Nicht mehr notwendig 

Asyl-Dorf wird doch nicht gebaut

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Die geplante Asylunterkunft in Neubiberg ist Geschichte. Wegen anhaltend niedriger Flüchtlingszahlen verzichtet der Landkreis auf das sogenannte Asyl-Dorf an der Äußeren Hauptstraße. Vorgesehen sind stattdessen Wohnungen für bereits anerkannte Asylbewerber.

Neubiberg – Mit dieser Entscheidung reagiert der Kreis auf eine Entwicklung, in deren Folge die Stabsstelle Asyl im Landratsamt ihre Planzahlen schon zu Jahresbeginn von 6000 auf 4500 für das laufende Jahr zu erwartende Asylbewerber reduzierte. Nachdem Flüchtlingszahlen auch sechs Monate darauf konstant bleiben, zieht das Landratsamt nun die Notbremse. Ursprünglich war man in Unterhaching von 240 Asylbewerbern ausgegangen. Jetzt sind es deutlich weniger. Stabsstellen-Leiter Leonhard Schmid will nicht unnötig Flächen vergeuden: „Wir mussten uns fragen, ob es wirtschaftlich Sinn macht, die Unterkunft noch zu bauen“, rekapitulierte er im Kreisausschuss. Die Antwort lautet nein. „Wir haben entschieden, Neubiberg von der Liste der umzusetzenden Projekte zu streichen.“

Wohnraum ist knapp im Landkreis. Seit geraumer Zeit plagt sich das Landratsamt mit dem Problem der „Fehlbeleger“ herum, Flüchtlinge, die das Asylverfahren erfolgreich durchlaufen haben, aber keine Wohnung finden. Um anerkannte Asylbewerber vor Obdachlosigkeit zu bewahren und um Gemeinden zusätzliche Sozialausgaben zu ersparen, plant das Landratsamt auf dem Gelände an der Äußeren Hauptstraße mit Wohnungen für Flüchtlinge mit Bleibestatus.

Landrat Christoph Göbel (CSU) ist es wichtig, Flüchtlinge möglichst gerecht auf die 29 Gemeinden und Städte im Landkreis zu verteilen. Dabei dürfe man sich nicht länger allein auf Asylbewerber konzentrieren: „Wir müssen auch jene Menschen mit einbeziehen, die langfristig bei uns bleiben.“ Gemeinsam mit der Gemeinde hofft Göbel den Eigentümer des Grundstücks für die Idee zu begeistern, bezahlbaren Wohnraum zu schaffen. Dem Landrat schwebt vor, solcherlei Wohnungen nicht bloß Flüchtlingen anzubieten. Menschen mit erhöhtem Unterstützungsbedarf sollen ebenso von dem Vorschlag profitieren. „Nicht zuletzt müssen wir auch den möglichen Familiennachzug, das Wachsen der Familien vor Ort, im Blick haben.“

Mit Ottobrunn und Oberschleißheim war Neubiberg als Standort für feste Unterkünfte der Firma „Feel Home“ genehmigt worden. Mit 240 Bewohnern sollte Neubiberg das größte der drei Asyl-Dörfer werden. Die Flüchtlinge sollen in Wohngruppen auf Holzhäuser verteilt werden. Schon Ende Mai hatte man die Kapazitäten zurückgefahren auf 96 Personen für Ottobrunn und 208 für Neubiberg. Lediglich in Oberschleißheim plant man weiterhin mit 200 Bewohnern.

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