menschen aus dem Umland haben beim Hauptstraßenfest glückliche Stunden verlebt, wie im Sommernachtstraum.

Neubiberg – Pulsierendes Feierleben und die Sehnsucht nach freudvoller Ablenkung in schwierigen Zeiten lässt sich manchmal eben auch in Metern ausdrücken. 440 Meter sind es, auf dem sich zwischen S-Bahn und Kirche das traditionsreiche Neubiberger Hauptstraßenfest jeweils dann abspielt, wenn Sommer ist und alle ausgelassen Party unter freiem Himmel feiern wollen.

Mit dem Feiern ist das so eine Sache in diesen Tagen. Aber Tausende Neubiberger und Gäste aus der Region wollten sich beim Allzeit-Besucherrekord wenigstens einige Feststunden lang keine oder zumindest etwas weniger Gedanken machen zu allgegenwärtigen Kopfschmerzthemen wie steigenden Gas- und Lebenshaltungskosten, zum entsetzlichen Krieg in der Ukraine oder zu möglichen Corona-Verschärfungen dann, wenn die Tage wieder kürzer werden.

Starke Livemusik

Temporär verkehrsberuhigt verwandelte sich die sonst unter zunehmender Verkehrslast stöhnende Neubiberger Hauptverkehrsachse gut acht Stunden lang in einen Hort der Freude und des gelebten Miteinanders. Ein umfangreiches Potpourri hatte der örtliche Gewerbeverband als Veranstalter der normalerweise alljährlichen, zuletzt aus Pandemiegründen stark ausgedünnten Sause stimmig zusammengemischt. Vereine und Darbietungen, fliegende Händler und der örtliche Einzelhandel gaben sich ein Stelldichein – vor allem aber gewürzt durch starke Livemusik und jede Menge Schlemmereien.

Der Frontmann des Festes

Irgendwann am frühen Abend blickt Thomas Bräuer mit einem Lächeln und etwas versonnen auf das bunte Treiben. Seit Anfang Juni ist der gebürtige Heppenheimer als neu gewählter Vorsitzender des Gewerbeverbands Neubiberg so etwas wie der Hauptverantwortliche und „Frontman“ des Hauptstraßenfestes. „Es freut einen schon, wenn sich die ganze Mühe derart lohnt. Die Menschen brauchen gerade jetzt solche kleinen Inseln der Freude“, bekennt der verheiratete zweifache Familienvater mit klarem Blick aufs Geschehen. „Ohne Freude und Leidenschaft sei so ein Ehrenamt nicht machbar“, bekennt der Versicherungsfachmann mit eigener Vorort-Agentur, der sich künftig noch mehr Mitmacher wünscht und den Blick auf weitere Highlights wie den Martinimarkt im Oktober und den Weihnachtsmarkt richtet.

Gemeinde gewährt Zuschuss

Was entstanden ist im engen Zusammenwirken der Ehrenamtlichen an und für diesen Tag, das kann sich wirklich sehen lassen. Immerhin auch gewürdigt durch gut 10 000 Euro an Kostenzuschuss seitens der Gemeinde Neubiberg. Frisch gestärkt – wahlweise mit Kaffee und Kuchen, leckeren Crêpes und Schokofrüchten, knusprigen Churros oder deftigen Ochsenfetzensemmeln sowie Steckerlfisch – begibt man sich auf die Rundreise über eine am frühen Abend brummende Feiermeile.

Am Karussell und an der Wurfbude, im eigens eingerichteten Fußball-Funpark und an der Torwand messen sich vor allem viele junge Besucher. Freude bei hochsommerlichen Temperaturen. Die Kleineren lauschen auch der Märchenerzählerin im lauschigen Innenhof. Mode aus dem reichhaltigen Programmangebot der Hauptstraße, Glasartikel und eine Blumentombola wiederum lassen die Herzen höher schlagen. Bei der Weinverkostung weiter vorne werden die Gesichter im Takt der fortschreitenden Festzeit noch entspannter.

Diese Bands spielten klasse

Klangvolles liefern die Rockabilly-Band „Diner 59er“, der Intention music von „Lazymusic“ und DJ Klausi vom „Die2“ – mitten in der Hauptstraße. Der Mix ist es mal wieder, der dieses Hauptstraßenfest auszeichnet. Wenn die Freiwillige Feuerwehr den First Responder erklärt, den auch an diesem Samstag hoffentlich keiner braucht. Wenn sich entlang der Ladenzeilen die Betreiber mit den Gästen und Besuchern beim lockeren Ratsch oder beim intensiveren Gespräch zusammenfinden, Freunde und Familien auf dem Spaziergang entlang der Feiermeile treffen und sich das Miteinander später am Abend noch intensiv verdichtet. Das ist das Wesen des Hauptstraßenfestes. Da reichen auch 440 Meter Hauptstraße.

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