Noch wendet die Münchner Trambahn an der Endhaltestelle am Schwanseeplatz in Giesing. Geht es nach den Neubiberger Räten, soll jedoch eine Verlängerung über Neubiberg bis nach Ottobrunn wieder intensiver diskutiert werden.
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Noch wendet die Münchner Trambahn an der Endhaltestelle am Schwanseeplatz in Giesing. Geht es nach den Neubiberger Räten, soll jedoch eine Verlängerung über Neubiberg bis nach Ottobrunn wieder intensiver diskutiert werden.

Schienenausbau erwünscht

Neubiberg hat wieder Tram-Träume

Egal ob „Uni-Tram“ oder „Stadtbahn“: Neubibergs Gemeinderat hat zwar noch nicht den endgültigen Vehikel-Namen gefunden, den Traum vom schnellen Schienenstrang über die Münchner Stadtgrenzen hinaus bis nach Neubiberg und Ottobrunn aber offenbar längst noch nicht aufgegeben.

Neubiberg Einstimmig verabschiedete das Gremium jetzt den Antrag von Tobias Thalhammer (FDP), Neubiberg solle sich per eigenem Entschließungsantrag in der wichtigen Frage des Öffentlichen Personennahverkehrs (ÖPNV) klar positionieren. Damit soll der alten Idee neues Leben eingehaucht werden.

Vor einigen Jahren war die Vision einer Verlängerung der Tramlinie über den Schwanseeplatz in Giesing ins Umland hinaus und an der Bundeswehr-Universität vorbei bis zum Ludwig-Bölkow-Campus heiß diskutiert worden „und dann doch hinten runtergefallen“, wie Thalhammer es im Rat plastisch formulierte. Jetzt spürt der Liberale frischen Rückenwind in der Sache, den auch Bürgermeister Günter Heyland (FW N@U) nach jüngsten Erörterungen im Kreistag teilte. Ihrer Ansicht nach gibt es mehrere Dinge, die für den Ausbau des Schienenverkehrs sprechen.

„Zum einen hat der Landkreis ein umfangreiches ÖPNV-Konzept auf den Weg gebracht“, so Thalhammer. Zudem liege auch die Bevölkerungsentwicklung im Hachinger Tal deutlich über dem Durchschnitt im Landkreis. „Engpässe gibt es doch bereits heute genügend“, argumentierte der Antragsteller. Zudem gelte es nicht nur die Bildungsschmieden der Bundeswehr-Universität und entlang des Ottobrunner Campus besser anzubinden. Auch das neue Großwohngebiet an der Perlacher Hochäckerstraße fast direkt am Stadtrand bedürfe umfangreicherer Anbindung. „Das kann über noch mehr Busse und Individualverkehr sehr stauintensiv erfolgen – oder auf der Schiene“, so der Liberale. Da andererseits die Ressourcen des Kreises in Finanzen und Personal begrenzt seien, gelte es, das Projekt zu promoten und im kollektiven Gedächtnis zu halten.

„Da können wir doch schnell machen, da sind wohl alle dafür“, erntete Jürgen Knopp (FW N@U) Zustimmung für seine Einschätzung einer Beschleunigung auf der Schiene und im Ratssaal. „Man kann davon ausgehen, dass dieses gute Thema samt inhaltlicher Positionierung des Gemeinderates keine negativen finanziellen Folgen hat“, suchte Rathauschef Heyland einzelne Kosten-Sorgen zu zerstreuen. Zum Nulltarif freilich würde es weder „Uni-Tram“ noch „Stadtbahn“ geben. Das weiß man auch in Neubiberg.

Harald Hettich

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