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Ab sofort ist großer Abstand Pflicht: Apothekerin Brigitte Ansmann im Beratungsgespräch.

Maßnahmen in der Apotheke 

„Angst muss man nicht haben, aber Respekt“

  • Marc Schreib
    vonMarc Schreib
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Die Pharmazeutin Brigitte Ansmann berichtet, was sich in ihrer Apotheke geändert hat.

Neubiberg– Viele Neubiberger gehen nach nebenan in die Waldperlacher Ursus-Apotheke am Waldheimplatz. Hier sind die Sicherheitsvorkehrungen drastisch erhöht worden, um die Kunden und die Belegschaft vor dem Coronavirus zu schützen. Zwar gibt es vom Gesetzgeber aufgrund der Ausnahmesituation die Möglichkeit, die Arbeitszeiten zu verlängern. Diese Möglichkeit will Apothekerin Brigitte Ansmann aber nicht in Anspruch nehmen, auch zum Schutz der eigenen Leute.

In der Ursus-Apotheke hat man sich von einer Hygiene-Fachkraft beraten lassen. Der Mundschutz ist aus. Aber es hätte ohnehin keiner zur Verfügung gestanden, der wirklich virensicher ist. „Wenn man ihn abnimmt, müsste man darauf achten, vorsichtig vorzugehen“, erklärt die Apothekerin. Denn er könnte äußerlich mit Viren belastet sein. Spuckschutzwände bieten hier eine gute Alternative. Das Allerwichtigste ist aber der Abstand.

Kunden mit Erkältungssymptomen werden draußen bedient 

Die Apotheke ist durch die Verkaufsregale jetzt in drei Kompartimente unterteilt, sodass die Kunden nicht dicht an dicht stehen. Es dürfen ohnehin nur drei Kunden gleichzeitig eingelassen werden. Wer Erkältungssymptome aufweist, soll erst gar nicht in den geschlossenen Raum hineingehen. Im Außenbereich bei der Anlieferung gibt es stattdessen eine Möglichkeit, Medikamente und Beratung zu bekommen.

Innen sind die Kunden durch Absperrbänder vom Personal weit genug getrennt. Natürlich muss das Team der Ursus-Apotheke regelmäßig die Oberflächen desinfizieren. Auf der Tastatur könne man auch eine Frischhaltefolie auflegen. „Aber wir nehmen stattdessen meistens ein Desinfektionsmittel“, sagt Brigitte Ansmann. Denn die Oberflächen seien nach aktuellem Stand bei der Übertragung nicht das Hauptproblem. Die Tröpfcheninfektion berge das höchste Gefahrenpotenzial.

Apotheker-Kittel müssen in kurzen regelmäßigen Abständen in Tüten zu Hause gewaschen werden

Ganz wichtig ist die Trennung von Alltags- und Berufskleidung. Die Kittel müssen in kurzen regelmäßigen Abständen in Tüten zu Hause gewaschen werden. Die Sensibilität ist in puncto Hygiene groß. Der Moment der Übertragung kann auch beim Bezahlen passieren. Daher sind die Kartengeräte mit einer Folie überzogen, weil die ständige direkte Desinfektion dem Gerät schadet. Bargeldzahlung sieht die Apothekerin gelassen. Die Hände dürfen bis zur Desinfektion aber auf keinen Fall ins Gesicht.

Über die Ausbreitung macht man sich natürlich auch Gedanken. Wie konnte es so weit kommen? Die Apothekerin glaubt, dass das Übertragungspotenzial des Virus anfangs stark unterschätzt worden sei. „Man dachte wohl, China ist weit weg, das kommt schon nicht zu uns.“ Jetzt aber ist es da, und die Arbeitsbelastung für die Mitarbeiter der Apotheken sehr groß. Zusätzlich seien viele Kunden sehr verunsichert und benötigten viel Beratung. Auch ein bisschen die Angst zu nehmen, gehört dazu. Viele bitten um Desinfektionsmittel und Mundschutz. Von einer gewissen Angst kann sich kaum einer frei machen. Brigitte Ansmann: „Meine persönliche Meinung: Angst muss man keine haben, aber Respekt schon.“

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