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Rüdiger Berger stellt ein Biotop-Projekt in Ottobrunn vor. 

Immer weniger wollen sich engagieren

Naturschutzverein steht vor dem Aus

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Dem Verein „Natur und Umwelt Südost“ droht die Auflösung. Er findet schlicht keine neuen Mitglieder. Lediglich eine Handvoll Ehrenamtlicher ist noch aktiv – alle gehören dem Vorstand an. Vorsitzender Rüdiger Berger ist verzweifelt.

NeubibergEs gibt kein einziges junges Mitglied in dem Verein mit Sitz in Neubiberg. „Ich gehöre zu den Jüngsten“, sagt Vorsitzender Rüdiger Berger. Er ist 74 Jahre alt. „Wenn ich mal ausfallen sollte, gibt es niemanden, der sich aufdrängt, das Amt zu übernehmen“, weiß der Neubiberger, der seit 2001 Vorsitzender ist.

Es sei schade, wenn diese Plattform verloren ginge. „Umweltschutz ist nötiger denn je“, sagt Berger. Der Verein biete die Möglichkeit, bei umweltrelevanten Themen Einfluss auf die Gemeinden zu nehmen oder mit Vorschlägen an die Kommunen heranzutreten. Bei Gemeindeverwaltungen, dem Landratsamt und der Unteren Naturschutzbehörde sei der Verein bekannt. Er ist aktives Mitglied im Landschaftspflegeverband. „Die Meinungen des Vereins werden gehört und berücksichtigt“, betont der Vorsitzende.

Gegründet im Jahr 1973

„Natur und Umwelt Südost“ gründeten umweltbewusste Bürger als überparteilichen Zusammenschluss im Jahr 1973, um den Bahnhofswald am Neubiberger Bahnhof vor der Rodung zu bewahren. So wollte Ottobrunn auf seinem Teil des Waldes den Friedhof bauen, auch die Gemeinde Neubiberg hatte Pläne für ihren Bereich. Die Vorhaben wurden verhindert – der Ottobrunner Friedhof beispielsweise entstand stattdessen am Haidgraben. „Der Wald steht heute noch“, sagt Berger.

Viele Projekte verwirklicht

Seit der Gründung haben die Ehrenamtlichen diverse Projekte verwirklicht. „Es wurden Hecken, Sträucher und Bäume in verschiedenen Gemeinden gepflanzt, um Insekten und Vögeln Lebensraum zu geben“, berichtet Berger. Einiges davon liegt Jahre zurück, ist aber heute noch sichtbar: Am Bahnhof Hohenbrunn, bis 1987 eine „reine Asphaltwüste“, wurden Bäume gepflanzt. Beim Ausbau und der Verbreiterung der B 471 mussten Alleebäume westlich von Hohenbrunn gerodet werden. Auf Drängen des Vereins pflanzte das Straßenbauamt 1983 beiderseits der Straße Bäume und eine Hecke, die im Laufe der Jahre hoch und dicht gewachsen sind.

Derzeit kümmert sich der Verein um die Pflege von Biotopen: Das 1986 angelegte Teichbiotop Fischergrube in Brunnthal sowie das Wechselkrötenbiotop in Ottobrunn, südlich des Friedhofs. Der Verein hat es 2002 angelegt. „Ohne Pflege würden die Teiche zuwachsen und schließlich verlanden. Außerdem muss die Umgebung freigehalten werden, damit die Biotope genügend Sonnenlicht erhalten“, erläutert Berger. Das sei Voraussetzung für das Gedeihen der dort lebenden Amphibien.

Arbeit bleibt an ein paar Wenigen hängen

55 Mitglieder hat der Verein, über 70 waren es noch vor ein paar Jahren. Dieser Mitgliederschwund ist schnell erklärt: „Sie sind verstorben“, sagt der Vorsitzende. An sich wäre die derzeitige Vereinsstärke gar nicht so schlecht – wenn nur nicht die Arbeit an ein paar wenigen Menschen hängen bliebe. Dass sich immer dieselben engagierten, sei ein Problem, dass auch andere Verein betreffe, sagt Berger. Wenn sich nichts ändert, würde das für „Natur und Umwelt Südost“ aufgrund des Alters der Aktiven bedeuten: „Die, die bisher die Arbeiten und die Verwaltung des Vereins erledigen, werden für die Posten nicht mehr lange zur Verfügung stehen.“

Mitglieder gesucht

Der Vorsitzende appelliert an Bürger aus dem südöstlichen Landkreis, sich im Verein zu engagieren. „Schon mit geringem Zeitaufwand könnten einzelne Aufgaben übernommen werden.“ Weitere Infos bei Rüdiger Berger unter Tel. 089/6 01 56 11 oder im Internet unter www.naturundumweldsuedost.de.

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