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Neue Parteikollegen: CSU-Generalsekretär Markus Blume, Tobi Thalhammer und Oberbayern-Vorsitzende Ilse Aigner.

Völlig überraschend

Tobias Thalhammer wechselt von FDP zur CSU  

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Paukenschlag: Landtagsabgeordneter Tobias Thalhammer läuft von der FDP zur CSU über. Dabei wollte er eigentlich mal Spitzenkandidat der Bayern-FDP werden.

Landkreis – Es ist ein Paukenschlag: Tobias Thalhammer (38), der eben noch Spitzenkandidat der Bayern-FDP werden wollte, tritt zur CSU über. Den Kreistagsvorsitz legt er nieder.

Im Internet, auf Twitter, gibt es noch den alten Tobias Thalhammer. Der letzte Tweet stammt aus dem März, als der langjährige FDP-Politiker gerade die Urwahl um die Spitzenkandidatur gegen Martin Hagen verloren hatte. „Der für mich größte Gewinner ist mein Kreisverband, der sich als kampagnenfähig gezeigt hat“, schrieb der Kreis- und Gemeinderat aus Neubiberg. „Beim Landtagswahlergebnis werden wir dann ganz vorne wieder mit dabei sein.“

Seit gestern ist klar: Der hoch gelobte Kreisverband wird bei seiner Kampagne für die Landtagswahl ohne Thalhammer auskommen müssen. Gestern Mittag steht Thalhammer nämlich im kleinen Gärtchen hinter der CSU-Landesleitung vor einem großen CSU-Symbol. Er posiert mit dem CSU-Generalsekretär Markus Blume und der oberbayerischen Vorsitzenden Ilse Aigner. Immer wieder drücken sie sich für die Kameras die Hände. „Herzlich willkommen“, sagt Blume mehrfach.

Am Morgen hatte Thalhammer Kreisvorsitzenden Ralph Peter Rauchfuss sowie Bundeschef Christian Lindner informiert, dass er nach zwei Jahrzehnten seiner Partei den Rücken kehren wird. Thalhammer, der bei der Listenaufstellung der Oberbayern-FDP Mitte März auf den aussichtslosen Platz 16 durchgereicht worden war, führt inhaltliche Gründe an. Und er lobt Markus Söder. „Mein einstiges Kreistagsthema, WLan in Bussen zu ermöglichen, wird von Söder nun bayernweit vorangetrieben.“

Thalhammers Schritt kam für die Liberalen im Kreisverband völlig überraschend, wie Kreisvorsitzender Rauchfuss bestätigt. Näher begründet habe Thalhammer den Seitenwechsel nicht. „Er hat nur gesagt, dass er seine politische Heimat eben nicht mehr bei den Liberalen sieht.“ Rauchfuss bedauert den Verlust des 38-Jährigen. Er sei ein prominentes Mitglied des Kreisverbandes und ein Aushängeschild gewesen. Noch dazu habe er einige politische Erfolge aufzuweisen, wie Rauchfuss betont. Sei es bei Schulthemen oder seinem Kampf gegen die umstrittene Straßenausbaubeitragssatzung (Strabs). Dass er nun zur CSU wechsle, die die Entscheidung zur Strabs lange hinausgezögert habe und keinen klaren Kurs fahre, ist für Rauchfuss nicht nachvollziehbar.

Jetzt müssen juristische Fragen bezüglich der Landtagswahl geklärt werden. Schließlich war Thalhammer nicht nur auf der Oberbayern-Liste der Liberalen vertreten, sondern sollte als Direktkandidat für den Landkreis München Süd um den Einzug ins Maximilianeum kämpfen.

Thalhammer kündigte an, seine Mandate in Kreistag und Gemeinderat behalten zu wollen. FDP-Bundestagsabgeordneter Jimmy Schulz legt ihm aber nahe, von sämtlichen politischen Mandaten zurückzutreten. „Vor dem Hintergrund der aktuell von der CSU vorangetriebenen Umwandlung des Freistaates in einen Polizeistaat, ist es für mich völlig unverständlich, wie man als Liberaler die CSU unterstützen kann.“

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