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Mehr Platz im Rathaus: Die Erweiterung ist ein Teil des Großprojekts Bürgerzentrum 2022, die nun wohl ausschließlich der Sieger des Architektenwettbewerbs realisieren wird. 

Drittplatzierte wollen nicht mehr

Bürgerzentrum 2022: Zwei Architekten schmeißen hin

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Nur der Sieger des Architektenwettbewerbs ist noch fürs Bürgerzentrum in Neubiberg im Boot, die anderen haben hingeschmissen. Aus speziellen Gründen.

Neubiberg – „Da war es nur noch einer: Das „Bürgerzentrum 2022“ in Neubiberg wird wohl deutlich die Handschrift des Münchner Büros Spreen Architekten und der Terra.nova Landschaftsarchitektur tragen. Denn von drei Siegern, die aus dem Architektenwettbewerb hervorgegangen waren und die sich in das 21-Millionen-Großprojekt einbringen sollten, ist nur noch der Erstplatzierte übrig. Die beiden drittplatzierten Büros haben zurückgezogen. Sie waren zum eintägigen Verhandlungsverfahren nicht erschienen und hatten „mangels Aussicht auf Realisierung“ der eigenen Entwürfe das Handtuch geworfen, wie in der Sitzung des Gemeinderats bekannt wurde.

Ein deutliches Signal hat auch der Gemeinderat gesetzt: Er will den Streit um die Tiefgarage beilegen und auch diejenigen, die für den Erhalt des Maibaumparkplatzes kämpfen, mit ins Boot holen. „Da in der Bürgerinformationsveranstaltung vereinzelt Kritik an der Lösung der ober- und unterirdischen Stellplatzlösung für das Rathausareal und die Ortsmitte geäußert wurde, bietet es sich an, die unterschiedlichen Positionen auch anhand planerischer Begleitung zu überprüfen“, heißt es in der Vorlage der Verwaltung. Die Junge Union hatte mit ihrer Initiative für den Erhalt der Parkplätze 1000 Unterschriften für ein Bürgerbegehren gesammelt und diese am Freitag an Bürgermeister Günter Heyland (FW N@U) übergeben. Nun muss der Gemeinderat binnen eines Monats über die Zulässigkeit des Bürgerbegehrens entscheiden oder aber die Interessen der Initiatoren, den Erhalt des Parkplatzes, in einem Beschluss berücksichtigen.

CSU fordert neue Pläne bis Mitte April

CSU-Gemeinderat und Ortsvorsitzender Thomas Pardeller spricht in einer Pressemitteilung von einem „guten Signal“ und unterstrich in der Sitzung noch einmal angesichts von „1000 Unterschriften für den Vorstoß der Jungen Union“ die klare Forderung: „Die CSU-Fraktion erwartet, dass die Planer bis spätestens Mitte April neue Entwürfe präsenteren, bei denen neben dem Neubau einer Tiefgarage der Maibaumparkplatz ganz oder jedenfalls weitestgehend erhalten bleibt. Dann ist eine einvernehmliche Lösung sehr gut möglich.“ Und er betonte: „Bei einer Einigung gibt es keine Verfahrensverzögerung“ – und auch kein Bürgerbegehren.

Dass dies im Sinne der Verwaltung ist, unterstrich Bürgermeister Heyland. „Ich erwarte noch lebhafte Diskussionen. Aber ich glaube auch an Lösungen.“ Der Rathauschef hofft, beim Projekt „Bürgerzentrum 2022“ mit Rathaus-Erweiterung, Sanierung des Hauses für Weiterbildung und Tiefgaragenbau nicht in Zeitverzug zu geraten. Denn „wir haben einen engen Terminplan, die Zeitabläufe sind genau getaktet“.

Grüne wollen mehr Transparenz

Und die Grünen fürchten bei der Planung um die (Kosten-)Transparenz und fordern „mehr Bürgerbeteiligung“. Eine „Stellvertreterdiskussion“ sei die Erörterung der Parkplatzfrage, so die Grünen in einer Pressemitteilung, die im Vorfeld der Sitzung versandt wurde. Vielmehr seien „die zentralen Fragen nach den Wünschen der Bürgerinnen und Bürger sowie den Kosten für den Neubau (…) in der Diskussion bisher völlig untergegangen“.

Doch im Rat wartete die Grünen-Fraktion vergebens auf konkrete Zahlen. „Eine seriöse Kostenobergrenze“ könne zum aktuellen Verfahrens- und Planungsstadium „seriös nicht benannt werden“, erklärte Bauamtsleiter Christian Einzmann. Es sei nur möglich, Vergleiche mit Projekten ähnlicher Größenordnung anzustellen, ergänzte Heyland. Fakten biete dieses Vorgehen aber nicht.

Kostendeckel abgeschmettert

Den Einwand von CSU-Finanzreferent Hartmut Lilge, durch genaue Obergrenzen und finanzielle Vorgaben einer Kostenexplosion vorzubeugen, ließ Heyland nicht gelten. „Ich verstehe das Anliegen“, unterstrich er. Doch die Gemeinde selbst sei Herrin über das Verfahren. „Was ist, wenn wir plötzlich per Ratsbeschluss eine noch größere Tiefgarage planen?“ Dann werde es auch teurer. Das habe nicht der Architekt zu verantworten. „Der Vertragsabschluss mit dem Architekten ist verpflichtend, „aber über Mittel und Ausführung entscheidet der Gemeinderat Stufe für Stufe“, erläuterte Einzmann. Will heißen: Die Gemeinde und ihr Rat entscheiden über den Bau und seine Kosten.

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