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Um diesen Bereich geht es: Neubibergs Bürgermeister Günter Heyland zeigt auf einer Karte das Areal, für das ein „Strukturkonzept Hachinger Tal“ als Idee – nicht Planung – im Raum steht.

Kritik an den Grünen

Frischluft in Gefahr? Neubibergs Bürgermeister spricht von „Feindbildern und Legendenbildung“

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Es ist ein länger schwelendes Reizthema: die Luftschneise, die angeblich durch Bauplanungen von Neubiberg in Gefahr ist. Über 1600 Unterstützer-Unterschriften hat die Bürgerinitiative „Frischluftzufuhr für München gesammelt“. Neubibergs Bürgermeister spricht von haltlosen Unterstellungen und künstlicher Panikmache. 

Neubiberg – Günter Heyland muss kurz lächeln, zieht dann aber die Augenbrauen hoch zu einem Stirnrunzeln. Einen „Geheimplan“ soll er „im stillen Kämmerlein“ ausgetüftelt haben? „Das ist eine Brutalst-Unterstellung“, sagt Neubibergs Bürgermeister. Er bewertet sie als „einfach traurig, weil nicht wahr“.

Grüne sehen Frischluftschneise in Gefahr

Es geht um ein schon länger schwelendes Reizthema: die Frischluftschneise und den regionalen Grünzug. Über 1600 Unterstützer-Unterschriften hat die Bürgerinitiative „Frischluftzufuhr für München gesammelt“, die Grünen aus Landeshauptstadt und Landkreis veranstalten am Mittwoch, 15. Januar, sogar eigens eine Pressekonferenz in Unterhaching. Laut den Grünen hätten „Planungen für ein Bauprojekt im regionalen Grünzug Hachinger Tal bereits begonnen“, sie sehen die Frischluftschneise im Münchner Südosten in Gefahr.

Das steckt dahinter

„Man kann die Bürger mit angeblichen Umweltskandalen empören“, sagt Heyland. Den Kritikern wirft er vor: „Sie nehmen ein Ergebnis vorweg, das gar nicht existiert, und betreiben damit echte Legendenbildung.“

Diese Grafik verbreiten die Grünen – sie beinhaltet einen Fehler im Detail: Die Südanbindung Perlach, unten rechts gelb markiert, ist im Strukturkonzept kein Thema.

Was stimmt denn nun? Im Gespräch mit dem Münchner Merkur holt der Bürgermeister weiter aus. Im östlichen Unterbiberg, bei der Bundeswehr-Uni, seien Flächen für Gewerbe ausgewiesen, würden aber nicht genutzt – das Wohnumfeld passe nicht dazu. Also gebe es die Überlegungen, dort lieber Wohnraum zu schaffen. Und den Raum für Gewerbe zu verlagern: aufs Kapellenfeld, nördlich von Infineon, wohin eine ortsansässige Firma – dem Vernehmen nach Intel – gern expandieren würde. Zugleich denke die Landeshauptstadt darüber nach, auf den Feldern entlang der Unterhachinger Straße Wohnungsbau zu ermöglichen. Zugleich müssten aber die Belange von Grünzug, Frischluftschneise und Hochwasserschutz berücksichtigt werden. In diesem Kontext, so Heyland, sei 2018 das interkommunale „Strukturkonzept Hachinger Tal“ entstanden, vom Neubiberger Gemeinderat mit 17:2 Stimmen verabschiedet. Diesen Beschluss setze er um. Nicht mehr, nicht weniger.

„Ganz wichtig“, hebt Heyland hervor: „Das Strukturkonzept ist keine Planung! Wir prüfen lediglich den Weg für eine gesunde Entwicklung: Was geht, was geht nicht?“ Insofern würden die Kritiker „über ungelegte Eier reden“.

Die Hintergründe des „Geheimvertrags“

Was den angeblichen „Geheimvertrag“ angeht: Das milliardenschwere Familienkonglomerat „Finck & Winterstein“, dem das riesige Areal zwischen S-Bahnlinie und Vivamus-Wohngebiet gehört, entwickle „Szenarien, ob und, wenn ja, wie eine Bebauung des Kapellenfelds möglich ist, ohne die Funktion von Grünzug und Frischluftschneise zu beeinträchtigen“. Um diese komplexe Fragestellung zu klären, seien zehn unterschiedliche Gutachten nötig. Die werden allein von den Investoren bezahlt und bis Sommer 2020 vorgelegt – um die Gutachten zu ermöglichen, wurde eine „städtebauliche Grundvereinbarung“ getroffen. „Letztlich ist es ein Vertrag über eine Kostenregelung, und daraus wird ein Skandal konstruiert“, ärgert sich Heyland.

Kritik an der Haltung der Grünen

Die Grünen freilich sehen das anders – Claudia Köhler, Landtagsabgeordnete aus Unterhaching, sagt: „Es kann nicht sein, dass derjenige, der bauen will, die Gutachten beschafft.“ Heyland entgegnet, dass das Baurecht immer bei der Gemeinde verbleibe und man noch gar nicht in eine Bauleitplanung eingestiegen sei – dann kämen automatisch übergeordnete Behörden wie die Regierung von Oberbayern zum Zug. „Wir sind noch gar nicht so weit, wie uns unterstellt wird“, betont Heyland. „Es ist schon erstaunlich, welche Legenden und Feindbilder die Grünen im Landkreis München scheinbar aufbauen müssen, um ihre Bedeutung als Partei des Umwelt- und Klimaschutzes öffentlich hervorzuheben. Es stünde ihnen gut zu Gesicht, zu den Fakten zurückzukehren.“

Gutachten sollen zeigen, ob grünzugverträgliche Bebauung möglich ist

Aus Heylands Sicht handelt es sich also um künstlich aufgebauschte Kritik. Die Gutachten würden zeigen, ob eine grünzugverträgliche Bebauung möglich ist – erst dann könnten Planungen angestoßen werden. Und wenn nicht? „Wir sind doch nicht die Erfüllungsgehilfen des Gewerbes“, sagt der Rathauschef. „Es wäre unsinnig, Planungen gegen die Interessen der eigenen Bürger zu betreiben.“ Denn nicht nur in München, sondern auch in Unterbiberg gehe es um die Frischluft: „Wir sitzen alle in einem Boot.“

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