Das Neubiberger Rathaus ganz unverbaut.
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Das Neubiberger Rathaus ganz unverbaut.

Rat stimmt zu

„Sparen kann nur, wer weniger baut“: 26-Millionen-Euro-Debatte ums „Bürgerzentrum 2022“

  • vonHarald Hettich
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Das Projekt „Bürgerzentrum 2022“ in Neubiberg wird ein bisschen teurer insgesamt, aber dafür ein bisschen billiger im Keller. 

NeubibergTeuer wird es, aber die klare Mehrheit des Neubiberger Gemeinderates steht hinter dem ehrgeizigen Projekt „Bürgerzentrum 2022“. Nachdem sich der zuständige Sonderausschuss jüngst mit haudünnen 6:5 Stimmen noch schwer getan hatte mit dem weiteren Absegnen der wohl bislang bedeutendsten Neubiberger Baustelle, erteilte der Gemeinderat in relativer Deutlichkeit von 16:6 Stimmen sein Placet.

Bekanntlich wird diegeplante Sanierung des alten Rathauses samt Neubau im östlichen Anschluss voraussichtlich gut 26 Millionen kosten (wir berichteten). Während die Freien Wähler um Bürgermeister Günter Heyland sowie die SPD im Gemeinderat den weiteren Fortgang geschlossen befürworteten, zeigten sich CSU und Grüne gespalten. In beiden Fraktionen gab es sowohl Befürworter als auch Gegner.

Sparen bei der Tiefgarage

Einsparpotentiale könnten sich bei der Tiefgarage ergeben. Vor allem der gemeindliche Finanzreferent Hartmut Lilge (CSU) kritisierte das Vorhaben erneut „als zu teuer für die Gemeinde“ – mit Blick auf große (finanzielle) Herausforderungen von der Untertunnelung der S-Bahn über das neue Seniorenzentrum bis zu einer aus seiner Sicht dringend gebotenen Sanierung des Sportzentrums.

Bürgermeister-Kandidat Thomas Pardeller (CSU) verwies auf die angesichts des Kostenpuffers von 30 Prozent nach wie vor nach oben offene Kostenschraube. Auch der Bürgermeister-Kandidat der Grünen, Kilian Körner, mochte sich weiter nicht mit dem Projektumfang anfreunden. Zu ungünstig sei das Verhältnis zwischen der Bruttogeschossfläche und der tatsächlichen Nutzfläche des geplanten, neuen Rathauses.

Kostensteigerung: Fünf, nicht 30 Prozent

Die erneut anwesenden Fachplaner und Projektsteuerer verwahrten sich aber gegen den Vorwurf einer nicht nachhaltigen Planung. „Viel wirtschaftlicher geht es doch gar nicht“, unterstich Architekt und Wettbewerbssieger Jan Spreen. Angesichts der in der Vorplanung erweiterten Raumbedarfe für eine künftig deutlich wachsende Neubiberger Verwaltung (wir berichteten) seien auch die Kosten nachvollziehbar. „Wirklich sparen kann man nur, wenn man weniger baut“, rief Spreen den Räten zu. Rückenwind bekam der Planer auch vom Projektsteuerer Jan-Willem Stein. „Die 26 Millionen Euro entsprechen der Marktsituation und Hochrechnungen vergleichbarer Projekte“, so der von der Gemeinde eingesetzte Maßnahmenbetreuer. Stein hatte zudem für die Räte Hoffnung im Gepäck. Der Kostenpuffer von 30 Prozent werde wohl „nicht ausgeschöpft werden müssen“. Die Rede ist stattdessen von fünf Prozent Baukostensteigerung.

Bei der neuen Tiefgarage soll es im Preis gar noch runter gehen. Durch sogenannte Schlitzschächte kann aus Expertensicht die teure mechanische Lüftung eingespart werden – und damit rund 1,3 Millionen Euro. Während der anstehenden Sommerpause sollen weitere Kosteneinsparungspotentiale geprüft werden. Es dürfte ein heißer Neubiberger Planungsherbst anstehen. 

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