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Eine wichtige Einrichtung in Neubiberg ist das Medizinische Versorgungszentrum am Rathausplatz. Nach vielen Anpassungen im Bebauungsplan des Areals ist die Zukunft des MVZ nun auch gesichert.

Medizinisches Versorgungszentrum

Ärztehaus St. Cosmas bleibt erhalten

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Offenbar gibt es jetzt nach vier Jahren kontroverser Debatten doch eine Lösung für das Ärztehaus-Grundstück am Neubiberger Rathausplatz. Damit scheint auch die Zukunft des Medizinischen Versorgungszentrum gesichert. 

Neubiberg– Der Planungs- und Umweltausschuss des Gemeinderates verabschiedete in seltener Einstimmigkeit den Entwurf für einen vorhabenbezogenen Bebauungsplan entlang der Areale am Rathausplatz 1 und 3. Am kommenden Montag wird sich der Gemeinderat (19 Uhr, Aula Grundschule) mit dem Bebauungsplanentwurf befassen und dürfte diesen dann absegnen. Darauf lassen jedenfalls die allseits positiven Resonanzen aus allen Gemeinderatsfraktionen schließen.

Anwohner fanden Ursprungsplanung zu kolossartig

Mehr Grünerhalt und die Zukunfstsicherung des Medizinischen Versorgungszentrums (MVZ) sind wichtige Eckpunkte. Durch den neuen Ansatz scheinen jahrelange Verwerfungen nun doch noch befriedet. Mit dem Argument der „kolossartig“ geplanten Bebauung hatte eine eigens gegründete Anwohnerinitiative sich seinerzeit gegen die Pläne des Investors gestellt.

Auch die Zukunft des in Neubiberg traditionsreichen und sehr nachgefragten Medizinischen Versorgungszentrums St. Cosmas stand in den Sternen. Der Erhalt des Gesundheitshauses war dem Gemeinderat sehr wichtig. Er verhängte sogar eine zweijährige Veränderungssperre über das Planungsareal. Nun haben sich die Wogen offenbar allesamt doch noch geglättet.

Einvernehmliche Lösung

Nach Gesprächen im vergangenen Herbst mit allen Handlungsbeteiligten zeichnete sich seit geraumer Zeit bereits eine einvernehmliche Lösung ab. Ein guter Schachzug scheint dabei ohne Zweifel auch das Vorgehen zu sein, das Ärztehaus-Areal aus einem größeren Planungsumgriff zwischen Lindenallee, Rathausplatz und Schule herauszulösen, dessen Bestand abzusichern und eine wohl jetzt deutlich raschere Umsetzung der Gebäudeinheiten im Umfeld zu forcieren.

Inhaltlich kann sich das neue Plankonstrukt nach Auffassung aller Mitstreiter jetzt sehen lassen. Wichtigen Forderungen der Gemeinde will der Investor entsprechen. So soll nicht nur sehr viel Grünbestand erhalten bleiben, auch weil die Flächenversiegelung durch zwei Tiefgaragenbauten im Norden und Süden des Areals anstelle ebenerdiger Parkformen weit sparsamer ausfallen dürfte als in früheren Planungen vorgesehen. Auch das bauliche Maß wurde vom „Koloss“ früher auf ein für alle verträgliches Maß korrigiert.

Gebäudekomplexe in drei Bereiche unterteilt

Im Detail sollen die Gebäudekomplexe in drei Bereiche unterteilt werden. An der Front zum Rathausplatz ist jetzt vorgesehen, zwei Dreispänner-Wohnhäuser entstehen zu lassen. Im Mittelabschnitt sollen sechs Doppelhäuser und im nördlichen Bereich noch einmal fünf Einfamilienhäuser geschaffen werden. Vor allem in prägender Holzbauweise sollen die neuen Baukörper entstehen. Auf dem Gelände sollen alle Häuser nach einem ähnlichen bis gleichen optischen Zuschnitt mit Sattel- und Flachdächern realisiert werden.

Mehr Grünflächen und Bäume

Besonders auch mit Blick aufs Umfeld haben die Investoren die Rufe des Rates offenbar deutlich vernommen. Wildwiesen und Obstbäume sowie umfangreiche Grünstrukturen sind vorgesehen. Vor allem aber konnten die Planer mit einer langfristigen Bestandsgarantie für das MVZ punkten. Ein „Sondergebiet“ soll zum einen das Zentrum dauerhaft sichern. Andererseits verzichtet der Investor in diesem Geländeteil auf zusätzliche Wohnbebauung.

Am Ende waren die Vertreter der Fraktionen zufrieden. Bürgermeister Günter Heyland (FW.N@U) freut sich über die aktuelle Entwicklung. „Alles war natürlich auch von dem guten Willen des Investors abhängig, den dieser jetzt bewiesen hat“. In einer Art städtebaulichem Vertrag sei die Zukunft des MVZ auch für den Fall abgesichert, dass der heutige Bestandsbau einmal abgerissen werden und neu errichtet werden müsse. „Das war uns als Gemeinde elementar wichtig“, bekannte der Rathaus im Schulterschluss mit den Fraktionen.

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