Bargeld in Scheinen
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Fast 300 Euro mehr soll es nicht nur für Landkreis-Mitarbeiter, sondern auch für Beschäftigte von Städten und Gemeinden im Landkreis München geben.

Konkurrenz zur Landeshauptstadt

Mehr Geld für Mitarbeiter im Landratsamt: Diesen kräftigen Zuschuss zahlt der Landkreis München

  • vonAndreas Sachse
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Fachkräfte sind schwer zu kriegen, gerade im Raum München. Der Landkreis München will sie nun locken - mit einer kräftigen Finanzspritze Monat für Monat.

Landkreis – Mit einem eigenem Bonus-Programm macht der Landkreis der Landeshauptstadt Konkurrenz. Die so genannte „München-Zulage“ soll Mitarbeitern des Landkreises gewährt werden. Die Zulage soll ab Januar auch an die Mitarbeiter der 29 Städte und Gemeinden des Landkreises München ausgezahlt werden dürfen.

In den Genuss der München-Zulage gelangen ab 1. Januar 2020 nach Tarif entlohnte Angestellte und Nachwuchskräfte des Landkreises München. Erfolgreichen Verhandlungen des Landratsamts mit dem Kommunalen Arbeitgeberverband Bayern (KAV) vorausgesetzt, soll die Zulage in doppelter Höhe überwiesen werden. Beschäftigte des öffentlichen Dienstes bekommen monatlich 270 Euro, Auszubildende und Studenten 140 Euro. Pro Kind gibt es weitere 50 Euro.

Die München-Zulage soll höhere Lebenshaltungskosten im Ballungsraum ausgleichen helfen. Zudem plant der Kreis, falls möglich die Zulage auch auf Beamte und Mitarbeiter von freien Trägern Wohlfahrtsverbänden wie der AWO auszuweiten. Welche Gesamtkosten das Modell verursachen wird, ist derzeit noch unklar.

Verhandlungen laufen

Nachdem die Landeshauptstadt die Zulage ab Januar verdoppeln will, musste der Landkreis nachziehen, um nicht wieder ins Hintertreffen zu geraten. Der Kreistag beauftragte Landrat Christoph Göbel (CSU), diesbezüglich Verhandlungen mit dem KAV zu führen. Da der KAV zwei Wochen vor der Kreistagssitzung in Pullach bereits beschloss, geplanten Anpassungen der Münchenzulage zuzustimmen, dürften sich die Verhandlungen für Göbel nicht allzu schwierig gestalten.

Dem zu erwartenden Ausgang der Gespräche sieht man im Kreistag mit gespannter Erwartung entgegen. Gerade gegenüber der Landeshauptstadt habe man bei der Personalakquise bisher in einer schlechten Position gestanden, sagte Neubibergs Bürgermeister Günter Heyland (FW): „Die Regelung hilft uns, eigene Fachkräfte zu halten und Nachwuchs zu gewinnen.“ Landrat Göbel selbst beklatschte eine „sehr gute Nachricht für die Kollegen vor Ort, die sich darüber sehr freuen werden.“

Konkurrenz zur Stadt

Seit Jahren sucht das Landratsamt nach Mitteln und Wegen, auf dem, wie Göbel bereits im Herbst 2015 beklagte, „leer gefegten Arbeitsmarkt“ konkurrenzfähig zu bleiben. Gegen formidable Gehälter von Arbeitgebern vor allem aus der Privatwirtschaft vermochte der Landkreis allzu lange nicht anzustinken. Mit der München-Zulage als Köder fischte die Landeshauptstadt den verbleibenden Rest von Arbeitskräften ab.

Als der Landkreis vor Jahren schon mit einer höheren Ballungsraumzulage gegenzusteuern suchte, fuhr der KAV noch dazwischen, drohte mit Ausschluss. Im Sommer 2014 gestattete der Verband dem Kreis schließlich doch, über eine Arbeitsmarktzulage Anreize zu setzen.

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