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Selbst ein Kolpingsbruder: Marcel Huber spricht beim politischen Frühschoppen der Kolpingsfamilie im Pfarrheim von Rosenkranzkönigin.

Staatsminister Marcel Huber

Flüchtlingspolitik: Infos aus erster Hand

Neubiberg - „Liebe Zweifler, die nicht daran geglaubt haben, dass er kommt.“ Norbert Büker, Vorsitzender der Kolpingsfamilie Neubiberg, eröffnete den politischen Frühschoppen mit Staatsminister Minister Marcel Huber (CSU), dem Leiter der Staatskanzlei, mit einem Lacher. Knapp 100 Gäste fanden ihren Weg ins Pfarrheim Rosenkranzkönigin.

Im Vorjahr musste Huber seinen Besuch noch aufgrund einer Lungenentzündung absagen. Dieses Mal schaffte es der bekennende Kolpingsbruder aber nach Neubiberg und informierte seine Zuhörerschaft über die aktuellen Asylpläne der Staatsregierung.

 Auffallend war an diesem Sonntagmittag, dass keiner von Hubers Parteifreunden den Weg ins Pfarrheim fand. „Die CSU glänzt mal wieder mit Abwesenheit“, monierte einer der Zuhörer. Tatsächlich waren aus Politikerkreisen nur Neubibergs Zweiter Bürgermeister Volker Buck und die ehemalige Landrätin Johanna Rumschöttel (beide SPD) anwesend. 

Huber beleuchtete in seinem Vortrag die aktuelle Flüchtlingssituation in Bayern, Deutschland und Europa. Dabei lobte er vor allem die Organisation der Erstaufnahme im vergangenen Jahr. Knapp 1,1 Millionen Flüchtlinge seien nach Bayern gekommen. Der Staat könne „ohne die Hilfe der Bürger“ das alles gar nicht stemmen: „Das wird weltweit anerkannt.“

Aber auch die Kehrseite der Medaille blieb ihm nicht verborgen. Huber betonte noch einmal die Notwendigkeit einer Flüchtlings-Obergrenze, um Konkurrenzsituationen bei Wohnen, Arbeit und Bildung nicht entstehen zu lassen. Unter dem Motto „Zusammenhalt fördern, Integration stärken“ wolle man hier frühzeitig gegensteuern. Die Lösung dafür sei aber nicht nur eine Begrenzung der Asyl-Zahlen nach oben, sondern vielmehr die Fluchtursachenbekämpfung. Darüber sei man sich mit dem Bund bereits einig. Die Besucher des Frühschoppens waren zufrieden. „Es ist schön, auch mal über die Hintergründe aus erster Hand informiert zu werden“, sagte ein Zuhörer in der Pause, bevor Huber Fragen aus dem Publikum beantwortete. Mit erfrischenden Anekdoten und Vergleichen beleuchtete er das wichtige Thema, informierte aber stets sachlich und ohne politische Parolen. 

„Seit 25 Jahren bieten wir schon politische Informationsveranstaltungen an“, erzählte Büker nach der Diskussion. Politische Bildung habe sich die Kolpingsfamilie auf die Fahne geschrieben. Dass der Staatsminister Mitglied ebendieser sei, habe es schon erleichtert, ihn für die Veranstaltung zu gewinnen.

 Viele Fragen konnte Huber aus Zeitmangel nicht beantworten. Norbert Büker versicherte aber, dass beim nächsten Treffen des Helferkreises Asyl Neubiberg am morgigen Donnerstag (19 Uhr, Haus für Weiterbildung) die noch offenen Themen behandelt werden.

Michael Hoffmann

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