1. Startseite
  2. Lokales
  3. München Landkreis
  4. Neubiberg

Maßvoll zu mehr Wohnqualität in Neubiberg

Erstellt:

Von: Harald Hettich

Kommentare

Maßvolle Nachverdichtung mit zwei neuen Wohnhäusern östlich der Bestandsgebäude von Cramer-Klett- und Siegfriedstraße plant der Neubiberger Gemeinderat. Die Altgebäude sollen zudem umfangreich saniert und mit teilweise verändertem Zuschnitt um zwei Wohneinheiten erweitert werden.
Maßvolle Nachverdichtung mit zwei neuen Wohnhäusern östlich der Bestandsgebäude von Cramer-Klett- und Siegfriedstraße plant der Neubiberger Gemeinderat. Die Altgebäude sollen zudem umfangreich saniert und mit teilweise verändertem Zuschnitt um zwei Wohneinheiten erweitert werden. © Harald Hettich

Neubiberg will aus einer Not eine Tugend machen: Sanierungsbedürftige Gemeinde-Wohnungen und auch Neubauten sollen sinnvoll energetisch hergerichtet werden.

Neubiberg - Damit will die Kommune auch ihren selbst gesteckten Ziel der Klimaneutralität ein Stück näher kommen. Abzulesen war diese Ausrichtung im Rat zuletzt an einer Entscheidung zu vier kommunalen Wohngebäuden an der Cramer-Klett-Straße 34 und 36 sowie an der Siegfriedstraße 1a und 1b.

Die Anwesen dort wurden allesamt 1953 errichtet und sind vor allem auch energetisch deutlich in die Jahre gekommen. Die Expertise der Baugesellschaft München Land ergab ein umfangreiches Sanierungsprogramm. Außerdem sollen zwei neue Wohngebäude jeweils östlich der Anwesen entstehen. Darauf hat sich der Gemeinderat jetzt mit großer Mehrheit verständigt.

Vier Varianten

Im Auftrag der Gemeinde hatte das Architektur-Büro Allmann Sattler Wappner vier Varianten für das Areal erarbeitet. Im gemeindlichen Wohnraum-Portfolio nehmen die vier Anwesen an Cramer-Klett- und Siegfriedstraße einen wichtigen Raum ein. Der Bestand von 26 Wohnungen soll jetzt nicht nur umfassend saniert und in verändertem Zuschnitt selbst um zwei Wohneinheiten erweitert werden. In zwei neuen Wohnhäusern sollen zudem sechs neue Wohnungen (3 bis 6-Zimmer) unterschiedlichen Größenzuschnitts errichtet werden. Mit dem „Szenario 1.2“ folgte der Rat mit klarer Mehrheit von 15:6 Stimmen der „Vorzugsvariante“ der Verwaltung. Neben dem Zugewinn an Wohnraum und Wohneinheiten zeichnete sich die Variante nach Mehrheitsauffassung der Räte auch durch die klare Betonung wichtiger Spiel- und Freizeitmöglichkeiten aus. So kann der beliebte „Piratenspielplatz“ nördlich der Anwesen und südlich der Brunhildenstraße nach der beschlossenen Maßgabe unverändert erhalten bleiben. Zudem soll das jetzt zu erweiternde Bauensemble durch zusätzliche Freizeitflächen für die Bewohner aufgewertet werden.

Kein neuer Parkraum

Auch muss nach dem beschlossenen Modell an der Oberfläche kein neuer Parkraum versiegelt werden. Alle durch die Erweiterungsbauten neu fälligen Parkplätze sollen in der Tiefgarage geschaffen werden. Die mit der Vorplanung beauftragte Architektin Carolin Krebber betonte weitere Vorteile. So sei das Areal bisher im Vergleich zur Umgebung „locker bebaut“ und erlaube eine Verdichtung. Zudem sei das Gebiet auch an den öffentlichen Nahverkehr mit einer „Bushaltestelle vor der Haustür“ gut angebunden.

Noch mehr Priorisierung der Wohnbebauung – auch zuungunsten des Spielplatzes – hatten sich einige Räte aufgrund des Wohndrucks in der Gemeinde gewünscht und andere Varianten favorisiert. SPD-Fraktionssprecherin Elisabeth Gerner hatte „möglichst viel preiswerten Wohnraum“ gefordert – im Schulterschluss mit FW-Fraktionschef Reiner Höcherl. Aus diesen beiden Fraktionen kam bei der Abstimmung deshalb ein abschlägiges Votum. Zur Mehrheit reichte es nicht. Deren Nerv traf Hartmut Lilge (CSU) dagegen mit seiner Einschätzung, „moderat und maßvoll“ nachzuverdichten, um den vor Ort bestehenden Gartenstadtcharakter zu erhalten.

Die Verwaltung um Bauamtschef Christian Einzmann betonte den gelungenen Ansatz dieser Variante mit einem ordentlichen Mix an neuem Wohnraum, Erhalt und Verbesserung der bestehenden Wohnqualität und dem Erhalt der Spielflächen. Sollte dazu künftig noch mehr Wohnraum nötig sein, ließe sich „in der Zukunft immer noch erweitern“, zeigte sich auch Neubibergs Bürgermeister Thomas Pardeller (CSU) überzeugt.

Auch interessant

Kommentare