Weder im Zeit-, noch im Kostenplan ist die Sanierung des Hauses für Weiterbildung in Neubiberg. Jetzt soll ein externer Bausachverständiger den Fall überprüfen.
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Weder im Zeit-, noch im Kostenplan ist die Sanierung des Hauses für Weiterbildung in Neubiberg. Jetzt soll ein externer Bausachverständiger den Fall überprüfen.

Neubiberg will Kostenexplosion bei Sanierung des Hauses für Weiterbildung so nicht hinnehmen

Sachverständiger soll Bau-Fiasko untersuchen

  • vonHarald Hettich
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Kosten- und Zeitplan bei der Sanierung des Hauses für Weiterbildung in Neubiberg laufen aus dem Ruder. Jetzt soll ein Experte das Bau-Fiasko unter die Lupe nehmen. Das hat der Haupt- und Finanzausschuss entschieden.

Auf rund 1,6 Millionen Euro belaufen sich die zu erwartenden Mehrkosten bei der Sanierung und energetischen Ertüchtigung des Hauses für Weiterbildung (HfW) in Neubiberg – inklusive einer satten Verspätung bei der Fertigstellung. Der Haupt- und Finanzausschuss will nun einen externen Bausachverständigen engagieren, der nach den Gründen suchen soll. Das Gremium hat sich dabei einstimmig dafür ausgesprochen, die Ausgaben dafür auf maximal 20 000 Euro zu deckeln.

Wie die Gemeindeverwaltung in der Sitzungsvorlage feststellt, dauern die Maßnahmen bis heute an. Eigentlich hätte das gesamte Sanierungspaket bis Ende 2020 abgearbeitet sein sollen. „Es kam zu Bauzeitenunterbrechungen und -verschiebungen. Alle Bauzeitenpläne mussten mehrfach angepasst und ergänzt werden“, heißt es weiter. Den Schlusssatz kann man sich fast denken: „Kostenmehrungen waren die Folge.“ Das diese nun so eklatant ausfallen und die 2017 noch auf 4,6 Millionen Euro hochgerechnete Summe auf inzwischen prognostizierte 6,2 Millionen anwachsen ließ, bereitet den Gemeinderatsmitgliedern durchaus Bauchschmerzen.

Logische Konsequenz: Im Rathaus will man nun überprüfen lassen, wie es zu dem Fiasko gekommen ist. Gegebenenfalls soll der Rechtsbeistand der Gemeinde „eventuelle Regressansprüche prüfen“. Damit verbunden ist wohl die Hoffnung, dass die Gemeinde über diesen Weg nicht auf allen Mehrkosten sitzen bleibt. Zumal mit der Sanierung und Erweiterung des Rathauses, das nach langen Diskussionen noch in der alten Ratsägide längst noch nicht in allen Details festgezurrt ist, gleich der nächste Kostenbrocken lauert und bei noch längerer Planungsdauer auch jüngst vereinbarte, mühsam erarbeitete Einsparpotentiale gefährden könnte.

Bürgermeister Thomas Pardeller (CSU) hatte jedenfalls beim Blick vom Langzeit-Interims-Tagungsort Grundschulaula über den Rathausplatz hinweg auf das gegenüber liegende HfW die Umstände treffend zusammengefasst: „Das Gebäude ist modern und kann sich sehen lassen“, so der Ratschef. „Aber die Mehrkosten können sich nicht sehen lassen“. Zeitweise Baustellenstillstände in der Pandemie, eklatante Verzögerungen einzelner Gewerke und diverse Pannen sorgten dafür, dass bereits jetzt vor Abschluss der Kostenpuffer vollends aufgebraucht ist.

Im Ausschuss herrschte Einigkeit, dass einzelne Projektabläufe noch einmal genauestens geprüft werden müssten. Viel Arbeit für die Verwaltung, die nun die umfangreichen Pläne und Unterlagen für den neuen Bausachverständigen vorbereiten muss. Der Fachmann selbst ist dann gefragt, mögliche regressfähige Fehler zu finden, welche die Gemeinde kostentechnisch entlasten könnten. Ein anspruchsvolles Vorhaben – aber hier immerhin mit Kostendeckel.

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