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Lebende Tee-Tasse: Die 14 Jugendlichen, die die Firma gegründet haben, legen sich fürs Foto auf den Schulhof – in passender Formation zu ihrem Logo.

Gymnasiasten aus Neubiberg gründen Firma

Schüler vertreiben „Hottea“

Tee liegt bei Jugendlichen nicht unbedingt im Trend. 14 Schüler aus Neubiberg wollen das ändern – mit  „Hottea“.

Neubiberg –„Hottea No.1“ heißt er. Dahinter verbirgt sich Exotik – eine Früchtetee-Mischung aus Mango, Maracuja, Zitrusfrüchten und Orange. Die Besonderheit: „Im Sommer schmeckt er auch fantastisch als Eistee“, sagt Lara Kastel. Es ist ein „hochwertigen Tee von guter Qualität“, betont Alexander Lorenz, 17. Er trinkt viel lieber Tee als Kaffee. „Wir wollten die Teekultur wieder aufleben lassen.“

Das Logo der Schülerfirma „Hottea“.

Darum gründeten 14 Schüler des Gymnasiums Neubiberg im Rahmen des Projekt-Seminars „Unternehmensgründung“ in der elften und zwölften Jahrgangsstufe die Firma „Hottea“. Als die Idee für den Verkauf eines Tees geboren war, starteten die Schüler auf dem Schulhof eine Umfrage. Welchen Tee trinken Jugendliche am liebsten? Das Ergebnis: Früchtetee.

Beraten von der IW Junior gGmbH, die Firmengründungen von Schülern unterstützt, entwickelten die jungen Unternehmensgründer ein Konzept: Sie verkauften Eltern und Bekannte 70 Firmenanteile für je zehn Euro. Mit diesem Kapital starten sie die Produktion.

Einen Partner für die Teeherstellung fand die Schülerfirma im „Tea House“ aus München. Die 14 Jugendlichen verbrachten einige Stunden im „Tea House“, um eine Sorte zu entwickeln, beraten von den Mitarbeitern. Sie probierten verschiedene Teesorten und Geschmacksrichtungen aus. Am Ende war er gefunden – der „Hottea No.1“.

Heiß und kalt: Die Früchtetee-Mischung schmeckt auch als Eistee.

Wirtschaftslehrer Benedikt Isenrath betreut das Projekt, berät die Schüler, mischt sich aber nicht aktiv ein. Der Startschuss für den Verkauf fiel am 29. Juni, bei der Jahreshauptversammlung der Firma. Seitdem verkaufen die Jugendlichen auf Anfrage an alle, die auf den Geschmack gekommen sind, aber auch auf dem Nachtbiomarkt und beim Schulsommerfest. „Da waren wir ausverkauft“, sagt Alexander stolz. „Wir hatten nicht mit einem so großen Ansturm gerechnet.“

Momentan arbeiten die Schüler weiter, trotz Sommerferien. „Einige von uns sind im Urlaub. Wir halten aber Kontakt, damit wir im neuen Schuljahr gleich weitermachen können“, berichtet Alexander. Jeder Schüler ist einer Abteilung zugeteilt – von der Verwaltung übers Marketing bis zur Produktion und zu den Finanzen.

Das Projekt erinnere nur wenig an Unterricht, „das ist eigentlich keine Schule“, sagt Moritz Kronberger über die wöchentlichen Seminartreffen. „Es herrscht eine entspannte Atmosphäre bei uns, jeder ist gut drauf.“ Für Herbst und Winter sind eine, vielleicht auch zwei neue Sorten geplant, die die Schüler dann ebenfalls auf Märkten und in der Schule verkaufen.

Die Mitwirkenden (v.l.) Alexander Lorenz, Lara Kastel und Moritz Kronberg.

„Dass der Tee so gut läuft, hat uns selbst ein bisschen überrascht“, sagt Alexander Lorenz, „jetzt wollen wir alle unbedingt weitermachen und den Tee auch nach Ende des Projekts verkaufen.“

Offiziell endet dieses im Februar 2018. Doch die Pläne von „Hottea“ sind groß. So basteln die Schüler gerade an einer Internetseite, über die man in Zukunft den Tee und andere Produkte wie Tassen und Gläser mit „Hottea“-Logo, bestellen kann. Auch in Läden wollen sie ihre Produkte verkaufen.

Linda Rowold

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