Streit ums Trinkwasser: Neubiberg verklagt den Freistaat

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Beim Streit um das Trinkwasser geht die Gemeinde Neubiberg in die Offensive. Die Kommune will die ruhende Klage gegen den Freistaat Bayern wieder aufleben lassen, um die Versorgung mit Wasser aus dem Loisachtal sicherzustellen.

Neubiberg –  Das hat Bürgermeister Günter Heyland (FW.N@U) auf Nachfrage des Münchner Merkursmitgeteilt. Der Hintergrund ist: Die Gemeinde gerät in Zugzwang. Will sie klagen, muss sie eine richterliche Frist einhalten, die laut Heyland Anfang Februar abläuft. Da das Landratsamt Garmisch-Partenkirchen bisher eine Anfrage aus Neubiberg unbeantwortet gelassen hat, will Heyland nun den rechtlichen Weg gehen.

Wie berichtet, wehrt sich die Gemeinde gegen einen Bescheid der Kreis-Behörde. Demnach sollen sich die Münchner Umland-Gemeinden fortan selbst um ihr Trinkwasser kümmern. Bisher fließt Wasser aus dem Loisachtal, wenn man in Unterhaching oder Ottobrunn den Hahn aufdreht. In Neubiberg ist man der Ansicht, dass man weder selbst noch eine andere Nachbarkommune genügend Trinkwasser für die eigenen Haushalte produzieren kann. Ein Grund: Neubiberg fehlt die Fläche für einen eigenen Brunnen.

Am Donnerstag vergangener Woche gab es einen Anhörungstermin zum Thema in Garmisch-Partenkirchen. „Bisher habe ich keinerlei Rückmeldung bekommen“, sagt Heyland. Er gehe daher davon aus, dass das Landratsamt sich weiterhin hinter seinen Bescheid stellt. Daher müsse die Gemeinde nun gegen den Freistaat klagen. „Das ist schade. Wir hätten das eigentlich vermeiden können“, sagt Heyland. Er habe auf eine gütliche Einigung mit dem Landkreis gehofft. Ein Sprecher des Garmisch-Partenkirchnener Landratsamt sagt auf Nachfrage, man werde Heyland in den nächsten Tagen antworten. Gleichwohl sei keine Entscheidung pro oder contra Neubiberg gefallen. „Es ist alles offen.“ Beim Anhörungstermin in der vergangenen Woche hätten die Bürgermeister von Farchant und Oberau noch einmal ihre Sorgen dargelegt. Die Rathauschefs fürchten angesichts des rasanten Wachstums in der Münchner Region, dass sie ihre Wasserschutzgebiete ausweiten müssen. Das werde man noch einmal rechtlich prüfen und sich mit dem Wasserwirtschaftsamt absprechen. Dann wolle man entscheiden, so der Sprecher. Das könne aber noch Wochen oder gar Monate dauern.

Rubriklistenbild: © dpa

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