Neubibergs Bürgermeister Thomas Pardeller an seinem Schreibtisch
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Im Rathaus dominiert für Thomas Pardeller die Arbeit. Beruf und Privates trennt der junge Bürgermeister strikt.

100 Tage im Amt: Bürgermeister Thomas Pardeller (CSU)

Neubibergs Bürgermeister Thomas Pardeller: Daraus zieht er seine Kraft

  • vonHarald Hettich
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100 Tage des Krisenmanagements hat Neubibergs neuer Bürgermeister Thomas Pardeller hinter sich. Dabei behält er stets die Ruhe.

  • Trotz schwieriger Rahmenbedingungen fühlt sich Neubibergs Bürgermeister Thomas Pardeller im neuen Amt angekommen.
  • „Fairness soll an erster Stelle stehen.“
  • Gute Kommunikation im Gemeinderat liegt ihm am Herzen.

Neubiberg – Neubibergs Bürgermeister Thomas Pardeller (31) fühlt sich trotz schwieriger Rahmenbedingungen nach 100 Tagen angekommen in seinem neuen Amt im Rathaus. „Es waren vor allem 100 Tage des Krisenmanagements in einer von Corona geprägten Zeit“, sagt Pardeller. Trotz allem behält er stets die Ruhe. Auch bei den Sitzungen des Gemeinderates reibt sich der Besucher früherer Neubiberger Sitzungen Augen und Ohren. Selbst bei schwierigen Haushaltsverhandlungen und kontroversen Diskussionen ist inzwischen ein sachlicher Ton eingekehrt. Fairness soll an erster Stelle stehen. „Ich möchte nicht verhehlen, dass dieser neue gemeinsame Tonfall auch mit Corona zu tun hat“, bekennt Pardeller. „Der Gemeinderat ist sich bewusst, dass wir an einem Strang ziehen müssen“.

Zudem habe er sich insgesamt in die Finessen des Amtes besser einarbeiten können, weil die Außen-Termine in Pandemiezeiten übersichtlich seien. „Kritik gibt es natürlich auch“, räumt er ein. „Manchen gehen die Sitzungen in Neubiberg mittlerweile zu rasant vorüber“.

Leiser Tonfall trotz drängender Themen: Seniorenzentrum, Verbindungsstraße, Digitalisierung

Doch bei leisem Tonfall behalten die drängenden Themen trotzdem viel Nachhall. Wie den Haushalt so steuern, dass die Kommune nach der Corona-Zeit nicht im Schuldensumpf abtaucht? Wie den Senioren gerecht werden, wenn das Seniorenzentrum vorerst auf Eis gelegt werden muss? Wie den Nachwuchs richtig betreuen und die Kitas und Schulen zeitgemäß ausstatten in schweren Zeiten ? Wie die Verwaltung stärken, wenn das Rathaus erst einmal so bleibt, wie es seit Jahrzehnten ist und der Neubau erst einmal ruht? Wie die Verbindung zwischen Neu- und Unterbiberg verbessern und immer drängendere Verkehrsfragen lösen? An kleineren Stellschrauben hat Pardeller zusammen mit Gemeinderat und Verwaltung schon gedreht. Erweiterte Freischankflächen sollen die örtliche Gastronomie stärken, ein „Neubiberger“ Gutschein den örtlichen Handel in der Krise fördern, und auch die zunehmende Digitalisierung der Gemeinde läuft. „Social Media und digitale Erreichbarkeit müssen weiter verbessert werden – besonders in dieser Krise“, betont Pardeller. Die nächsten Bürgerversammlungen im Herbst werden per Live-Stream übertragen. Die Sitzungsunterlagen des Gemeinderates werden demnächst im Ratsinfo-System abrufbar.

Ganz große Würfe sind noch nicht dabei. Corona lähmt noch vieles. Die Kommunikation im Rat will Pardeller langfristig verbessern. Neben den bereits bei Vorgänger Günter Heyland gepflegten Fraktionssprecherrunden hat Pardeller auch regelmäßige Zusammenkünfte mit seinen Stellvertretern eingeführt. Auch in der Verwaltung hat Pardeller keine Personalrochaden vollzogen. Er setzt auf bewährte Kräfte. „Hier ist ein tolles Team zusammen“, bekennt er sich zur Kontinuität in den Fachreferaten. „Warum sollte man da etwas ändern?“

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