Das neue Schwimmbad, das (v.l.) Staatsministerin Kerstin Schreyer, Uni-Präsidentin Merith Niehuss und Oberst Hans-Jürgen Neubauer bei ihrem Rundgang besichtigten, soll demnächst eröffnen.  Hier können Studenten und Mitarbeiter der Universität schwimmen, der Fokus liegt jedoch auf der Sportfördergruppe und der Tauchausbildung.
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Das neue Schwimmbad, das (v.l.) Staatsministerin Kerstin Schreyer, Uni-Präsidentin Merith Niehuss und Oberst Hans-Jürgen Neubauer bei ihrem Rundgang besichtigten, soll demnächst eröffnen. Hier können Studenten und Mitarbeiter der Universität schwimmen, der Fokus liegt jedoch auf der Sportfördergruppe und der Tauchausbildung.

20 Millionen Euro

Bundeswehr-Uni: Campus auf Expansionskurs

  • Laura Forster
    vonLaura Forster
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Die Bundeswehr-Universität in Neubiberg verbaut jährlich rund 20 Millionen Euro in rasantem Tempo. Zu den Projekten zählen Studentenwohnungen und auch Forschungsinstitute.

  • Staatsministerin Kerstin Schreyer war zu Besuch bei der Bundeswehr-Universität.
  • Die Universität verbaut 20 Millionen Euro pro Jahr.
  • Das nächste Projekt ist eine Unterkunft für 500 Studenten.

Neubiberg – Eine Sauna, ein Becken, neue Umkleiden und Duschen. Das Schwimmbad auf dem Campus der Universität der Bundeswehr steht kurz vor der Eröffnung. Doch es ist nur eines von vielen Bauprojekten, die die Universität in den vergangenen Jahren realisiert hat, aber bei weitem nicht das letzte. Die Neubau-Pläne sind lange nicht realisiert. Ein Gebäude mit 500 Studenten-Apartments steht ganz oben auf der Agenda. Bei einem Besuch machte sich Kerstin Schreyer, Staatsministerin für Wohnen, Bauen und Verkehr, ein Bild über die verschiedenen Projekte auf dem Campus.

Etwa 20 Millionen Euro pro Jahr, erklärte Oberst Hans-Jürgen Neubauer, Leiter des Kompetenzzentrums Baumanagement, beim Rundgang, werden auf dem Gelände verbaut – in einem enormen Tempo. Eines der neuen Vorzeigeprojekte sind die 180 Apartments, die sich auf fünf Häuser verteilen. „Die Gebäude sind genau zum richtigen Zeitpunkt fertig geworden“, sagte Merith Niehuss, die Präsidentin der Bundeswehr-Uni. Wegen der neu angebotenen Studiengänge müsse man auch stetig weitere Wohnungen für die Studenten bauen. Die neuen Häuser in Modulbauweise wuchsen in elf Monaten aus dem Boden. Ein Beispiel für das rasante Bautempo an der Bundeswehr-Uni, das selbst Staatsministerin Schreyer beeindruckte: „Hier sieht man, wie viel Power hinter den Bauprojekten steckt.“ Trotz der schnellen Bauzeit sei das Budget nicht überschritten worden. 3000 bis 3500 Euro hat das Projekt pro Quadratmeter gekostet.

weitere 150 Millionen Euro für Forschungsinstitut

Weitere 150 Millionen Euro stehen für das geplante Laborgebäudes des Forschungsinstitutes für Cyber-Defence zur Verfügung. Bis zum Spatenstich dauert es jedoch noch, sagte Pressesprecher Michael Brauns. Oberst Neubauer ergänzte: „Das Vorhaben ist sehr aufwendig.“

In direkter Nachbarschaft zum neuen Cyber-Defence-Center liegt eine Lagerhalle, die die neue Heimat der Bauingenieure werden soll. Doch bis sie einziehen können, muss die Uni das Gebäude erstmal umbauen. Keine leichte Aufgabe, da die Halle unter Denkmalschutz steht. Für Oberst Neubauer ein „Pilotprojekt“. Mit dem entwickelten „Haus-in-Haus“-Prinzip habe das Kompetenzzentrum Baumanagement neue Erkenntnisse für die Zukunft gewonnen. „Damit wir denkmalgeschützte Gebäude weiterhin nutzen können“, sagte Neubauer. Denn davon gibt es auf dem Campus etliche.

Die Pläne der Bundeswehr-Uni kamen bei Kerstin Schreyer gut an. Sie lobte die Einstellung und die Geschwindigkeit, in der die Universität baut, insbesondere Studentenwohnungen. „Vor allem in München ist der Druck groß“, sagte die Bauministerin. „Da müssen wir mit Geschwindigkeit antworten.“ Das Problem sei dabei, das passende Personal für die Planung zu finden. „Die Stellen habe ich in der Regel, doch die Köpfe fehlen“, sagte Schreyer, die mit dem Gedanken spielt, Mitarbeiter ihres Ministeriums auf dem Campus ausbilden zu lassen. Schon jetzt kommen etwa 15 Prozent der 3000 Studenten aus Bundesministerien oder Unternehmen.

Der Bedarf an Wohnraum steigt auch auf dem Neubiberger Campus. Daher plant die Universität weitere 500 Studentenunterkünfte auf der jetzigen Hindernisbahn, die an einen anderen Standort verlegt wird. Da der Platz auf dem Gelände langsam knapp wird, kann sich Neubauer auch ein sechsstöckiges Gebäude vorstellen. Ziel ist es, das Projekt in den nächsten drei Jahren fertigzustellen. „Ich weiß, eine sportliche Aufgabe“, sagte Neubauer. „500 Apartments sind ja auch eine Hausnummer.“

Auf dem Campus der Bundeswehr kehrt keine Ruhe ein. Er wächst und wächst. Allein für die nächsten Jahren sind 220 Millionen Euro eingeplant – für neue Bauprojekte.

Die heute 20-jährige Rama Abdulhadi floh 2016 mit ihrer Familie aus Syrien, gelangte nach Neubiberg und hat jetzt am hiesigen Gymnasium ihr Abitur bestanden.

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