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Klare Worte findet Neubibergs Bürgermeister Günter Heyland.

Schiene und Straße werden immer voller

Neubiberger fürchten Verkehrs-Kollaps

Neubiberg - Droht Neubiberg ein Verkehrs-Kollaps? Viele Bürger fürchten es. Vor allem bewegt sie die künftige Situation am Rathausplatz. 

Kein Thema brennt den Neubibergern mehr auf den Nägeln wie die Bürgerversammlung zeigte. Ob Schiene oder Straße: Der Druck ist groß. Und auch die Pläne für den Rathausplatz und das erweiterte Bahnhofsareal haben Folgen für den Verkehr. 

Die geplante Bebauung des Rathausplatzes rund um das Medizinische Versorgungszentrum (MVZ) treibt die Menschen um. Zwar hat der Investor nach Protesten der Anwohner und einem ablehnenden Bescheid des Gemeinderates im Sommer die massiven Umbaupläne für die Schaffung von Wohnraum, für die Erweiterung des MVZ und ein Seniorenzentrum deutlich heruntergefahren. Doch vielen Bürgern ist die aktuelle Planung immer noch zu massiv. Vor allem der Verkehr bereitet Sorgen. Mitglieder der Bürgerinitiative „Rettet den Rathausplatz“ rechnen mit etwa 2000 Lkw-Fahrten bei zwei Jahren Bauzeit allein durch den Aushub für eine 8000 Quadratmeter große Tiefgarage. „Der Betrieb des MVZ und der Arztpraxis läuft ja auch in der Bauphase weiter. Dazu kommen Paketdienste, Rettung, Kunden und Patienten oder Paketboten“, rechneten die Mitglieder der Initiative vor. 

„Dieser Verkehr in einem verkehrsberuhigten Areal ist doch gar nicht durchdacht. Das führt zum Verkehrskollaps“, rief eine Bürgerin Rathauschef Günter Heyland (FW N@U) erbost zu. „Der Verkehr wird uns zum Verhängnis.“ Der Gemeinderat ziehe in der wichtigen Frage nicht an einem Strang, sondern veranstalte politische Ränkespiele.

„Wir brauchen einen Kompromiss“, entgegnete Heyland. Eine Ideallösung für alle werde es nicht geben. „Uns fehlt das Verständnis, dass es der Gemeinderat nicht schafft, eine wirklich mehrheitsfähige Handlungsbasis zu erarbeiten“, sagte ein Neubiberger. „Wir brauchen hier keine Parteipolitik.“ 

„Das gebe ich gerne an die Räte weiter – besonders an jene, die heute gar nicht da sind“, antwortete der Bürgermeister. „Sie haben recht, wir müssen tragfähige Lösungen finden und brauchen dafür klare Mehrheiten.“ Zu hoffen sei auch, dass der Investor nicht klage. Verständlich sei auch dessen Aufforderung an die Gemeinde, tragfähige Lösungsansätze zu erarbeiten. „Wir sind in der Pflicht“, betonte Heyland. 

Aber nicht nur bezüglich des Rathausplatzes drängte der Verkehr thematisch vieles in den Schatten der Bürgerversammlung. Eine weitere Problem-Schnittstelle zwischen öffentlichem Personennah- und Individualverkehr befindet sich offenbar am Bahnübergang Hauptstraße. „Wir haben sehr viel Autoverkehr vom Osten in den Neubiberger Westen und umgekehrt“, fasste ein Bürger zusammen. Er regte an, erneut über eine Untertunnelung der Straße nachzudenken. Durch die Überplanung des Bahnhofsplatzes mit Gewerbe, Hotel, Wohnen und Gastronomie gewinne das Thema an Aktualität. Wenn zusätzlich der Takt der S-Bahn verdichtet würde, sei die Hauptstraße endgültig „verkehrsberuhigte Zone“.

„Da sprechen Sie ein heißes Thema an, das in der Gemeinde seit vielen Jahren diskutiert wird“, bestätigte Bürgermeister Heyland. Er gab aber zu bedenken, dass auch eine Tieferlegung der Hauptstraße keine Lösung sei. „Dann staut sich der Verkehr an den nächsten Ampeln zurück bis zur Rosenheimer Landstraße oder in die Hauptstraße hinein, und die Fahrer im Tunnel stehen im Stau.“ 

Harald Hettich

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