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So kann eine Maske mit einem Staubsaugerbeutel hergestellt werden.

Coronavirus

Neubiberger Uni-Forscher testen Wirksamkeit von Masken und sagen: Selbst ein einfacher Schutz hilft

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Forscher der Bundeswehr-Universität in Neubiberg haben im Zusammenhang mit dem Coronavirus getestet, wie wirksam Sicherheitsabstände und Schutzmasken sind. 

Neubiberg – An der Bundeswehruniversität Neubiberg sind zwei Studenten derzeit mit dem Coronavirus infiziert. Drei Fragen in Bezug auf den Schutz vor Coronaviren haben sich vor dem aktuellen Hintergrund Professor Christian Kähler und Assistent Rainer Hain am Institut für Strömungsmechanik und Aerodynamik gestellt. Sie wollten klären, ob die Sicherheitsabstände zwischen Personen aus strömungsmechanischer Sicht sinnvoll sind. Zweite Frage: Inwieweit schützt ein einfacher Mund-Nase-Schutz vor einer Tröpfcheninfektion. Außerdem gehen sie der Frage nach, ob sich handelsübliche Haushaltsmaterialien eignen, um partikelfiltrierende Schutzmasken zu fertigen.

Bei Reizhusten mindestens drei Meter Sicherheitsabstand

In den Experimenten wurde, wie Kähler in einer Pressemitteilung erläutert, zuerst der Einflussbereich untersucht, der ohne Mundschutz beim Atmen, Sprechen und Husten durch Viren kontaminiert werden kann. Die Ergebnisse zeigen, dass ein Sicherheitsabstand von 1,5 Meter in der Regel ausreicht, um sich vor einer Tropfeninfektion durch Atmen, Sprechen und einmaligem Stoßhusten zu schützen. Bei lang anhaltendem Reizhusten müsse der Sicherheitsabstand laut den Experten wenigstens drei Meter betragen. Zum Vergleich wurde in der Studie auch analysiert, wie stark eine einfache Hygienemaske, ein Mund-Nase-Schutz und eine partikelfiltrierende FFP2-Schutzmaske die räumliche Ausbreitung der Atemluft begrenzen.

Wer unsicher ist, sollte immer in der Öffentlichkeit eine Schutzmaske tragen

Die Ergebnisse zeigen, dass selbst ein recht einfacher Mund-Nase-Schutz die Ausbreitung der Tröpfchen im Raum stark begrenze, sodass die empfohlenen Sicherheitsabstände immer dann deutlich unterschritten werden können, wenn eine infizierte Person einen Mund-Nase-Schutz trägt. „Menschen, die unsicher sind, ob sie infiziert sind, sollten daher unbedingt eine Maske in der Öffentlichkeit tragen, um alle nicht infizierten Mitmenschen zu schützen“, so das Fazit der Untersuchung. Einer nicht infizierten Person hingegen biete diese Maske nahezu keinen Schutz, wenn sie sich in einer kontaminierten Umgebung aufhalte und einatme.

Nur wenige Materialien bieten wirklichen Schutz

Die Fertigung geeigneter Masken sei in Heimarbeit leicht möglich, aber es sei sehr schwierig, Materialien zu finden, die einen wirklichen Schutz bieten. Weiterführende Experimente der beiden Forscher zeigen, dass mehrlagige Stoffe, dicker Vlies, Kaffeefilter, Haushaltspapier, Toilettenpapier, Papiertaschentücher und Mikrofasertücher unter Norm-ähnlichen Prüfbedingungen keine Filterwirkung aufweisen gegenüber typischen Tröpfchengrößen, die beim Atmen, Sprechen und Husten entstehen. Auch die kommerzielle Hygienemaske und der Mund-Nase-Schutz, der in Arztpraxen und Krankenhäusern verwendet wird, bieten keinen wirksamen Schutz.

Staubsaugerbeutel haben gute Filtereigenschaften

Um sich sicher vor einer Tröpfcheninfektion zu schützen und als infizierte Person die Ansteckung anderer vollständig zu verhindern, sind partikelfiltrierende Atemschutzmasken ohne Ventil erforderlich. Die Ergebnisse zeigen, dass Staubsaugerbeutel mit Feinstaubfilter gute Filtereigenschaften haben. Masken können aus dem Material leicht hergestellt werden. Die Materialkosten belaufen sich für eine Maske auf rund 50 Cent und die Fertigung könne mit etwas Übung in fünf Minuten erledigt werden.

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