+
Hat vorerst ausgedient: Ein Warnschild bei Ottobrunn. 

Quarantänezonen werden aufgehoben

Die gute Nachricht zum Jahreswechsel: Der Laubholzbockkäfer ist weg

  • schließen

In wenigen Tagen beginnt nicht nur das neue Jahr, sondern für zahlreiche Gartenbesitzer vor allem in Ottobrunn, Neubiberg und Waldperlach auch eine neue Zeitrechnung.

Neubiberg/Ottobrunn– Zum 1. Januar 2020 wird die Quarantänezone aufgehoben, die die Bayerische Landesanstalt für Landwirtschaft (LfL) nach den Asiatischen Laubholzbockkäfer-Befällen von 2014 und 2015 verhängt hat.

Sie erstreckt sich über ein Gebiet vom südöstlichen Rand Münchens bis Hohenbrunn und vom Grenzgebiet Unterhachings bis nach Putzbrunn. Dann sind die Grundstückseigentümer, auf denen mögliche Wirtspflanzen des Baumschädlings stehen, nicht mehr dazu verpflichtet, ihren Baumbestand regelmäßig zu kontrollieren. Dann müssen Bürger, die spezifische Pflanzen oder Holz aus dem Quarantänegebiet transportieren wollen, nicht erst eine Genehmigung der Behörde einholen. Dann können Gartler auf ihrem Grund wieder alles pflanzen, was sie wollen. Voraussetzung dafür ist allerdings, dass sich bis Jahresende keine Spur mehr vom Bäume vernichtenden Insekt aus Asien findet.

Bei Kontrollen keine weiteren Funde gemacht

Die Chancen dafür stehen gut: In den vergangenen Monaten haben die Experten vom LfL das Quarantänegebiet noch einmal gründlich nach dem nur wenige Zentimeter großen Käfer abgesucht, wegen dem hunderte Bäume beziehungsweise Laubgehölze gefällt werden mussten. Ende Oktober wurde das sogenannte Kronenmonitoring abgeschlossen, bei dem Experten auf Bäume klettern und die Kronen unter die Lupe nehmen. Die frohe Botschaft: „Es gab keine weiteren Funde“, sagt LfL-Pressereferentin Elke Zahner-Meike. Die Pheromonfallen, die durch spezielle Düfte die Insekten anlocken sollen, seien schon seit Längerem abgebaut, da die Flugzeit der Käfer vorbei sei. Aufgestellte Fangbäume, die eine ähnliche Funktion hätten, würden demnächst entfernt. Auch alle anderen Untersuchungen hätten keinen Hinweis, auf einen weiteren Schädlingsbefall in dem Gebiet ergeben.

Große Infoveranstaltung am 22. Januar

Bleibt das so, läuft die Allgemeinverfügung über die Quarantänezone, zum 31. Dezember 2019 offiziell aus. Am Mittwoch, 22. Januar, lädt die Landesanstalt für Landwirtschaft um 19 Uhr die Bürger der betroffenen Kommunen zu einer Informationsveranstaltung zum Ende der Quarantänezone ins Leiberheim nach Waldperlach ein. „Es soll einen Rückblick auf die vergangenen Jahre geben und wir informieren über den aktuellen Stand der Dinge“, sagt Zahner-Meike. Zudem wolle man die Bürger an diesem Abend aber auch dafür sensibilisieren, dass sie weiterhin die Augen offen halten sollen.

Rückkehr des Schädlings nicht ausgeschlossen

Denn auch wenn der Asiatische Laubholzbockkäfer in Neubiberg und Umgebung erst einmal Geschichte ist, eine Rückkehr des Schädlings kann nicht ausgeschlossen werden. So wird in einer anderen Landkreis-Kommune vorerst weiter gebangt: Auch ein Gebiet rund um Feldkirchen steht seit Jahren unter Quarantäne. Zuletzt gab es Larven-Funde im Sommer 2016 in München-Riem. Seitdem ist Ruhe, wie Zahner-Meike bestätigt. Bleibt das so, kann die Quarantänezone Ende 2020 aufgehoben werden.

Zonenschilder kommen nach Miesbach

In Waldperlach, Neubiberg und Ottobrunn sollen die Zonenschilder und die Info-Schaukästen zum Käfer-Befall in den kommenden Wochen nach und nach abgebaut werden. Sie werden gleich in einem neuen Einsatzgebiet benötigt: Denn heuer im August hat der Baumschädling in der Stadt Miesbach zugeschlagen. Seit Mitte November steht deshalb Teile des Stadtgebietes sowie der Gemeinden Irschenberg und Hausham unter Quarantäne.

Auch interessant

Meistgelesene Artikel

Autofahrer kurvt durch Feuerwehr-Absperrung - mit Folgen
An einer Unfallstelle an der Auffahrt zuu A94 bei Feldkirchen hat sich ein Münchner (62) mit seinem Wagen durch die Absperrung der Freiwilligen Feuerwehr gedrängelt - …
Autofahrer kurvt durch Feuerwehr-Absperrung - mit Folgen
Chemiekonzern will zwei Hektar Land in Pullach versiegeln - und erklärt die Gründe
Trotz Bauchschmerzen der Gemeinde will das Chemieunternehmen United Initiators in Pullach knapp zwei Hektar Land für Lagerflächen versiegeln. Ein Gewinn für alle, …
Chemiekonzern will zwei Hektar Land in Pullach versiegeln - und erklärt die Gründe
Die Sonne gepachtet
Anstelle ihres Altbaus hat Familie Pauly in Unterschleißheim ein Einfamilienhaus mit moderner Haustechnik errichtet. Das hat die Nebenkosten enorm gesenkt und den …
Die Sonne gepachtet
Wenig Angriffslust auf dem Podium: Das planen die Bürgermeisterkandidaten
Gleich sechs Kandidaten wollen in Garching bei der Kommunalwahl 2020 Bürgermeister werden. Bei einer Podiumsdiskussion standen sie nun den Wählern Rede und Antwort.
Wenig Angriffslust auf dem Podium: Das planen die Bürgermeisterkandidaten

Kommentare