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Hartgesottene Entenfans schauen sich das Rennen am Hachinger Bach trotz Dauerregens an.  

Beim Enten-Rennen in Unterbiberg

Kurios: Machtkampf um die Plastikenten

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Wirbel gab‘s im Vorfeld des Enten-Rennens: Es ging um alte Traditionen, neue Parteibücher und  Politgezänk.

Unterbiberg – Ente gut, alles gut? Beileibe nicht. Zwar fand das Enten-Rennens der Jungen Liberalen München-Land (JuLis) wieder in Unterbiberg statt. Doch nicht nur der Regen verhagelte den Verantwortlichen die Stimmung am Hachinger Bach. Es hatte bereits im Vorfeld der Veranstaltung Ärger gegeben. Der langjährige Organisator Tobias Thalhammer hatte den Liberalen den Rücken gekehrt und war zur CSU gewechselt. Thalhammer hätte das Enten-Spektakel aber gerne weiterhin veranstaltet. Da spielten die Liberalen nicht mit und ließen die Veranstaltung weiterhin unter FDP-Flagge laufen. Auch die FDP-Landtags-Kandidaten Helmut Markwort und Thomas Jännert waren vor Ort.

Ex-FDPler sauer

Thalhammer ist sauer. „Jeder in Unterbiberg weiß doch, dass ich das Fest in den letzten Jahren zusammen mit meiner Mutter federführend organisiert habe“, sagt er auf Nachfrage. Die FDP sei erst von ihnen mit ins Boot geholt worden, vor allem aus versicherungstechnischen Gründen. „Heuer hatte die Gemeinde zwei Anmeldungen vorliegen, die von der FDP und meine eigene.“ Die Gemeinde entschied sich für die Liberalen. „Mir wurde eine Veranstaltung am Sonntag klar untersagt und lediglich mitgeteilt, ich könne meine Enten ja später ins Rennen schicken“, sagt Thalhammer. Zwei Entenrennen seien aber „sinnbefreit“. 

2019 neuer Anlauf

Ihm sei die Veranstaltung, deren Erlös jedes Jahr an die Kinderbetreuungseinrichtungen in Neubiberg gespendet werden, „sehr ans Herz gewachsen“. Das Rennen heuer sei von der Machart vor allem eine Wahlkampf-Veranstaltung gewesen. Der Neu-Christsoziale bleibt aber kämpferisch. „Vielleicht bewerbe ich mich 2019 noch einmal, dann für das wahre Jubiläum.“

Die Jungen Liberalen können Thalhammers Aufregung nicht verstehen. „Es ist seit Jahren eine Veranstaltung der FDP, bei der Tobias Thalhammer und seine Mutter natürlich einiges zum Gelingen beigetragen haben“, betont Barbara Eggers, Kreisvorsitzende der JuLis. „Für uns ist es die größte Veranstaltung des Jahres, die wir seit Jahren auch verantworten.“ Thalhammer habe mit seinem Wechsel einen klaren politischen Schnitt gezogen. „Das ändert doch nichts am Entenrennen und unserer Verantwortung“, betont Eggers. Drei Monaten habe die Vorbereitung des Events gedauert, zehn Freiwillige hätten geholfen. Und Thalhammer habe sich erst vor vier Wochen beworben. „Tobias Thalhammer war Schirmherr, jetzt ist er ausgeschieden.“

Verregnete Veranstaltung

Apropos Schirm: Der war häufig zu sehen am Hachinger Bach. Das Rennen fand auf deutlich verkürzter, weil sonst kaum begehbarer Strecke statt. Die beiden FDP-Kandidaten kippten rund 90 farbige – schwarze waren übrigens nicht dabei – und nummerierte Kunststoff-Enten in den Bach, nur knapp 100 Meter weiter überquerten sie die Ziellinie. Mehr als einige Dutzend Gäste waren nicht gekommen. In den Vorjahren waren es mehrere Hundert Besucher.

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