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Besuch aus dem Ruhrgebiet:  Realschüler mit Mitgliedern der Gruoppe „12thMemoRise“.  

Junge Aktivisten gestalten Ethikunterricht 

Nächstenliebe statt Gewalt

Neubiberg - Ethikunterricht mal anders. Statt den Lehrern leitete „12thMemoRise“ in der Realschule Neubiberg den Unterricht. Fünf Mitglieder der Gruppe gaben vor rund 40 Ethikschülern einen Workshop zum Thema Islam.

Ein Großteil der am Ethikunterricht teilnehmenden Jugendlichen gehören dem Islam an. Für sie war es eine Gelegenheit, in der Schule aus muslimischer Perspektive etwas über ihre Religion zu erfahren – und mal nicht von den Lehrern.

„12thMemoRise“ sind junge, muslimische Aktivisten aus dem Ruhrgebiet, die die Botschaft eines friedlichen und toleranten Islam und ihr Statement gegen Gewalt und Extremismus verbreiten wollen.

Der Kern der Aktionsgruppe besteht aus rund zehn Mitgliedern unterschiedlicher Herkunft. Man mag ihre Kunstaktionen Performance, Inszenierung oder Schauspiel nennen. Dabei will die Gruppe in Form von YouTube-Videos und Straßenaktionen radikalen Gruppen des Islam entgegenwirken. Ihre Scheinhinrichtungen in Essen oder der Trauermarsch in Düsseldorf, bei dem ein, mit einem schwarzen Tuch überzogener Sarg durch die Innenstadt getragen wurde, erregten Aufmerksamkeit. Die Gruppe will provozieren und aufrütteln, und vor allem wollen die Aktivisten ernst genommen werden, sagt Mitbegründer Hassan Geuad. Ihre Botschaft: Nächstenliebe statt Gewalt.

„Die Lehrer, aber vor allem die Schüler, waren von dem Workshop begeistert“, sagt Doris Sextl (34). Sie führte die Begegnung herbei. Zufall war dabei der Auslöser: In einem Fernsehbeitrag über „12thMemoRise“ habe sie von der Gruppe erfahren und sie auf Facebook angeschrieben – allerdings nur, um ihnen zuzusprechen. Erst im Gespräch sei der konkrete Plan entstanden. Sogar ein Fernsehteam war dabei: Die ARD dreht momentan eine Dokumentation über die Aktivisten, in der auch Filmszenen aus Neubiberg zu sehen sein werden.

Insgesamt war es ein spannender Schultag für alle Schüler und Lehrer mit interessanten Diskussionen. Sogar nach Unterrichtsschluss blieben viele der Schüler noch zum gemeinsamen Mittagessen. Dabei entstanden Pläne für die nahe Zukunft, wie ein Projekt gegen Rassismus und Extremismus. Doch schon jetzt ist die Zusammenarbeit zwischen den Schülern und „12thMemoRise“ ein Erfolg. Die Fahrtkostenentschädigung für über 1200 Kilometer An- und Abreise investierte die Gruppe in eine Patenschaft für ein Terroropfer. Auch die Schüler planen eine Wohltätigkeitsveranstaltung.

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