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Schnell zum Auto: Neubiberg startet Pilotprojekt mit dem Autovermieter Sixt

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Von: Harald Hettich

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Der Autovermieter Sixt wird in Neubiberg aktiv.
Der Autovermieter Sixt wird in Neubiberg aktiv. © dpa

Gräfelfing und Unterhaching sind beim Carsharing schon durchgestartet. Nun will auch die Gemeinde Neubiberg mitziehen. „Free-Floating“ nennt sich das Konzept, bei dem die Ausleihe unabhängig von Stationen erfolgt.

Neubiberg – Fahrzeug ausleihen und Fahrzeug wieder abstellen – so lautet das Motto, das im Gemeindegebiet greifen soll. Nach dem Modellprojekt „Immermobil“, bei dem der Fahrzeugverleih über einen Stellplatz am Bahnhof abgewickelt wird, und dem stationsunabhängigen „Sharenow“ in Unterbiberg hat der Gemeinderat jetzt mit der Firma Sixt ein das Free-Floating Pilotprojekt auf den Weg gebracht. Zunächst ist eine sechsmonatige Probephase verabredet.

Keine direkte Busverbindung

Man kann das Auto zum Beispiel in Neubiberg ausleihen und in Unterbiberg wieder abstellen. Interessant schon vor dem Hintergrund, dass es zwischen den beiden Gemeindeteilen keine direkte Busverbindung gibt.

Per App wird gebucht. Zwischen einer Minute für den Blitztransfer bis hin zu 27 Tagen Ausleihe ist alles möglich. Aus versicherungstechnischen Gründen ist eine Leihe ab einem Alter von 21 Jahren möglich. Während das Unternehmen die Logistik und die Abläufe stemmt, beteiligt sich die Gemeinde finanziell. Auch an möglichen Umsatzeinbußen. Allerdings ist die Höhe der Zuzahlung auf höchstens 7500 Euro pro Monat festgezurrt. Zudem sagte die Gemeinde zu, für den nahezu ungehinderten Share-Verkehr auch örtlich geltende Parkbeschränkungen aufzuheben.

Monopolstellung?

Es gab aber auch Bedenken. Einige Gemeinderäte sahen eine Monopolstellung für den Vermieter Sixt. Andere stellten die Kostenbeteiligung der Kommune infrage. Am Ende schaltete die Ampel zumindest für eine Probephase auf Grün. Punkten konnte das Unternehmen bei der Vorstellung im Rat durch den Umstand, dass zunächst bereits zwei der auf anfangs sechs Fahrzeuge ausgelegten Flotte im E-Mobil-Modus unterwegs sein sollen.

Parkdruck soll gemindert werden

Befürworter des Projektes mit Bürgermeister Thomas Pardeller (CSU) an der Spitze erhoffen sich neben dem „E-Faktor“ auch eine Reduzierung des innerörtlichen Parkdrucks. „Wir wollen die Kunden dazu bringen, sich kein zweites Auto zu kaufen und stattdessen auf unser Car-Sharing-Modell zu setzen“, sagte Christina Ott von Sixt bei der Präsentation. Der Bürgermeister fügte an: Es gelte, „zukunftsweisende Formen der Mobilität zu etablieren.“

Kritisch merkte Reiner Höcherl (FW N@U) an, es stimme „bedenklich“, dass man der Initiative Immermobil gemeindliche Zuschussleistungen nicht gewährt habe und jetzt bei Sixt finanziell in die Bresche springe. Auch Tobias Thalhammer (CSU) verfolgte einen kritischen Ansatz. Es gelte, „um eine Monopolstellung zu verhindern, das Angebot auch auf andere Unternehmen auszuweiten“.

Bauchschmerzen wegen finanzieller Beteiligung

Bei den Grünen sah man positive Aspekte, aber schon auch negative. „Als echte Alternative zum eigenen Auto“ konnte Fraktionssprecherin Lucia Kott dem Projekt „einen echten Umweltaspekt“ abgewinnen. Auf Kritik stieß bei ihr und anderen die finanzielle Beteiligung der Gemeinde Neubiberg. „Bauchschmerzen“ hatte hier auch Volker Buck (SPD) angesichts einer möglichen Summe von bis zu 45 000 Euro für ein halbes Jahr.

Für das Unternehmen sei diese Aufsplittung des Risikos „alternativlos“, erklärte Sixt-Vertreterin Christina Ott. Zudem seien in Gräfelfing auch während der Startphase „nie mehr als 2000 bis 3000 Euro“ für die Gemeinde angefallen. Am Ende stand der Gemeinderat mit einem 14:8-Votum einer Probephase mehrheitlich aufgeschlossen gegenüber.

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