Große Abweichungen im Haushalt 2020 gab es in Landsberied – aber nicht wegen des Corona-Virus.  (Symbolbild)
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Die Gemeinde holt Geld vom Sparbuch.

Gemeinde braucht 6,5 Millionen - Die Rücklagen schmelzen

  • vonHarald Hettich
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Um seinen Haushalt zu stemmen, muss die Gemeinde Neubiberg ran an ihre Rücklagen. Das Ersparte schmilzt und könnte es weiter tun.

Neubiberg – Die Gemeinde Neubiberg unternimmt alle Anstrengungen, um trotz bekannt schwieriger Rahmenbedingungen auch für das laufende Geschäftsjahr 2021 einen soliden Haushalt auf die Beine zu stellen. Kämmerer Florian Leininger präsentierte die Eckdaten jüngst im Finanzausschuss. Demnach schließt der Verwaltungshaushalt mit Einnahmen und Ausgaben von gut 37,48 Millionen Euro ab. Doch dafür muss die Gemeinde ordentlich rudern.

Um das vor allem auf sinkenden Steuereinnahmen basierende Defizit von rund 6,47 Millionen Euro in den Griff zu bekommen, muss die Kommune aus ihren Rücklagen einen Betrag in gleicher Höhe entnehmen. Der Vermögenshaushalt soll somit bei 15,53 Millionen Euro abschließen. Damit schmelzen auch die gemeindlichen Rücklagen auf prognostizierte rund 21,6 Millionen Euro am Ende dieses Jahres. Bis 2024 dürften nach den Hochrechnungen der Kämmerei diese Reserven bis auf einen Sockelbetrag von gut 800 000 Euro aufgebraucht sein. Immerhin hofft man in Neubiberg, zumindest bis Ende kommenden Jahres nicht in die Schuldenspirale zu geraten. Bis 2024 allerdings rechnet die Gemeinde mit Schulden von knapp 24 Millionen Euro. Aktuell plant die Gemeinde auch deshalb neben dem genannten Vermögenstransfer weitere Einsparungen vor allem durch eine Reduzierung der laufenden Ausgaben im Verwaltungshaushalt.

Gemeinderat will Haushalt demnächst verabschieden

Der Blick auf das Steuereinkommen gerät wechselvoll. „Das Vorkrisenniveau wird wohl erst im Verlauf des Jahres 2022 erreicht werden“, heißt es aus der Kämmerei mit Blick auf die darbenden Gewerbesteuereinnahmen. Den Ansatz von 10 Millionen aus 2020 fuhren die Verantwortlichen mit Blick auf dieses Jahr noch einmal um gut ein Drittel auf 6,5 Millionen Euro herunter. Bewusst vorsichtig geriet die Einordnung der Kämmerei auch, weil sich die tatsächlichen finanziellen Auswirkungen der Pandemie bei vielen Unternehmen wohl erst bei deren steuerlicher Veranlagung heuer offenbaren würden. Vorsichtig optimistisch gerät die aktuelle Hochrechnung bei der Einkommenssteuer. Im Vergleich zum Nachtragshaushalt mit rund 11,9 Millionen prognostizierter Einnahmen geht man nun von einem zarten Plus von 800 000 Euro und einer Erwartung von 12,7 Millionen Euro aus. Aus der Not der Pandemie geboren ist eine weitere deutliche Einsparung für die Kommunalkasse. Wegen der schwächeren Umlagekraft Neubibergs sinkt die Kreisumlage um voraussichtlich 7,9 Millionen auf 11,7 Millionen Euro für 2021.

Der Finanzausschuss stimmte am Ende einmütig für die Vorlage. Bei der nächsten Sitzung will der Gemeinderat den Haushalt 2021 dann endgültig verabschieden.

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