Viel zu tun: Thomas Pardeller steht als neuer Bürgermeister auch 2021 vor großen Herausforderungen. 
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Viel zu tun: Thomas Pardeller steht als neuer Bürgermeister auch 2021 vor großen Herausforderungen. 

Ausblick

Digitaler, moderner, klimafreundlicher: Das sind die Pläne für Neubiberg in diesem Jahr

  • vonHarald Hettich
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Seit knapp einem Jahr ist Thomas Pardeller (CSU) neuer Bürgermeister in Neubiberg und stand dabei seit Beginn seiner Amtszeit vor der Aufgabe, die Gemeinde durch die Coronakrisenzeit zu führen. Im Interview berichtet der Rathauschef, wie das gelingt und welche Projekte in diesem Jahr anstehen.

Herr Pardeller, welche Themen und Projekte haben für Sie in diesem Jahr Priorität?

Das ist die Digitalisierung. Wir wollen überall in Neubiberg schnelles Internet. Dazu werden wir einen Masterplan Breitbandausbau vorlegen. Auch die Veränderung der Arbeitswelt mit zunehmendem Homeoffice verlangt nach flächendeckend schnellem Internet. Die Verwaltung und die Strukturen bei uns im Rathaus wollen wir ebenfalls digitalisieren und modernisieren. Mehr Leistungen online, mehr Komfort für die Bürger sowie weniger Papier und damit mehr Umweltschutz ist die Devise.    Der Klimaschutz hat für die Gemeinde seit langem einen hohen Stellenwert. Wir wollen 2021 ein neues Förderprogramm auflegen, das alle Bereiche von Energie über Mobilität bis zur Umwelt abdeckt. Wir setzen uns zum Ziel, bis 2030 als Gemeindeverwaltung klimaneutral zu werden. Seit kurzem ist Neubiberg Mitglied im Kommunalen Energieeffizient-Netzwerk. Im Verbund wollen wir von dem Austausch mit anderen Kommunen profitieren.    Bei der Kinderbetreuung bleibt die Vereinbarkeit von Familie und Beruf eine der großen Herausforderungen. Daher soll der Ausbau der Ganztagsbetreuung an der Grundschule weiter voranschreiten. Wir werden zusätzliches pädagogisches Personal beschäftigen, um die Qualität weiter auszubauen und verlängerte Betreuungszeiten anbieten zu können.

Schnelleres Internet, bessere Online-Angebote: Digitalisierung ist eines der wichtigsten Themen in diesem Jahr. 

Wo konkret plant die Gemeinde größere Bauvorhaben? Wie weit soll das Projekt Bürgerzentrum in den kommenden Monaten gediehen sein?

In den letzten Jahren sind im wahrsten Sinne des Wortes Baustellen entstanden. Die gemeindlichen Liegenschaften bedürfen dringend einer Sanierung. Das gilt ganz besonders für unsere kommunalen Wohnungen, die zu einem großen Teil nicht nur energetisch, sondern auch technisch veraltet sind. Beim Sportzentrum und Seniorenzentrum bestehen außerdem Brandschutzmängel, die rasch behoben werden müssen. Ein Teil des Projekts Bürgerzentrum ist ja zum Glück bald fertig, unser Haus für Weiterbildung. Es wird 2021 vor allem für Veranstaltungen, Vereine, VHS und Musikschule zur Verfügung stehen. Auch die Bibliothek eröffnet in neuem Glanz und modern ausgestattet. Bei der Rathauserweiterung kommen wir gut voran. Das Projekt wird moderner, günstiger und nachhaltiger. Aktuell prüfen wir eine reine Holzbauweise für den Erweiterungsbau. Ende 2021 wollen wir mit der Entwurfsplanung fertig sein.

Dauert noch länger: die Sanierung und Erweiterung des Neubiberger Rathauses. 

Welche Probleme und Herausforderungen hat die Gemeinde im kommenden Jahr zu bewältigen?

Die Pandemie hat massive Auswirkungen auf die Wirtschaft und damit mittelbar auch auf die Gemeindefinanzen. Wie sich die Gewerbesteuer 2021 verhält, ist noch nicht absehbar, daher gilt es, vorsichtig und umsichtig zu haushalten. Prinzipiell gilt aber, dass wir gute Rahmenbedingungen für unsere Unternehmen, Händler und Gastronomen festlegen und die Wirtschaft unterstützen müssen, denn davon profitiert letztlich auch die Gemeindekasse und die Allgemeinheit.

Zumindest die Planskizze steht schon mal: Der Neubau des Seniorenzentrums wurde um vier Jahre verschoben. 

Wie sehen Sie Neubiberg derzeit für die Bewältigung der Pandemie gewappnet?

Wir haben im Spätsommer schnell und unbürokratisch reagiert, um möglichst gut auf die zweite Welle vorbereitet zu sein. Zum einen haben wir ein kommunales Testzentrum am Rathausplatz, das MVZ St. Cosmas, eingerichtet. Neubiberger können sich über die Wintermonate dort testen lassen. Zum anderen haben wir unsere beiden Grundschulen mit Raumluftfilter und Trennwänden ausgestattet und so dafür gesorgt, dass das Ansteckungsrisiko im Klassenzimmer quasi gegen Null geht. Zudem gewährleisten wir einen reibungslosen Unterricht ohne frierende Kinder. Für den Distanzunterricht haben wir Tablets angeschafft. In den Kitas werden CO2-Ampeln installiert und damit die Luftqualität verbessert. Ich denke wir haben sehr viel getan, um den Gesundheitsschutz zu gewährleisten.

Das Ende der Pandemie sehnen alle herbei. Wie optimistisch sind Sie, dass im Laufe des kommenden Jahres wieder Feste durchgeführt werden können?

Ich hoffe sehr, dass sich im Frühjahr wieder Normalität einstellen wird und wir unser gewohntes und lieb gewonnenes Leben aus „Vor-Corona-Zeiten“ wiedererlangen werden. Wir alle werden umso mehr Verlangen nach kulturellen Veranstaltungen, Festen und Feiern haben. Da hat Neubiberg sicher einiges zu bieten. Die Feuerwehr wird ihr 100-jähriges Bestehen gebührend nachfeiern – darauf freue ich mich besonders. Highlights im Neubiberger Veranstaltungskalender sind das Straßenfest und das Sonnwendfeuer. Zum ersten Mal sind in 2021 Hof- und Garagenflohmärkte geplant, als Ersatz für den Junimarkt.

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