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Stolzer Absolvent: Maximilian Moll konnte über das Hochbegabten-Programm in England studieren.

Programm für Hochbegabte an der Bundeswehr-Uni

Von Neubiberg an die Elite-Uni

Neubiberg - Seit zehn Jahren können sich besonders begabte Schüler für das Hochbegabtenprogramm an der Universität der Bundeswehr in Neubiberg bewerben und so nicht nur das Campusleben kennenlernen, sondern auch bereits Scheine für das spätere Studium sammeln. Nach seinem Master an der renommierten University of Cambridge hat mit Maximilian Moll (25) einer der ersten Teilnehmer wieder zurück an die Uni gefunden.

Trotz des Umzugs vor wenigen Wochen sieht es im Büro von Maximilian Moll ordentlich aus. Der Unterlagenstapel auf dem Schreibtisch und das klingelnde Telefon verraten aber: Obwohl er erst seit Jahresbeginn an der Uni ist, steckt Maximilian Moll schon mittendrin in seiner Arbeit als Doktorand an der Professur für Operations Research und neuer Ansprechpartner für das Hochbegabtenprogramm, das 2006 von Professor Stefan Pickl initiiert wurde.

Erster Kontakt zum Geburtstag

Angefangen hat alles an einem musischen Gymnasium in Augsburg. Als Konzertmeister im Schwäbischen Symphonieorchester und begeisterter Geigen- und Klavierspieler hatte Maximilian Moll bereits alle Hände voll zu tun. Eine Nachwuchsförderung kannte er nur für Jungmusiker, durch Zufall erfuhr er vom Hochbegabtenprogramm an der Universität der Bundeswehr. „Zu meinem 16. Geburtstag hat meine Oma einen entfernten Verwandten kontaktiert, der Matheprofessor an der ETH Zürich war, von dem ich bis dahin noch nie gehört hatte. Das anschließende Telefonat war auch der einzige Kontakt, den wir je hatten. Er hat mich an den Ansprechpartner an der Universität – damals Dr. Heiko Hahn – vermittelt.“ 

Nach einem erfolgreichen Bewerbungsgespräch belegte der damalige Schüler hauptsächlich Mathematik-Vorlesungen. „Bei den wenigen Universitäten, die ein ähnliches Programm angeboten haben, musste man sich meistens in einem verschulten Programm für eine bestimmte Vorlesung entscheiden. Die Uni hier hat mir aber komplette Wahlfreiheit gelassen, So konnte ich auch einmal in andere Bereiche hineinschnuppern“, erzählt Moll. Trotz des langen Anfahrtswegs aus Augsburg, reiste Moll mindestens einmal die Woche nach Neubiberg. Am besten gefiel ihm die persönliche Betreuung. Mit Professor Pickl hielt er über die Jahre hinweg Kontakt. Während seines Studiums besuchte ihn der Informatikprofessor in England und vermittelte ihm anschließend ein Praktikum bei IBM Dublin. Er war es auch, der Maximilian Moll zurück an die Neubiberger Uni holte. „Mich hat sein Forschungsgebiet Operational Research sehr interessiert“, sagt der 25-Jährige. Daher schickte er seine erste Bewerbung auch nach Neubiberg. Zusätzlich zu seiner wissenschaftlichen Arbeit am Institut wird er sich um die Weiterentwicklung des Hochbegabtenprogramms an der Universität kümmern.

Bis zu zehn Schüler werden aufgenommen

„Wir werden die Kontakte zu Schulen ausbauen, an meiner alten Schule gibt es zum Beispiel eine Hochbegabtenklasse“, erklärt Moll. Zurzeit nimmt das Programm bis zu zehn Schüler auf. An die Hand bekommen die 14- bis 18-jährigen Teilnehmer neben einem Fachmentor eine psychologische Betreuung, die das Programm seit zehn Jahren ehrenamtlich begleitet. Das Programm ist integriert in das Netzwerk „Schüler-Universitäten“ der Telekom Stiftung, die das Programm geringfügig in der Anfangsphase auch finanziell unterstützt. Für das Programm angenommen zu werden, war nicht leicht. In allen Schulfächern verlangt die Bundeswehr-Universität sehr gute bis gute Noten. „Meine Teilnahme am Hochbegabtenprogramm hat mir geholfen, in England über die fachliche Qualifikation hinaus zu punkten“, sagt Moll. Ein Jahr im Voraus bereitete er sich auf die anspruchsvollen Aufnahmeprüfungen für das vierjährige, in Trimester eingeteilte Studium am St. John’s College in Cambridge vor.

Beinahe Treffen mit Stephen Hawking

Zwei Trimester hatte der Hobby-Zauberer wirklich Zeit, das Studium zu genießen und das umfangreiche Sport- und Freizeitangebot in Cambridge zu nutzen. „Die sechs Wochen vor Ostern sind dann haarig, weil alle Prüfungen am Ende des Studienjahres stattfinden. Gute akademische Leistungen sind nicht nur mit sozialem Ansehen verbunden, sondern werden auch im Vergleich zu den anderen Studierenden bewertet. Und wer die Klausur nicht besteht, fliegt“.

Für das intensive Lernen entschädigt hätte ihn beinahe ein Treffen mit Stephan Hawking. „Nach einer Klausur war ich schon nach anderthalb Stunden fertig und wusste, dass ich noch eine Lücke hatte, die ich nicht ganz schließen konnte. Deswegen bin ich sitzengeblieben. Meine Freunde haben mir später gesagt: Eine Viertelstunde, bevor du rausgekommen bist, ist Steven Hawking vorbeigefahren.“ Doch ärgern muss sich der 25-Jährige bei Weitem nicht. In seiner Zeit in Cambridge hat er viele andere mathematische Größen getroffen, darunter Andrew Wiles, der die über 300 Jahre lang unbewiesene Fermatische Vermutung bewiesen hat, und den Leiter des „BP Institute for multiphase flow“ in Cambridge.

„Wir waren ein internationales Team und auf dem Campus herrschte eine sehr persönliche Atmosphäre“, erzählt Moll. Nun gibt er seine Erfahrungen an andere Teilnehmer weiter in der Studien-, aber auch in der Lebensplanung.

mm

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