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Er will begleiten und auch junge Menschen wieder für die Kirche begeistern: Pfarrer Stefan Füger

Neuer Leiter des Pfarrverbands Neubiberg-Waldperlach

Pfarrer will das Miteinander wieder stärken

Neubiberg - Pfarrer Stefan Füger ist in diesen Tagen bereits mitten drin in seiner neuen Glaubensgemeinde. Zum 1. September hatte der 57-Jährige die Leitung des katholischen Pfarrverbandes Neubiberg-Waldperlach übernommen. Die Seelsorge ist ihm besonders wichtig.

„Am Anfang muss man sich alt erst einmal einen intensiven Einblick verschaffen“, erzählt der gebürtige Mühldorfer Stefan Füger mit einem optimistischen Lächeln. „Das Drumherum mit dem Einzug habe ich aber schon vor meinem Urlaub im Juli erledigt.“ Derzeit eilt er zwischen seinen künftigen Kirchen – der Rosenkranzkönigin in Neubiberg und St. Bruder Klaus in Waldperlach – von einem Termin zum nächsten. „Ich bin von dem tollen Mitarbeiterstab hier und durch intensive Gespräche mit den sehr engagiert arbeitenden Gremien schon ziemlich gut informiert“, sagt Füger. 8500 Gläubige gehören dem Pfarrverband an. An diesem Abend steht die erste Heilige Messe an. „Das Thema habe ich noch gar nicht erarbeitet“, verrät der Pfarrer. „Das ist bei mir ein Entstehungsprozess während einer ganzen Woche.“ Obwohl derzeit noch das ein oder andere Möbelstück zu rangieren ist, seine Glaubensgrundsätze verrückt Stefan Füger nicht. „Die Sorge um die Seele der Menschen ist mir besonders wichtig. Sowie die Begegnung mit dem Einzelnen“, setzt er klare seelsorgerische Schwerpunkte.

Genau wie in seinen früheren Stationen in Pullach oder zuletzt in Miesbach möchte der 1987 zum Priester Geweihte die Fragen nach „Wer ist Gott – Wer ist Jesus Christus“ verdeutlichen. „Ich sehe da Bedarf, weil die Bibel zwar Grundlage des christlichen Glaubens, aber bei vielen Menschen als Werk auch sehr unbekannt ist.“ Füger schließt im Gespräch die Augen, denkt konzentriert nach. „Die Heilige Schrift ist Fundament und Leuchte“, betont er. Die Wege in seiner neuen Gemeinde will er damit nicht nur erhellen. „Ich will den Menschen auch Begleitung bieten, die Sakramente mit Bedacht pflegen.“ Strukturiert und durchdacht wirkt er ohnehin. Pfarrer Füger selbst hat sich ausführlich Zeit genommen, seinen Glauben zu verinnerlichen. Durchaus ungewöhnlich etwa geriet sein Schritt, in der elften Klasse des Gymnasiums in Mühldorf am Inn aus dem Religionsunterricht aus- und in den Ethikunterricht einzutreten. „Das war für mich ein Glücksfall“, betont er. „In Ethikunterricht las man die Bibel - und ich fand dadurch zu einer bewussten Entscheidung zum Glauben“, fährt er mit Nachklang fort.

Neben dem Vermittler der reinen Lehre und ihrer Verkündung ist Stefan Füger vor allem auch ein Mensch mit viel Zeitbezug. Das Flüchtlingsthema bewegt den Kirchenmann. „Eine grundsätzliche und tragfähige Perspektive für die Zukunft kann nur entstehen, wenn endlich die Ursachen der Flucht beseitigt werden“, fordert er weit mehr Engagement der Kräfte in den Welt-Krisengebieten selbst. Der Kirchenmann weiß, wovon er spricht. Schließlich ist Stefan Flüger in Waldkraiburg aufgewachsen. Einer Stadt, die nach dem Zweiten Weltkrieg von Heimatvertriebenen gegründet worden war. „Auch meine Eltern teilten dieses Schicksal“, unterstreicht er.

Er selbst war für seine Sache auch umfangreich auf Wanderschaft. Nach dem Theologiestudium an der LMU München und dem Priesterseminar in Garmisch verbrachte er seine Jahre als Kaplan nach der Priesterweihe in Landshut und Traunreut. Als Subregens wechselte er 1991 bis 1993 ans Priesterseminar in München. Seine erste Pfarrstelle folgte ab 1993 in Buch am Erlbach. Es folgten die Stationen in Pullach und seit 2012 in Miesbach. „Jetzt freue ich mich auf die neue Aufgabe und Herausforderung in Neubiberg und Waldperlach mit städtischen und ländlichen Strukturen. Das wird sehr spannend.“ Vor allem der Nachwuchs an Gläubigen liegt Pfarrer Füger am Herzen. „Es kommen leider immer weniger Kinder in die Gottesdienste, weil zunehmend halt auch deren Eltern fernbleiben“, bedauert der Pfarrer. Er freue sich gerade auf sein Wirken mit den jungen Menschen.

Es gelte insgesamt, einen regen Dialog mit allen in der Gemeinde anzukurbeln. Er will „eine Gemeinde der Gläubigen zusammenwachsen lassen“. Ein schlüssiges Rezept des begeisterten Hobby-Kochs und Gärtners ist dies ganz sicher. Aber mit einer sensiblen und feinsinnigen Vorausschau bei der Wahl der richtigen Zutaten unbedingt zu vermengen. Gut, dass Pfarrer Stefan Flüger deshalb schon während dieser ersten Tage im neuen Amt mitten in seiner Gemeinde angekommen ist. 

Harald Hettich

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