Die Scheidende: Ein emotionaler Moment für alte Weggefährten. Elisabeth Stettmeier sparte zum Abschied auch nicht mit Lob für Bürgermeister Günter Heyland. Sechs Tage war sie als ältestes Gemeinderatsmitglied einmal selbst Bürgermeisterin gewesen.
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Die Scheidende: Ein emotionaler Moment für alte Weggefährten. Elisabeth Stettmeier sparte zum Abschied auch nicht mit Lob für Bürgermeister Günter Heyland. Sechs Tage war sie als ältestes Gemeinderatsmitglied einmal selbst Bürgermeisterin gewesen.
Die Neue: Stephanie Konopac freut sich auf ihre Aufgaben im Gemeinderat. 
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Die Neue: Stephanie Konopac freut sich auf ihre Aufgaben im Gemeinderat. 

Langgediente Gemeinderätin

Mehr gegenseitige Wertschätzung als Abschiedswunsch

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Eifriges Stühlerücken im Neubiberger Gemeinderat. Fast feierlich geriet die Stimmung im sonst so streitfreudigen Gremium, als mit Elisabeth Stettmeier (Freie Wähler N@U) eine nicht nur im Rat langjährig hochverdiente Bürgerin ihren Abschied nahm.

Neubiberg –  Sie übergab ihren Posten im Gemeinderat an Stephanie Konopac. Für Eingeweihte war es kein Geheimnis mehr, dass die mit vielen Ämtern betraute Seniorin es jetzt, im Alter von 85 Jahren, ruhiger angehen lassen möchte. Bewegte Neubiberger Zeiten hat Stettmeier ausreichend durchlebt.

Die engagierte Dame bekam zum Abschluss nicht nur sehr viel Applaus aus dem Gremium und von Bürgerseite. Der sichtlich bewegte Bürgermeister Günter Heyland betonte bei der Übergabe von Blumen und lebenslanger Ehren-/Freikarte für den gesamten örtlichen Kulturbetrieb den „emotional schwierigen Moment“ des Stettmeier-Abschieds. Eine langjährige politische Wegbegleiterin ging da von Bord, die, ganz Pädagogin, zum Abschied mahnende und lobende Worte fand. „Zähes Ringen für die optimalen Lösungen für Neubiberg, schwierige Beschlüsse, eine ehrliche und zielführende Diskussion für nachhaltige Ergebnisse“, wünschte sich Stettmeier zum Abschied und schrieb den Räten eine „größere, gegenseitige Wertschätzung“ ins Stammbuch. „Sie alle haben Talente und Fähigkeiten- Bringen Sie diese in die Gemeinderatsarbeit ein!“

Wegbegleiterin des Bürgermeisters

Stettmeier selbst hat sich über viele Jahrzehnte umfassend ins Gemeindeleben eingebracht. „Andere gehen mit 65 Lebensjahren in Ruhestand. Ich habe 65 Dienstjahre in verschiedenen Funktionen auf dem Buckel“, sagte sie selbst. Jetzt sei es an der Zeit, den Terminkalender auszudünnen. Der war fast immer voll. 22 Jahre lang hatte Stettmeier die Neubiberger Grundschule geleitet, ebenso lang war sie im Gemeinderat aktiv und setzte besonders in der Kultur- und Seniorenarbeit bleibende Akzente. „Mir war immer wichtig, dass ich nach meinem eigenen Gewissen entschieden habe und entscheiden konnte“, betonte sie zum Abschied.

Herausragende Wahlergebnisse

Zunächst war sie als Parteifreie 1996 in den Gemeinderat eingezogen. Seit 2009 setzte sie ihre stets herausragenden Wahlergebnisse und das große Wählervertrauen als Fraktions-Mitglied der Freien Wähler um. Einen, wenn auch kurzzeitigen Höhepunkt ihres Wirkens markierte das Jahr 2008. Überraschend war die damalige Neubiberger Bürgermeisterin Johanna Rumschöttel zur Landrätin gewählt worden. Weil Rumschöttels Amt als Ratschefin bereits am 30. April endete und die konstituierende Sitzung erst am 6. Mai Nacholger Günter Heyland wählte, war Stettmeier „Sechs-Tage-Bürgermeisterin“. In der Rückschau lobte Heyland: „Sie hat das souverän und in der gebotenen Gelassenheit absolviert.“

Vielfältiges Engagement

Was ihrem ganzen Wirken gerecht wird. Im Verein der Musikschule Unterhaching, insbesondere aber als Seniorenzentrums-Beirätin setzte sie starke Zeichen. Die Neu-Überplanung des Seniorenzentrums an der Hauptstraße trägt vor allem auch Stettmeiers starke Handschrift. „Ich will aufhören, solange ich meine Aufgabe noch vollwertig erfüllen kann“, sagte sie zum Abschied. Auch das gehört zur Professionalität der Elisabeth Stettmeier.

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