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Der Countdown läuft: Zum Jahresende können die ersten Quarantänezone-Schilder wohl abgebaut werden.

Neubiberger Quarantänezone könnte aufgehoben werden

Laubholzbockkäfer: Ende des Ausnahmezustands in Sicht

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Der Laubholzbockkäfer sorgte für viel Unmut im Landkreis München. Unzählige Bäume mussten gefällt werden. Jetzt ist ein Ende des Ausnahmezustands und der Quarantäne in Sicht.

Landkreis – Er ist nur wenige Zentimeter groß, hat so einigen Gartenbesitzern im Landkreis München aber schon viel Frust und Ärger bereitet: Die Rede ist vom Asiatischen Laubholzbockkäfer (ALB), dem aus Asien eingeschleppten Baumschädling, der vor einigen Jahren auch im Osten und Südosten des Landkreises München für Aufregung gesorgt hat. Nachdem das Insekt Bäume in und rund um Feldkirchen und Neubiberg befallen hatte, mussten zwei Quarantänezonen eingerichtet und hunderte, auch gesunde Bäume beziehungsweise Laubgehölze als Vorsichtsmaßnahme gefällt werden. 

Das stieß bei einigen Gartenbesitzern auf Unverständnis, die Fällungen beschäftigten gar Anwälte und Richter. Der Förster hatte die Maßnahmen daraufhin verteidigt. Jetzt ist zumindest für die Neubiberger und Ottobrunner Gartler ein Ende des Ausnahmezustandes in Sicht. Vermutlich kann die Quarantänezone, die sich von München über Neubiberg bis nach Ottobrunn erstreckt, noch heuer aufgehoben werden.

Das bestätigt Sabine Weindl, Pressesprecherin der Bayerischen Landesanstalt für Landwirtschaft (LfL). „Am 31. Dezember wäre alles vorbei“, sagt sie, „vorausgesetzt, es finden sich bei den Untersuchungen bis dahin keine weiteren ALB-Spuren.“

Keine Larve seit Mai 2015

Nachdem man im September 2014 in einem Neubiberger Wohngebiet vom Schädling befallene Bäume entdeckt hatte, war zuletzt im Mai 2015 eine ALB-Larve gefunden worden – am Rande des Putzbrunner Waldes „Große Wiese“, angrenzend an den Münchner Stadtteil Waldperlach. Seitdem haben die Experten von der LfL und des Amtes für Ernährung, Landwirtschaft und Forsten in und rund um Neubiberg weder ausgewachsene Tiere noch Larven und auch keine weiteren Spuren entdeckt.

Ein laubholzbockkäfer

Trotzdem wird heuer noch einmal intensiv nach dem Schädling Ausschau gehalten. Erst Ende Februar wurde ein sogenanntes Kronenmonitoring ohne Befund beendet. „Der Laubholzbockkäfer ist gerne im oberen Bereich der Bäume zu finden“, erklärt Weindl. Deshalb wurden und werden die Baumkronen besonders genau in Augenschein genommen. Entweder vom Boden aus per Fernglas oder durch speziell geschulte Baumkletterer.

Als weitere Maßnahmen stehen heuer ein stichprobenartiges Bodenmonitoring in der gesamten Quarantänezone und – wie gehabt – der Einsatz von Pheromonfallen und Fangbäumen an, also Bäume, die dazu dienen Holzschädlinge anzulocken. Auch Schnittgutkontrollen wird es laut Weindl weiter geben.

Feldkirchen muss noch ein Jahr warten

In diesem Zusammenhang bittet sie, die Bürger entsprechendes Schnittgut zur Untersuchung zur Verfügung zu stellen, und auch sonst die Arbeit der Experten zu unterstützen. Zum Beispiel auch beim abschließenden Kronenmonitoring, das von August bis Oktober stattfinden soll. „Hier wäre es zum Beispiel wichtig, den Fachleuten freien Zugang zu den jeweiligen Grundstücken zu gewähren, damit ein reibungsloser Ablauf gewährleistet ist“, sagt Weindl

Laubholzbockkäfer: Bei Aschheim wurde der Gemeindewalt zu Brennholz.

Was das Feldkirchner Laubholzbockkäfer-Quarantänegebiet betrifft, muss die LfL-Pressesprecherin die Betroffenen allerdings noch um ein weiteres Jahr vertrösten. Denn dort wurde der Geltungszeitraum bis zum 31. Dezember 2020 verlängert, nachdem Mitarbeiter der zuständigen Behörden im Sommer 2016 weitere Befallsymptome im Gewerbegebiet der Messestadt Riem sowie im Riemer Wäldchen gefunden hatten.

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