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Auf dem Gelände der alten Gärtnerei soll die Biomasse-Anlage entstehen.

Unterschriften-Aktion

Biomasse-Anlage: Protest wächst

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Sie fühlen sich wie die „Müllkippe des Umkreises“: Davon haben die Neubiberger die Nase voll. Zusammen mit Waldperlachern wollen sie die Biomasse-Anlage vor der Haustür verhindern. Doch München hat‘s in der Hand.

Neubiberg/München – Der Widerstand gegen die Biomasseanlage an der Grenze zwischen Neubiberg und München wächst. Die Anwohner fürchten eine extreme Geruchszunahme. Nun haben sie eine Unterschriftenaktion gegen das Projekt gestartet.

Noch riecht es angenehm an der Carl-Wery-Straße, die von München nach Neubiberg führt. Doch das könnte sich schon bald ändern, wenn die Unternehmensgruppe Werner auf dem Grundstück Nummer 63 – auf Münchner Flur – tatsächlich die geplante Biomasseaufbereitungsanlage errichtet. 14 000 Tonnen Gras, Laub oder Silage sollen dort jährlich zu Brennstoff werden. Mit dem angenehmen Geruch dürfte es dann vorbei sein, fürchten die Neubiberger und Waldperlacher Bürger.

Sie haben die Nase schon jetzt gestrichen voll. Deshalb haben sie Ende Juli die Bürgerinitiative „Saubere Luft für Neubiberg und Waldperlach“ gegründet und eine Unterschriftenaktion gestartet. Die Bürgerinitiative und die Siedler- und Eigenheimervereinigung Waldperlach-Neubiberg wollen die Biomasse-Anlage verhindern.

„Das stinkt zum Himmel“

„Wir Bürger fühlen uns wie die Müllkippe des Umkreises“, sagt Oliver Hellmund aus Neubiberg, Sprecher der Bürgerinitiative. Er und rund 1000 Mitglieder der Bürgerinitiative und der Siedler- und Eigenheimervereinigung fürchten, dass die Anlage massiven Gestank produziert. Den halten die Gegner für unzumutbar. „Wir reden hier wirklich von Gestank, gerade im Sommer bei 30 Grad“, sagt er. „Da wird das Ganze zum Himmel stinken – auch in der Nachbarschaft. Das hört nicht einfach nach 50 Metern auf.“ 50 Meter sind die magische Grenze in Neubiberg. So weit ist es von der Carl-Wery-Straße 63 zum nächsten Wohngebiet.

Seine Sorge gilt nicht nur den Anwohnern, sondern auch den umliegenden Naherholungsgebieten, Kitas, Gaststätten und Sportanlagen in Neubiberg und Waldperlach. „Man ist hierher gezogen, um sich entspannen zu können. Und jetzt stellen Sie sich mal vor, die Kinder sitzen bei entsprechender Windrichtung den ganzen Tag im Gestank. Das ist ein Unding.“

Die von der Firma Werner beantragte Biomasse-Anlage passt nach Meinung der Bürgerinitiative und der Siedler- und Eigenheimervereinigung nicht zu dem geplanten Bürostandort samt Wohngebäuden in nächster Nähe. Der Carl-Wery-Straße drohe durch den zusätzlichen Schwerlastverkehr außerdem der Verkehrskollaps. Da helfe auch der vierspurige Ausbau nichts.

Unterstützung erhoffen sich die Biomasse-Gegner durch den Gemeinderat Neubiberg und den Münchner Bezirksausschuss Ramersdorf-Perlach. Beide haben das Projekt bereits abgelehnt. Von Landrat Christoph Göbel (CSU) gebe es eine schriftliche Zusage, dass er die Initiative unterstützet. Die Entscheidung liegt allerdings bei der Stadt München. Die Stimme von Oberbürgermeister Dieter Reiter (SPD) und Stadtbaurätin Elisabeth Merk hat dort ein großes Gewicht. Deshalb richtet sich die Unterschriftenaktion auch an die beiden Politiker der Landeshauptstadt. „Wir können nur appellieren, erwarten aber auch eine Zusage des Oberbürgermeisters“, sagt Oliver Hellmund. „Warum sollte er sich gegen die Bürger stellen?“

Bauherr will notfalls klagen

Gegen den Willen der Bürger stehen die Interessen der Firmengruppe Werner. Bereits im Juni sagte Unternehmensanwalt Benno Ziegler, dass eine Baugenehmigung notfalls eingeklagt werden würde. Es sei denn, die Stadt würde einen vergleichbaren Standort genehmigen. Auch beim Geruch machte er den Neubibergern und Waldperlachern wenig Hoffnung. „Es wird sich verändern, und zwar nicht zum Positiven.“ Die Grenzwerte würden aber eingehalten.

Den Anwohnern sind die Grenzwerte herzlich egal. Sie fürchten um ihre Lebensqualität. „Wir kämpfen gegen die Anlage. Wenn sie erst mal steht, ist jede Diskussion überflüssig.“

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