Münchner Promi-Künstler verstorben

Münchner Promi-Künstler verstorben
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25 Jahre Mobbingberatung München: (v.l.) SPD-Landeschefin Natascha Kohnen, Otto Berg vom Mobbingtelefon, Staatssekretärin Carolina Trautner, Diplom-Psychologe und Vereinsvorsitzender Ludwig Gunkel sowie Rechtsanwalt Wilfried Dormann bei der Jubiläumsfeier in der Forschungsbrauerei.

25 Jahre Mobbingberatung

Gegen Psychoterror am Arbeitsplatz

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Seit 25 Jahren holt die Mobbingberatung München ein schwieriges Thema aus der Tabuzone.

Landkreis – Weil manche Begriffe so schwer einzuordnen sind, hilft oft ein bildlicher Vergleich. „Was passiert, wenn ein Teekessel zu lange auf dem Herd vor sich hinkocht?“, fragte also David Schmitt, Abteilungsleiter für Arbeitsmarkt- und Sozialpolitik des DGB Bayern. Genau: „Es spritzt und pfeift.“ Am Arbeitsplatz sei das im Prinzip genauso, „auch hier sucht sich der gestiegene Druck seinen Weg“. Mit kleinen Schikanen, gezielten Sticheleien oder systematischer Ausgrenzung. Das Wort dafür: Mobbing.

Als vor 25 Jahren, aus persönlicher Betroffenheit heraus, von Ludwig Gunkel und Otto Berg die Mobbingberatung München gegründet wurde, gab es durchaus auch kritische Stimmen. „Mobbing galt damals als Modeerscheinung“, erinnert sich Martin Felber, bei der AOK Bayern stellvertretender Chef der Direktion München. Ein vorübergehender Trend also? „Nein, das Gegenteil ist eingetreten“, berichtet Felber bei der Jubiläumsfeier der Mobbingberatung im Bräustüberl der Forschungsbrauerei. Seit 2006 seien die Erkrankungen mit psychischem Hintergrund um 70 Prozent gestiegen, fast immer wegen Mobbings“, das Felber als „Psychoterror am Arbeitsplatz“ beschreibt. Aber auch in den sogenannten sozialen Medien und an Schulen: „Jeder fünfte Schüler ist betroffen.“ Deshalb seien die ehrenamtlich organisierten Angebote der Mobbingberatung, die 1993 „so gar nicht in bestehende Strukturen passen wollten“, heute „ein Glücksfall“ und nicht mehr wegzudenken. Felber: „Wir brauchen Sie!“

Sie, das sind vor allem die beiden Gründer Ludwig Gunkel (65) und Otto Berg (78) sowie Rechtsanwalt Wilfried Dormann, außerdem ein Team von Paten und Mediatoren. Zweimal pro Woche sitzt Otto Berg am Mobbingtelefon, der gebürtige Neubiberger kanalisiert die Anfragen, die mittlerweile aus ganz Bayern kommen, und vermittelt passgenaue Unterstützung. Denn, sagt DGB-Fachmann Schmitt: „Wenn sich Schikanen am Arbeitsplatz schon eingeschlichen haben, ist der neutrale Blick von außen oft unverzichtbar.“

Staatssekretärin Carolina Trautner vom Sozialministerium bezeichnete Mobbing als „schwerwiegendes Problem, das uns alle fordert, nicht wegzuschauen“. Jeder Einzelfall sei einer zuviel, „wir müssen das Übel an der Wurzel packen“. Es gelte innezuhalten: „Was können wir tun, damit Mobbing am Arbeitsplatz keine Chance hat?“ Der Schlüssel, so Trautner, seien „vertrauensvolle Ansprechpartner und achtsame Führungskräfte“, um Leid und Ausgrenzung in Job oder Schule zu beenden: „Das darf niemals toleriert werden.“

SPD-Landeschefin Natascha Kohnen, die in Neubiberg nur einen Steinwurf von Otto Berg entfernt wohnt, lobte die jahrzehntelange Arbeit der Mobbingberatung. „Sie haben Pionierarbeit geleistet und etwas angestoßen, das zentral ist für die heutige Arbeitswelt: faire Bedingungen zu schaffen. Eine moderne Arbeitskultur setzt auf Wertschätzung der Mitarbeiter und Wissensmanagement“, sagte Kohnen. Der Mobbingberatung sei es gelungen, dieses Thema „aus der Tabuzone zu holen: Sie schauen hin, wo andere eine Mauer des Schweigens hochziehen.“

Dass Beratung auch künftig gefragt ist, vielleicht sogar mehr denn je, stellt Otto Berg als erste Anlaufstelle fest. Sein aktueller Eindruck: „Mobbing boomt.“

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