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Das medizinische Versorgungszentrum St. Cosmas steht im Kern der Planung eines Investors.

Angst vor „Beton-Koloss“

Investor will am Rathausplatz bauen - Neubiberg pressiert’s

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Bald läuft die Veränderungssperre für den Neubiberger Rathausplatz aus. Ein Investor steht bereits in den Startlöchern.

NeubibergDie Uhr tickt für das Herz Neubibergs: Für das zentrale Flächenstück östlich der Lindenallee, westlich der Grundschule, nördlich des Rathausplatzes und südlich der Rotkäppchenstraße hat der Neubiberger Gemeinderat eine seit zwei Jahren bestehende Veränderungssperre noch einmal bis zum absoluten Stichtag verlängert – der ist am 22. Dezember.

Anwohner finden die geplante Bebauung zu massiv

Bis 2017 schwelte um die Ausgestaltung rund um das Areal am Rathausplatz 1–3 mit dem Medizinischen Versorgungszentrum St. Cosmas (MVZ) im Zentrum ein Streit zwischen dem örtlichem Investor und Grundeigentümer und der Gemeinde. Dazu hatte sich eine Anwohnerintiative „Rettet den Rathausplatz“ gegründet – und massiv gegen die geplante Bebauung gewandt. Der Begriff vom „kolossartigen“ Neubauprojekt des MVZ samt reichlich Wohnungsneubau machte damals ebenso die Runde wie die drohende Fällung von 40 Bäumen alten Bestands.

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Die Gemeinde wollte Zeit gewinnen und erließ eine zunächst zweijährige Veränderungssperre, um das Vorhaben per Bebauungsplan einzudämmen. Zwei Jahre ruhte wegen Veränderungssperre und zeitweiligen Rückzugs des Investors das Verfahren. Jetzt ist Handeln geboten. Denn laut Bürgermeister Günter Heyland (FW N@U) ging 2018 ein erneuerter Bauantrag des Investors ein. „Wir waren gezwungen, die Verlängerung der Sperre zu entscheiden, damit vor Ort nicht Fakten geschaffen werden“, sagt der Rathauschef über das einmütige Vorgehen.

Bis Ende des Jahres müssen neue Regeln her

Bis zum genannten Ende des Jahres muss nun der „Bauleitplan 74“ stehen. Ansonsten könnte der potenzielle Bauherr unter Einhaltung aller gesetzlichen Grundstücksgrenzen und Bauhöhen wohl sein Bauvorhaben durchdrücken. „Kompromissbereitschaft besteht“, sagt der Bürgermeister mit Blick auf die Verhandlungen im Gemeinderat und mit dem Investor. Grundsatz bleibe, den parkähnlichen Charakter mit Baumbestand zu erhalten. Die Gemeinde wünscht sich – auch im Sinne der Anwohner – einen möglichst zweiteiligen und damit weniger kolossartigen und um 90 Grad gedrehten Neubaus des MVZ samt angrenzenden Wohnungsbaus und Tiefgarage.

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Eine Kompromisslösung, bei der auch der Investor wieder im Boot wäre, böte auch Vorteile: Einst hatte dieser angeboten, vor Ort eine Seniorenbegegnungsstätte zu etablieren. Auf eigene Kosten und im Zuge einer Baumaßnahme. Auch böte der Ausbau bei St. Cosmas mehr Platz für medizinische Versorgung.

Die Debatte geht weiter

Am kommenden Dienstag im Planungsausschuss des Gemeinderates (19 Uhr, Aula Grundschule) soll weiter diskutiert werden. Die Planungs-Uhr tickt.

Die Vorgeschichte zum „Koloss am Rathausplatz“: Neubibergs Bürgermeister warnt vor Klage des Investors

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