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Streit um Zufuhr aus dem Loisachtal

Trinkwasserversorgung in Neubiberg in Gefahr

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Der Streit um die Versorgung von Münchner Umland-Gemeinden mit Trinkwasser aus dem Loisachtal lodert seit Jahren. Die Gemeinde Neubiberg wartet auf eine Antwort des Landratsamts Garmisch-Partenkirchen. Nun könnte bald eine Entscheidung fallen.

Neubiberg – Es läuft die heiße Phase im Streit um die Trinkwasserversorgung der Neubiberger Haushalte. Die Blicke richten sich auf das Landratsamt in Garmisch-Partenkirchen. Die Behörde muss entscheiden, wem sie Recht gibt: Der Gemeinde Neubiberg, die im vergangenen Jahr dargelegt hat, warum sie auf das Wasser aus dem Loisachtal angewiesen ist. Oder den Gemeinden Oberau und Farchant, deren Bürgermeister meinen, dass Neubiberg mit anderen Gemeinden eine eigene Versorgung aufbauen kann.

Klage gegen Freistaat nicht ausgeschlossen

Am Donnerstag kommender Woche ist ein Anhörungstermin angesetzt. Neubibergs Bürgermeister Günter Heyland (FW.N@U) sagt: „Wir sind an einer gütlichen Einigung interessiert.“ Aber: Sollte das Landratsamt zu einer anderen Meinung kommen, sehe sich Neubiberg gezwungen, die Klage gegen den Freistaat zu reaktivieren. Diese hatte die Gemeinde vorsorglich zurückziehen lassen.

Der Streit um die Wasserversorgung zieht sich seit einigen Jahren. Dreht man in Neubiberg und anderen Münchner Umland-Kommunen wie Ottobrunn, Hohenbrunn oder Unterhaching den Hahn auf, fließt Wasser aus dem Loisachtal heraus. 2016 flatterte ein Bescheid des Landratsamtes Garmisch-Partenkirchen in die Rathäuser. Demnach sollten sich die Gemeinden selbst um ihr Trinkwasser kümmern – entweder aus eigenen Brunnen oder mit Hilfe von Nachbargemeinden, die schon autark sind. Die Trinkwasserversorgung aus dem Loisachtal rund um Farchant könne, so heißt es in dem Bescheid, „nur noch bis längstens 31.12.2025 geduldet werden“. Hintergrund ist eine Gesetzesänderung, die ortsnahen Wasserbezug fordert. Dagegen wehren sich die betroffenen Landkreis-Gemeinden seit einiger Zeit, unter anderem mit rechtlichen Schritten.

Hinzu kommt: In den Loisachtal-Gemeinden Farchant und Oberau sträubt man sich gegen eine weitere Versorgung des Münchner Speckgürtels. Der Grund ist das rasante Wachstum der Region. Die Rechnung ist einfach: Mehr Menschen brauchen mehr Wasser. Man fürchtet, dass die Wasserschutzgebiete in den Dörfern ausgeweitet werden müssen und damit Grundstücke an Wert verlieren. Der Oberauer Bürgermeister Peter Imminger (CSU) sagte: „Die bekommen Gewerbegebiete und wir Schutzgebiete.“ Der Farchanter Bürgermeister Martin Wohlketzetter (SPD) fordert, Neubiberg solle sich beispielsweise mit Unterhaching eine eigene Wasserversorgung aufbauen.

Keine Fläche für eigenen Brunnen

Heyland kennt die Argumente seiner Kollegen aus dem Loisachtal. Aber: „Es gibt keine andere Variante“, sagt er. Neubiberg fehle schlicht die Fläche für eigene Brunnen. „Wir können gar nicht so ein großes Wasserschutzgebiet ausweisen.“ Die Neubiberger verbrauchen im Jahr eine Million Kubikmeter Wasser. „Das kann keine andere Gemeinde stemmen.“ Auch die Stadtwerke München hätten mitgeteilt, dass eine andere Versorgung etwa über das Mangfalltal nicht möglich sei.

Bei der Gemeinde hat man das alles in Absprache mit dem Wasserwirtschaftsamt zusammengetragen und entsprechende Unterlagen im vergangenen Jahr dem Garmisch-Partenkirchner Landratsamt geschickt. Seitdem wartet man auf eine Antwort. Am 25. Januar soll es soweit sein. Heyland sagt, am 26. Januar werde man entscheiden, ob man die Klage gegen den Freistaat fortführen muss. Er hofft, dass die Sache positiv für Neubiberg ausgehe.

Rubriklistenbild: © dpa

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