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Das neue Gesicht für die Landtagswahl: Helmut Markwort.

Als Direktkandidat vorgeschlagen

Focus-Gründer soll FDP-Wahlkampf retten

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Das ist mal ein Name! Focus-Gründer Helmut Markwort (81) soll  Landtagskandidaten Tobi Thalhammer beerben. Und ihm winkt ein Titel.

Landkreis – Innerhalb von wenigen Tagen ist die Enttäuschung über den Parteiaustritt Tobias Thalhammers im FDP-Kreisverband der Euphorie über den neuen Hoffnungsträger gewichen. Nachfolger Thalhammers als Direktkandidat bei der Landtagswahl für den Landkreis München Süd soll nun der Gründer und ehemalige Chefredakteur des Nachrichtenmagazins Focus, der 81-jährige Helmut Markwort, werden. „Mit ihm haben wir einen absoluten Spitzenkandidaten“, findet der Kreisverbandsvorsitzende Ralph Peter Rauchfuss.

Mit der Einladung zur Stimmkreisversammlung, die voraussichtlich am Mittwoch, 9. Mai, stattfindet, erhalten die FDP-Mitglieder dieser Tage auch den Vorschlag des Kreisvorstands, Markwort als Direktkandidaten zu wählen. „Eine Empfehlung werden wir aber nicht abgeben“, betont Rauchfuss. Denn es bestehe die Möglichkeit, dass sich weitere Kandidaten finden. Und letztlich sei es die Aufgabe und das Recht der Mitglieder, über den Direktkandidaten zu entscheiden.

„Alter Printmann“ für junge Medien-Partei

Rauchfuss hält den Medienmanager Markwort allerdings für eine sehr gute Wahl – auch wenn man mit dem 81-Jährigen im Gegensatz zu Thalhammer (39) – auf den ersten Blick nicht unbedingt die junge, dynamische und runderneuerte FDP verbindet. Von seinem Alter solle man sich nicht täuschen lassen, sagt Rauchfuss. „Helmut Markwort ist im Denken, im Handeln und im Herzen um einiges jünger.“ Auch dass Markwort, nach eigener Aussage ein „alter Print-Mann“, mit den Neuen Medien und sozialen Netzwerken nicht so vertraut sein dürfte wie so mancher Jung-Politiker, ist nach Ansicht Rauchfuss’ kein Problem: „Dafür hat er ja eine kompetente Wahlkampf-Mannschaft.“ Markworts Politik- und Lebenserfahrung sei dagegen „Gold wert“, wie der FDP-Kreischef betont. Und mit welchem Elan und welcher Freude der populäre Journalist an die neue Herausforderung herangeht, sei bewundernswert.

Große Hoffnungen

Deshalb glaubt er auch, dass Markwort für eine Überraschung bei der Landtagswahl sorgen wird. Egal, ob – was es noch zu prüfen gilt – er von seinem bisherigen Listenplatz 32 ins Rennen geht, aufgrund Thalhammers Ausscheiden auf Rang 31 vorrückt oder sogar dessen Listenplatz 16 übernimmt. „Er wird einige überholen“, prophezeit Rauchfuss.

Glaubt man Markworts Worten, geht es dem neuen Hoffnungsträger der FDP-Kreisspitze weniger um sein eigenes Abschneiden bei der Landtagswahl als um höhere Ziele: der FDP wieder ins Maximilianeum zu verhelfen und die Vorherrschaft der CSU zu brechen. „Es muss wieder ein liberaler Geist Einzug in den Landtag erhalten“, sagt Markwort. Deshalb habe er auch nicht lange überlegen müssen, als der Anruf Rauchfuss’ kam und dieser ihn um Unterstützung bat.

Natürlich weiß Markwort, der ihn München wohnt, auf was er sich einlässt. „Die gemütliche Zweitstimmen-Strategie“, die er sich für die Landtagswahl zurechtgelegt hatte, ist nun hinfällig. „Als Direktkandidat muss ich auf die Straße, in die Gemeinden.“ Doch das schreckt ihn nicht ab. „Wenn ich am 9. Mai gewählt werde, dann mache ich auch vollen Wahlkampf“, stellt der 81-Jährige klar. Und vielleicht wird Markwort für sein Engagement am Ende sogar eine besondere Ehre zuteil. Seinen Recherchen zufolge gibt es nämlich keinen anderen Landtagskandidaten irgendeiner Partei, der älter ist als er. Damit winkt ihm das Amt des Alterspräsidenten. „Das wäre doch schön.“

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