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Rund um die neuen Häuser in Neubiberg herrscht noch Baustellenatmoshpäre.

Bundeswehr-Universität in Neubiberg

Neue Uni-Wohnkaserne könnte Vorbild für ganze Bundeswehr sein

  • Sebastian Schuch
    VonSebastian Schuch
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In der Bundeswehr-Uni in Neubiberg wurden fünf neue Wohnkasernen eingeweiht. Sie könnten Vorbild für das Heer in ganz Deutschland sein.

Neubiberg – Fünf neue Gebäude bieten auf dem Campus der Bundeswehr-Universität in Neubiberg Platz für 180 Studenten. Nach nur 22 Monaten Planungs- und Bauzeit wurden sie nun eingeweiht. Die Bauweise der Häuser könnte Vorbild für alle Bundeswehrstandorte in Deutschland sein.

Kompakt, funktionell und modern: Die fünf neuen Häuser stechen heraus. Sie sind einzigartig. Nicht nur auf dem Campus, sondern bezogen auf alle Bundeswehr-Standorten in Deutschland. Diese Modulbauweise gab es so bislang nicht beim Heer. Die Stahlgerüste wurden in einem Stück angeliefert, Wände und Decken waren bereits vorgegeben. Die fünf Häuser sind identisch aufgebaut. Bayern Bauministerin Ilse Aigner zeigte sich begeistert von den neuen Unterkünften und dem Modulbaukonzept: „Hier in Neubiberg steht ein Vorbild für weitere Bauten.“

Nur 22 Monate dauerte die Umsetzung. Vergleichbare Projekte benötigen normalerweise etwa 77 Monate – rund sechseinhalb Jahre. Das rekordverdächtige Tempo beeindrucke sie, sagte Aigner. So schnell funktionieren konnte das 16-Millionen-Euro-Projekt nur dank einer engen Zusammenarbeit der beteiligten Behörden und einem Bürokratieabbau in der Planungsphase. Außerdem gab es eine sogenannte funktionale Ausschreibung. Dabei sind die Rahmenbedingungen wie Zahl und Größe der Zimmer bereits vorgeschrieben, das spart Zeit. Aigner kann sich sogar vorstellen, die Neubiberger Häsuer von der Planung über die Bauweise als Vorbild für andere Bundeswehrstandorte in ganz Deutschland heranzuziehen.

Merith Niehuss, Präsidentin der Bundeswehr-Uni in Neubiberg, hofft, dass die rund 1000 weiteren geplanten Zimmer auf dem Campus ebenfalls als Modulbauten errichtet werden. Schließlich gibt es die Pläne jetzt schon. Wobei der Bau für die Präsidentin nur elf Monate gedauert habe. Denn im Oktober 2017 rollten die ersten Bagger an und jetzt können die neuen Appartements bereits bezogen werden.

Bundeswehr-Uni in Neubiberg mit wegweisender Zimmer-Ausstattung

Die 13,5 Quadratmeter großen Studenten-Zimmer sind ebenfalls wegweisend für die Bundeswehr. Denn sie haben ein eigenes Bad. Das gab es bislang nicht beim Heer. Stichwort Sammelsanitäranlagen. Eine „Einzelunterkunft mit Duschbad“, wie der neue Standard der Bundeswehr offiziell heißt, gab es bislang nur in Ausnahmefällen. Neubiberg ist deutschlandweit einer der ersten Standorte mit dem neuen Standard.

Ein Blick in die neuen Unterkünfte.

„Wichtig ist, dass die Studenten einen Schreibtisch, ein Bett und ein Dach über dem Kopf haben“, sagte Niehuss zu den neuen Zimmern. Bett und Schreibtisch stehen in jedem der 180 Zimmer. Dazu ein Schrank, eine Kommode und ein Fernseher. Quasi alles, was die Studenten brauchen. Gleichzeitig hat man trotz nur 13,5 Quadratmetern nicht das Gefühl, von den Wänden erdrückt zu werden. Aigner zeigt sich richtig begeistert: Die Zimmer seien Vorreiter mit „Pionierausstattung“.

Theoretisch können die Studenten ihre Zimmer schon beziehen, ein Teil wird sich aber noch ein paar Tage gedulden müssen. Denn es fehlen teilweise die Verbindungswege zu den Eingängen. Diese werden noch bis zum Trimesterstart im Oktober verlegt. Spätestens im Spätherbst soll dann auch die Grünanlage rundherum fertig sein.

Die symbolische Schlüsselübergabe für den Wohnkomplex an die Bundeswehr-Universität mit (v.l.) Barbara Wießalla (Abteilungsleiterin im Verteidigungsministerium), Florian Silberhorn (Parlamentarischer Staatssekretär des Verteidigungsministeriums), Bundeswehr-Uni-Präsidentin Merith Niehuss, Bauministerin Ilse Aigner und Andrea Rieger (Abteilungsleiterin in der Bundesanstalt für Immobilienaufgaben).

Mit den neuen Häusern ist die Erweiterung auf dem Campus noch nicht abgeschlossen. Bis zu 1000 zusätzliche Zimmer sind bereits in Planung, alleine 660 für den neuen Studiengang Cybersicherheit. Insgesamt sind für Neubauten und Renovierungen in den nächsten Jahren 250 Millionen Euro eingeplant. Und wer weiß: Vielleicht wären Modulbauten eine Möglichkeit, dem wachsenden Wohnungsdruck im Landkreis entgegenzutreten.

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