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Viele Fragen hatten die Anwohner an Bürgermeister Günter Heyland beim Ortstermin.

Widerstand gegen Erweiterung des Medizinischen Versorgungszentrums

Kompromiss für "Koloss"-Bau am Rathausplatz gesucht

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Neubiberg – Gesucht: Ein Kompromiss für den "Koloss" am Rathaus. Ob das Projekt - wie vielfach gewünscht- kleiner werden kann, hängt von einer entscheidenden Frage ab.

Die Bürgerinitiative „Rettet den Rathausplatz“ will ihn, Bürgermeister Günter Heyland will ihn, die Fraktionen im Gemeinderat wollen ihn auch: einen Kompromiss. Bleibt die Frage: Lässt sich der private Investor auch darauf ein? Er wird in irgendeiner Weise einlenken müssen, denn ohne Gemeinde und Gemeinderat kann er seine Pläne für die Erweiterung des Medizinischen Versorgungszentrums (MVZ), ein Seniorenzentrum sowie Wohnungen am Rathausplatz nicht verwirklichen.

Das Vorhaben hatte der Planungsausschuss in der Sitzung am Dienstagabend vorerst gestoppt, um den tatsächlichen Raumbedarf des MVZ zu klären. Doch ebenso sehr ist Bürgern und Kommune daran gelegen, das MVZ St. Cosmas in Neubiberg zu halten. 

Die Frage: Wie weit bewegen sich die Parteien aufeinander zu? Wie kann der Kompromiss aussehen? Die Antwort soll ein Gespräch aller Fraktionen mit den Projektbeteiligten, die für eine Stellungnahme nicht erreichbar waren, am Mittwoch bringen. 

„Ich bin sehr zuversichtlich, dass wir einen Kompromiss finden“, sagt Bürgermeister Heyland (Freie Wähler) und schickt hinterher: „Die Kompromissbereitschaft muss von beiden Seiten kommen.“ Soll heißen: Auch der Gemeinderat müsse sich überlegen, „welche Ziele er zwingend verfolgt und welche er aufweicht“. Denn um das Projekt nicht zu gefährden, könne man den Investor beispielsweise nicht einfach zwingen, das dritte Vollgeschoss wegzulassen, ohne ihm andere Optionen zu bieten. 

Doch für die CSU, die bereits 2015 mit den Grünen und USU100%Uni gegen die Vergrößerung des MVZ gestimmt hatte, ist klar: Das Ergebnis der Gespräche „muss eine Reduzierung des Bauvolumens sein“, betont CSU-Ortschef Thomas Pardeller. Er findet es gut, dass nun auch SPD und Freie Wähler Nachbesserungsbedarf sehen und es „allen wichtig ist, einen breiten Konsens zu finden“ und keine Entscheidung mit „knappen Mehrheiten“ zu treffen. 

Auch die Bürgerinitiative, deren Vertreter zahlreich zur Sitzung gekommen waren, atmet auf. „Wir haben die Hoffnung, dass nun nach Verbesserungen gesucht wird“, sagt Sprecherin Herlinde Simmet-Schumacher. Den Anwohnern ist der geplante „Koloss“ mit 2050 Quadratmetern Fläche zu groß, zu mächtig und würde „einen der wenigen schönen und viel frequentierten zentralen Plätze in Neubiberg verschandeln“. Zudem sei die Zufahrt problematisch. 

Aber auch die Sprecherin betont aber: „Das MVZ wollen wir alle. Es kann ja nur einen Kompromiss geben, bei dem nicht einer seine Interessen durchdrückt.“ 

Zum Nachdenken hatten Aussagen des kaufmännischen Leiters von St. Cosmas, Egbert van Wyngaarden, die Gemeinderäte im Ausschuss gebracht. Er habe keine Zahlen zum Platzbedarf nennen können und durchblicken lassen, dass der aktuelle Raum womöglich sogar reiche. „Eine schwache Leistung“ nennt Simmet-Schumacher seine Aussagen. „Er konnte keine Daten liefern.“ 

Das machte das Gremium und die Bürgerinitiative stutzig. Bislang sei auch die Gemeinde davon ausgegangen, dass die Planungen mit 2050 Quadratmetern dem Raumbedarf des MVZ geschuldet sind, sagt Bürgermeister Heyland, der das Projekt immer verteidigt hatte. „Mit dieser Annahme steht und fällt die Entscheidung. Wir wollen nicht unter falschen Voraussetzungen abstimmen.“ Das Gespräch mit den Beteiligten soll Antworten liefern – und den Weg ebnen für einen Kompromiss.

Janine Tokarski

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