+
Fünf vor zwölf: Das Rathaus in Neubiberg ist sanierungsbedürftig.

Der Ärger geht weiter

Bürgerzentrum Neubiberg: Architekt fordert endlich Klartext

  • schließen

Die Neubiberger Politik ist sich immerhin in einem einig: Die Zusammenarbeit mit dem Sieger-Architekten beim Bürgerzentrum soll weitergehen. Doch das ist noch nicht ausgemacht.

Neubiberg – „Neubibergs Rathausfraktionen sind sich beim Bürgerzentrum endlich einig.“ – Eine Meldung, die verwundern würde und leider auch nicht zutrifft. Immerhin haben die heftig zerstrittenen Rathaus-Protagonisten in den vergangenen Tagen und Wochen den Grundkonsens erreicht, dass sie mit Architekt und Wettbewerbssieger Jan Spreen auch weiterhin zusammenarbeiten wollen. Ob der das Angebot annimmt, hängt aber wohl stark von den Modellierungen Einsparungen bei seinem Siegerentwurfs ab.

Fragen zum Procedere gibt es aktuell aus allen möglichen Richtungen. Auf Nachfrage hatte der Architekt die Aussage der Fraktionen begrüßt und betont, „grundsätzlich“ weiter mit den Verantwortlichen vor Ort zusammenarbeiten zu wollen. Doch knüpfte Spreen eine weitere Mitwirkung auch an feste Voraussetzungen. Eine Veränderung und Modellierung seines Entwurfs müsse in wesentlichen Zügen seiner Ausgangsplanung entsprechen. Zudem braucht Spreen nach eigener Aussage eine „Kostengröße“, mit der er belastbar planen könne. Entsprechende Aussagen Spreens bestätigte auch der im Frühjahr scheidende Bürgermeister Günter Heyland (FW.N@U).

22-Millionen-Plan liegt wegen schwarz-grünen Widerstands auf Halde

Doch bei beiden Vorgaben liegt der Hase derzeit (noch) im Pfeffer. Erneut warb die CSU um ihren Bürgermeisterkandidaten Thomas Pardeller und Finanzreferent Hartmut Lilge für eine abgespeckte Version der derzeit auf rund 22 Millionen hochgerechneten Rathausplanung, die „man sich auch leisten kann“. Ein Einwurf, den auch Grünen-Bürgermeisterkandidat Kilian Körner nachdrücklich unterstützt. Wegen dieses schwarz-grünen Schulterschlusses liegt die aktuelle Planung derzeit auf Halde.

Der Ratschef Heyland dagegen mahnte an, es fehle seitens der „Ablehner“ an konkreten eigenen Vorschlägen. „Solange Sie diese nicht einbringen, kann der Architekt nicht planen und verlieren wir wertvolle Zeit und Geld“, so der Bürgermeister. Ein Anwurf, den sich wiederum die CSU nicht gefallen lassen möchte. „Wir wollen ja mit dem Architekten weiter arbeiten“, betonte Pardeller zuletzt im Rat. Deshalb seien Schadensersatzforderungen abwegig. Zudem habe man Vorschläge unterbreitet.

Zuletzt hatte der CSU-Kandidat vorgeschlagen, die Verwaltung um ein Bürgerbüro in Unterbiberg zu erweitern und damit das Rathaus auch platztechnisch zu entlasten . Ein Vorschlag, der vonseiten der SPD um deren Bürgermeister-Kandidatin Elisabeth Gerner als „Luftnummer“ und „aus dem Hut gezaubert“ kritisiert worden war (wir berichteten).

„Millionengrab“ verhindert?

Dagegen springen aktuell die jungen Kandidaten der gemeinsamen Liste „USU 100% Uni / JNeu- Junge Neubiberger“ dem Vorschlag Pardellers zur Seite. Sie unterstützen dessen Bürgermeisterkandidatur ohnehin. In einem offenen Brief verteidigten sie das Vorgehen beim vorläufigen Planungsstopp. „Mit Hilfe der CSU und den Grünen ist es in letzter Sekunde noch gelungen, ein Millionengrab für die Gemeinde zu verhindern“, schreiben sie. Neben dem Vorwurf an die Adresse des Bürgermeister, „kein Gespür für die Wünsche der Bürger“ zu haben, unterstützt man Pardellers Vorschlag und ergänzen diesen um den dauerhaften Verbleib der Verwaltungsmitarbeiter in den derzeit angemieteten Räumen am Bahnhof. Da es mit der Planung derzeit heftiger denn je stockt, ist die Suche nach Raumalternativen nachvollziehbar. Wie und wo – darum wird weiter gerungen.

Neubiberg: Ärztehaus St. Cosmas bleibt erhalten

Auch interessant

Mehr zum Thema

Meistgelesene Artikel

„Ein schlimmes Gefühl“: Unterhachingerin (24) muss Hilfseinsatz auf den Philippinen abbrechen
Lena Thurnes (24) wollte auf den Philippinen mithelfen, eine Schule nach dem verheerenden Taifun von 2018 wieder aufzubauen. Jetzt ist sie früher als geplant wieder zu …
„Ein schlimmes Gefühl“: Unterhachingerin (24) muss Hilfseinsatz auf den Philippinen abbrechen
„Wir brauchen eine klare Tagesstruktur“
Professor Peter Brieger erklärt, wie man emotionalem Stress in der Corona-Krise begegnet.
„Wir brauchen eine klare Tagesstruktur“
Coronavirus im Landkreis München: Mehr als 600 Coronafälle - Wahlhelfer infiziert
Das Coronavirus versetzt den Landkreis München in den Ausnahmezustand. Mittlerweile sind mehrere Menschen gestorben, viele sind infiziert. Alle Infos hier im Ticker.
Coronavirus im Landkreis München: Mehr als 600 Coronafälle - Wahlhelfer infiziert
Kleintransporter überschlägt sich bei Unfall in Garching
Ein Kleintransporter hat sich bei einem Unfall am Montagabend in Garching an der Auffahrt zur A9 überschlagen. Zwei Männer wurden verletzt.
Kleintransporter überschlägt sich bei Unfall in Garching

Kommentare