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Reiner Höcherl (r.) soll Günter Heyland (l.) als Bürgermeister beerben.

Kommunalwahl 2020

Neubiberg: Bürgermeister Heyland hört auf, Nachfolge-Kandidat steht fest

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Bürgermeister Günter Heyland hört auf. Er steht nicht für eine dritte Amtszeit zur Verfügung. Die Freien Wähler in Neubiberg FW.N@U schicken einen Unternehmer ins Rennen.

Neubiberg – Reiner Höcherl soll nach der Kommunalwahl am 15. März 2020 die Arbeit von Günter Heyland fortsetzen.

Es war ein Paukenschlag, als Günter Heyland am Dienstagabend im Restaurant Minoa seinen Rückzug ankündigte. Nach der Klausur im Herbst habe er sich nach reiflicher Überlegung entschlossen, nicht für eine dritte Amtszeit zu kandidieren, sagte er bei der Versammlung der FW.N@U. 

„Ich möchte gesund bleiben.“

Als Grund gab er an, „dass ich auch weiterhin gesund bleiben möchte“. Es sei „eine mörderische Arbeit und ein ziemlicher Raubbau an der Gesundheit.“ Er wolle mehr Zeit haben für die Familie und auch beruflich noch einmal etwas andres machen, sagte der 58-Jährige.

Manchen der 32 Mitglieder im Raum entfuhr ein überraschtes „Was?!“ bei dieser Ankündigung. Andere waren in den Entscheidungsprozess seit der Klausur der Freien Wähler im Herbst eingebunden. Es sei keine einfache Entscheidung gewesen, sagte Heyland, „weil wir vertrauensvoll und gut zusammengearbeitet haben in der Fraktion und mit den Mitarbeitern im Rathaus“, seit fast zwölf Jahre im Bürgermeisteramt und zuvor weitere zwölf Jahre als Gemeinderat.

Heylands Bilanz kann sich sehen lassen, ein kurzer Abriss über die vielen von ihm angestoßenen und abgeschlossenen Projekte erntete lang anhaltenden Applaus. Als Vorsitzender der Freien Wähler FW.N@U macht er weiter, er wurde mit 32 Ja-Stimmen und seiner eigenen Enthaltung wiedergewählt. Somit führt Heyland die Freien Wähler im Kommualwahlkampf an und wird Reiner Höcherl als designierten Kandidaten unterstützen. 

Netzwerker in vielen Funktionen

Reiner Höcherl ist ein Netzwerker, der in kurzer Zeit viele Ämter angenommen hat und sich an vielen Stellen tatkräftig engagiert, als Gemeinderatsmitglied, als Vorsitzender des Partnerschaftsvereins der Gemeinde, in der Agenda 21, als Mitglied des Fördervereins der Bundeswehr-Uni, in den Kirchengemeinden und ist nun auch als Kulturreferent.

Der Unterbiberger hat schon einiges in seinem Leben gemacht. Der 56-Jährige ist Unternehmer in der freien Wirtschaft, Offizier mit sozialwissenschaftlichem Studium an der Bundeswehr-Universität und Immobilienkaufmann. Nach Jahren als Angestellter bei einer Baufirma, für die er Altbausanierungen durchführte, gründete er mit einem Bestand an eigenen Wohnungen eine Immobilienfirma, die ihn jetzt finanziell so unabhängig macht, dass er die Kandidatur wagt. „Wenn es klappt, läuft meine Firma weiter, zwei Mitarbeiterinnen kümmern sich um die Anliegen der Mieter.“

Warum er sich zur Kandidatur entschieden hat? „Aus Überzeugung“, sagt Höcherl frei heraus, „ich möchte mich dafür einsetzen, dass Neubiberg  wohn- und lebenswert bleibt.“ Er spüre einen gewissen Trend, Verantwortung weit von sich zu weisen. Er habe den gegenteiligen Wunsch: „Ich möchte meine Umgebung mitgestalten und Verantwortung übernehmen.“ Offiziell soll Reiner Höcherl am 23. Oktober nominiert werden. Die Neubiberger CSU hat Thomas Pardeller als ihren Kandidaten nominiert.

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