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Umweltfreundliche Mobilität, die Spaß macht: Merkur-Reporterin Laura Forster testete das MVG-Rad in Neubiberg– ihr Urteil: hochwertig und bequem.

Immer mehr Leihfahrräder 

Ein Landkreis steigt um

  • Doris Richter
    vonDoris Richter
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Raus aus dem Auto und hinein in die öffentlichen Verkehrsmittel – dazu möchte der Landkreis München möglichst viele Menschen bewegen. Ein wichtiger Baustein sind Leihfahrräder. In den vergangenen Wochen wurden viele neue Radstationen im Landkreis eröffnet. Ein Überblick. 

Landkreis – Zusammen mit der Münchner Verkehrsgesellschaft, die ihre MVG-Mieträder schon seit 2015 recht erfolgreich in der Landeshauptstadt anbietet, will der Landkreis im Schulterschluss mit den Gemeinden das System auch hier etablieren. In den vergangenen Wochen wurden viele neue Radstationen im Landkreis eröffnet, zuletzt am Wochenende neun neue Stationen in Unterhaching. Am Montag nun durchtrennte Landrat Christoph Göbel (CSU) das rote Band für eine neue Station am Campeon in Neubiberg.

Start in Neubiberg

Trotz des mäßigen Wetters ließen sich einige interessierte Bürger den offiziellen Startschuss der ersten MVG-Rad Station in Neubiberg nicht entgehen. Die erste von insgesamt sieben. Die Gemeinde will neue Wege hinsichtlich ihrer Mobilität gehen, auch in Bezug auf Standorte wichtiger Unternehmen wie Intel und Infineon und der Bundeswehr Universität in Unterbiberg. Deshalb sind die Radstationen Lilienthalstraße, Universitätsstraße und Campeon in direkter Nähe zu den großen Konzernen. „30 Prozent unserer Mitarbeiter nutzen das Rad, um in die Arbeit zu kommen“,sagt Ralf Memmel, Sprecher der Betriebsleitung Campeon.

Laut Göbel soll vor allem Sinn der Räder sein, die „letzte Meile“ von S-Bahn oder U-Bahn Station zum Hauptzielpunkt zurückzulegen. Wichtig sei das vor allem für die zunehmenden Berufs- und Studiumspendler, die mit öffentlichen Verkehrmitteln aus der Stadt in den Landkreis fahren.

Aber auch in der Freizeit ist das MVG-Rad ein zuverlässiger Begleiter. Raus aus der S-Bahn und dann rauf aufs Fahrrad. Viele Münchner könnten mit dem Rad eine kleine Tour zum nächsten Biergarten machen und es danach ganz bequem an der nächsten Station abgeben, findet Neubibergs Bürgermeister Günter Heyland. Der größte Vorteil sei aber die Vernetzung von Stadt und Landkreis, die nur durch die Zusammenarbeit mit den Kommunen möglich sei.

162 neue Stationen

21 der 29 Landkreiskommunen werden künftig ihren Bürgern das MVG-Leihradsystem anbieten. 162 Stationen werden eingerichtet mit rund 1400 Fahrradständern und rund 1150 Leihrädern. Los ging es im Herbst vergangenes Jahr in Garching und Ismaning. Bis Mitte dieses Jahres sollen alle teilnehmenden Gemeinden und Kommunen an das Mietradnetz angeschlossen werden. 3,6 Millionen Euro kostet das Ganze – die Kosten für die Vorbereitung der Stationen und die Bauarbeiten nicht eingerechnet. Die zahlen die Gemeinden. 70 Prozent der Kosten, also etwas mehr als drei Millionen Euro, übernimmt das Bundesministerium für Umwelt und Naturschutz. Den Rest tragen Landkreis und Gemeinden zu gleichen Teilen. Ebenso die Betriebskosten. Die sind umso geringer, je mehr die Räder genutzt werden. Jetzt Station wird einzeln genau abgerechnet. Mindestens fünf Jahre lang müssen die Stationen gemäß den Förderrichtlinien des Bundes betrieben werden.

Die Entscheidung, wo eine Leihradstation aufgestellt wird und wie viele davon, entscheidet jede Gemeinde für sich, in Absprache mit dem Landkreis und der Münchner Verkehrsgesellschaft, die sich um den Betrieb des Systems kümmert. Gerade kleinere Gemeinden wie etwa Feldkirchen konzentrieren sich auf den Bahnhof. In größeren Gemeinden finden sich die Stationen zudem in der Ortsmitte, im Gewerbegebiet oder auch an beliebten Ausflugszielen wie am Poschinger Weiher, Schloss Schleißheim, an der Kugler Alm und bei der Pullacher Waldwirtschaft.

Für Preis nominiert

Konkrete Zahlen, wie gut die Leihräder genutzt werden, gibt es noch keine. Doch laut Landratsamt ist das Feedback durchweg positiv. Vor allem auf dem weitläufigen Garchinger TU Gelände werden die MVG-Räder rege genutzt.

Auch bundesweit sorgt der Ausbau für Resonanz: Eine Fachjury hat die landkreisweite Einführung des MVG Rads unter die neun besten Projekte zur Förderung des Radverkehrs 2019 gewählt. Initiatoren des Wettbewerbs sind das Bundesverkehrsministerium sowie die Arbeitsgemeinschaft fußgänger- und fahrradfreundlicher Städte, Gemeinden und Kreise in NRW. Preisverleihung ist am 13. Mai in Dresden.

So funktioniert das Ausleihen

Die App „MVG more“ ist der Schlüssel zum MVG Rad

Das Mietradsystem ist stationsbasiert. Bedeutet: Die Räder können nur an einer der Stationen ausgeliehen und zurückgegeben werden. Ausnahme: In Garching am Campus der Technischen Universität, wo man die Räder innerhalb eines definierten Gebiets an geeigneten Orten im öffentlichen Raum abstellen darf. Die App „MVG more“ ist der Schlüssel zum MVG Rad – sie bietet mittels Ortsplan und Ortung via GPS einen schnellen und aktuellen Überblick über verfügbare Räder in der Umgebung. Diese kann gratis im App Store oder im Google Play Store heruntergeladen werden. Nach einmaliger Registrierung können Kunden das Angebot sofort nutzen. Auf der Karte in der App kann man das gewünschte MVG Rad auswählen, indem man auf das Symbol klickt. Damit beginnt auch die Miete und man erhält einen PIN-Code in die App, den man dann in den Bordcomputer des Rads, der sich gut sichtbar auf dessen Rückseite befindet, eingibt. Damit öffnet sich automatisch das Schloss und man kann losradeln. Zwischendurch kann man das Rad auch parken (abschließen nicht vergessen!). Die Rückgabe ist an allen Stationen möglich: Einfach das Rad in die Halterung schieben, bis es einrastet. Die Minute in der Einzelnutzung kostet 8 Cent, Studierende und Kunden mit IsarCard-Abonnement der MVG zahlen den ermäßigten Preis von 5 Cent pro Minute. Das Jahrespaket gibt es für 48 Euro pro Jahr. Kunden mit IsarCard-Abonnement der MVG zahlen 36 Euro, Studierende nur zwölf Euro pro Jahr.

Laura Forster, Doris Richter

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