Skandal bei Münchner Polizei - Mehrere Beamte suspendiert - LKA durchsucht heute Wohnung

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Ein Archivfoto aus dem Jahr 2013. Damals überschwemmte der Hachinger Bach die Ortsdurchfahrt Unterhaching. Die SPD fürchtet, dass ein echtes Jahrhunderthochwasser ohne ausreichenden Schutz noch viel dramatischere Folgen haben könnte.

Bebauungspläne am Stadtrand

„Hochwasserschutz wichtiger als Frischluft-Schneise“: SPD attackiert Grüne

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Der Hochwasserschutz im Hachinger Tal ist wichtiger als die Frischluftschneise für die Landeshauptstadt, findet die Kreis-SPD. Sie wirft den Grünen Wahlkampfgetöse vor.

Neubiberg – Die SPD München-Land hat mit einer ausführlichen und teils scharfzüngig formulierten Stellungnahme auf die jüngste Pressekonferenz der Grünen zum Thema Frischluftschneise reagiert. In der aktuellen Diskussion um eine Bebauung des Kapellenfelds nördlich von Infineon sehen die Sozialdemokraten eine falsche Schwerpunktsetzung. Es gehe nicht allein darum, ob der Frischluftstrom aus dem Alpenvorland gestoppt würde: „Oberste Priorität müsste eigentlich auf dem seit Jahren verschleppten Hochwasserschutz für Unterbiberg und Perlach liegen“, sagt Florian Schardt, Vorsitzender der SPD München-Land.

Mit Blick auf die sich erwärmende Atmosphäre sei ein „behutsamer Umgang mit der Frischluftschneise selbstverständlich“, sagt Schardt, Aber als „drängendstes Problem“ nennt er den „immer noch nicht gelösten Hochwasserschutz“. Bei einem Jahrhunderthochwasser wie zuletzt 1940 würde laut Schardt das komplette Areal zwischen Infineon, Bundeswehr-Uni und Jochen-Schweizer-Arena überflutet. „Dass dies seit Jahren unterschätzt wird, lässt sich nur dadurch erklären, dass der Hachinger Bach für gewöhnlich sehr zierlich und friedvoll daherkommt.“

„Statt schicker Worte braucht es Menschenverstand“, sagt SPD-Kreischef Florian Schardt

Neubibergs scheidender Bürgermeister Günter Heyland hatte im Gespräch mit dem Münchner Merkur durchaus auf das Problem hingewiesen. „Ohne Hochwasserschutz kann es keine Bebauung geben“, sagte Heyland. Es gebe die Idee von einem „Schutzwall im Süden von Unterbiberg“, an dem Hochwasser gestaut „und sukzessive in den Hachinger Bach zurückgeleitet“ werden solle. Aufschluss über eine Machbarkeit soll bis zum Sommer eins der zehn angeforderten Gutachten bringen, das die Hochwasserfragen analysiert, so Heyland.

„Inszenierung im Wahlkampf“

Das deckt sich mit der Intention der SPD, die den Grünen vorwirft, die Frischluftschneise als Wahlkampfthema zu missbrauchen. Die Ideen zum Kapellenfeld seien schon 2016 bei einer Bürgerversammlung publik geworden, auch der aktuelle Bürgermeisterkandidat der Grünen, Kilian Körner, war damals anwesend. „Dass bei diesen Plänen auch der Grünzug beachtet werden müsse, stand nie in Abrede. Das taugte damals aber für keinerlei Aufregung“, erinnert sich Schardt. Die jetzt von den Grünen geäußerte Forderung nach einem Moratorium klinge kämpferisch, sei aber eine „Inszenierung im Wahlkampf“. Denn, ergänzt Schardt: „Kein Neubiberger Bürgermeister wäre glücklich, über Jahre hinaus auf dem Kapellenfeld auf jegliche Planungen verzichten zu müssen. Statt schicker Worte braucht es hier vor allem gesunden Menschenverstand und eine Portion guten Willens bei allen Beteiligten.“

Drei Forderungen stellt die SPD. Erstens: höchste Priorität für den Hochwasserschutz. Zweitens: statt eines Planungsstopps eine breit angelegte, transparente Bürgerbeteiligung mit Vertretern aus München, Neubiberg und Unterhaching. Drittens: eine Debatte über eine zeitgemäße Weiterentwicklung der interkommunalen Zusammenarbeit; hier könne der Landkreis die Initiative ergreifen, so die SPD. 

Hachinger Bach: Kampf gegen Überschwemmung stockt wegen Gutachten

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