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Feuchtfröhlich mal anders als sonst: die Seniorenschwimmgruppe der AWO Neubiberg auf der Wiesn.

Ende nach 42 Jahren

Schwimmgruppe ohne Becken

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Es ist jammerschade, lässt sich aber leider nicht ändern: Nach 42 Jahren wird in Neubiberg die Seniorenschwimmgruppe der AWO jetzt aufgelöst.

Neubiberg – Als Christel Schröder 1975 für die AWO Neubiberg einen Altenclub gründen sollte, lehnte sie entschieden ab: „Die Senioren meist bei Kaffee und Kuchen zu bewirten, das wäre mir zu blöd.“ Und so kam Christel Schröder, die kürzlich im Alter von 87 Jahren verstorben ist und mehr als drei Jahrzehnte lang AWO-Ortsvorsitzende in Neubiberg war, eine andere Idee. Nämlich die einer Seniorenschwimmgruppe. Zusammen mit der VHS kreierte die AWO ein „aktives Seniorenangebot“.

„Damals war das sehr innovativ, eine ziemlich einzigartige Veranstaltung“, erinnert sich Hans Kopp, der 2008 von Christel Schröder den Ortsvorsitz übernahm, an die Anfänge vor 42 Jahren. Woche für Woche trafen sich schwimmbegeisterte Senioren im Horst Salzmann Zentrum in Neuperlach. Als es dort im Zuge einer Modernisierung kein Schwimmbecken mehr gab, zog die Gruppe um ins Zentrum des AWO-Kreisverbands beim Münchner Ostbahnhof. Jetzt wird das Gebäude in der Gravelottestraße ebenfalls generalsaniert – für ein Schwimmbecken ist danach kein Platz mehr.

Eine Schwimmgruppe ohne Becken: Das ist nun das Ende, nach 42 Jahren. Die Überlegung, sich im Phönixbad in Ottobrunn zu treffen, hat die zuletzt von Angelika Imbery geleitete Schwimmgruppe verworfen: Nach so langer Zeit „unter sich“ wolle man sich einen Ortswechsel in ein öffentliches Schwimmbad nicht mehr antun.

Ein wenig traurig wirkten die Mitglieder der Seniorenschwimmgruppe schon beim AWO-Wiesnausflug neulich. Zumal zwei Tage zuvor Christel Schröder, jahrzehntelang der Motor des Ortsverbands und auch der Schwimmgruppe, gestorben war.

Rund 20 Schwimmerinnen haben in zwei Gruppe jede Woche im warmen Nass ihre Kreise gezogen und ihre Glieder gestreckt. „In der Summe müssten einige Atlantiküberquerungen zusammengekommen sein“, rechnet Hans Kopp hoch. Auch wenn oft mehr die Schwimmgymnastik im Vordergrund stand als das Bahnenziehen.

Die Begeisterung war jedenfalls 42 Jahre lang riesig. In der Festschrift zum 40-jährigen Bestehen der AWO Neubiberg hat 2014 Heike Gasior, eine der Seniorenschwimmerinnen, über „das Geheimnis der Senioren-Wassergymnastik“ geschrieben. Sie schwärmte von der wohltuenden Wärme im nur brusthohen Bewegungsbad, vom „Meerblick“ auf der Breitwandfototapete. Und vom Zusammenhalt der Gruppe: „Das fröhliche Geschnatter und Geplansche in der vertrauten Runde ist eine Wohltat für Herz und Seele.“ Vor allem aber habe Christel Schröder mit ihrem „Hopp-hopp“ und „weiter-weiter“ unermüdlich die Neubiberger Senioren in Schwung gehalten. In einer Dankeskarte an die langjährige AWO-Ortschefin haben Schwimmerinnen einmal geschrieben: „So alt können wir gar nicht werden, um nicht mit Freude und Elan an den Schwimm- und Gymnastikstunden teilzunehmen.“ Hans Kopp findet: „Für ihre Gesamtleistung hätte Christel Schröder ein Preis in Sachen Gesundheitsprävention zugestanden.“

Nun also verschwindet das geliebte Bad. Und damit endet, was Christel Schröder vor 42 Jahren begonnen hatte: das wöchentliche Seniorenschwimmen. Die AWO-Ehrenvorsitzende wird übrigens in ihrer Geburtsstadt Hamburg beigesetzt, aber am Freitag, 6. Oktober, findet um 10 Uhr auf dem Neubiberger Friedhof eine Trauerfeier für die Verstorbene statt. Nicht nur den Schwimmerinnen wird Christel Schröder für immer unvergessen bleiben.

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