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Das medizinische Versorgungszentrum St. Cosmas steht im Kern der Planung eines Investors. 

Debatte um Rathausplatz

Neubibergs Bürgermeister warnt vor Klage des Investors

Neubiberg - Am Montag soll einen Entscheidung fallen um den „Koloss am Rathausplatz“.

Eine Runde mit den Sprechern der Gemeinderatsfraktionen, Bürgermeister Günter Heyland (FW N@U) und Verwaltung feilen dann an einer Lösung für die umstrittene Überplanung und Bebauung des Rathausplatzes. Anwohner fürchten einen „Koloss“; gleichzeitig soll die Kinderarzt-Praxis erhalten bleiben.

Privater Investor will bauen

Eine kommunalpolitische Spitzenrunde will am kommenden Montag den Bebauungsplan 74 (Rathausplatz) im Abschnitt östlich der Lindenallee, westlich der Grundschule und südlich der Rotkäppchenstraße endlich in eine für alle verträgliche Form gießen. Es geht um die Baupläne eines privaten Investors, der neben einer Ausweitung des Medizinischen Versorgungszentrums St. Cosmas umfangreiche Wohnbebauung, eine Tiefgarage und auch ein Seniorenzentrum plant. 

Anwohner protestieren

Anwohner wenden sich gegen den „Koloss“, wie das Projekt aufgrund eines zunächst erwogenen, massiven Riegelbaus hin zum Rathausplatz längst betitelt wird. Der Investor hat mittlerweile eingelenkt und seine Bebauungsabsichten im Dialog mit allen Beteiligten reduziert. Allerdings steht aufgrund des möglichen Raumverlustes der Fortbestand der stark frequentierten Kinderarzt-Praxis zur Planungsdebatte. Bürger und Gemeinderäte wollen die Praxis unbedingt halten.

Einen Lösungsvorschlag immerhin präsentierte Ute Hirschfeld (Grüne) schon im Gemeinderat. Warum solle man nicht das vor Ort geplante Seniorenzentrum – im Neubauvorhaben sind auch Seniorenwohnungen geplant – an die nur wenige hundert Meter entfernte Schopenhauer Straße 5-7 platzieren? Hier hat die Gemeinde Zugriff, Barrierefreiheit für die älteren Menschen wäre gewährleistet und die gewünscht gute ÖPNV-Anbindung an der nahen Hauptstraße ebenfalls. Damit könnte die angespannte Raumplanung weiter westlich am Rathausplatz wiederum entspannt werden.

Bürgermeister drängt auf Lösung

Bürgermeister Heyland drängte am Montag im Rat auf eine rasche, allgemeinverträgliche und zeitnah notwendige Entscheidungsfindung. „Die ständigen Planungsänderungen kosten den Investor Zeit und Geld“, sagte der Bürgermeister. Er warnte seine Gemeinderatskollegen, die Geduld des Investors könne „irgendwann erschöpft sein“. Es gelte deshalb, seitens des Gemeinderates im Einvernehmen mit allen Beteiligten schnelle „klare Planungskonturen zu erarbeiten“. Andernfalls werde der Investor sein Recht auf dem Klageweg hinsichtlich des für Bauherren liberal ausgelegten Paragraf 34 Baugesetzbuch einklagen.

Heyland dürfte nicht falsch liegen mit seiner Einschätzung. Denn am Rande der Sitzung informierte Investoren-Vertreter Axel Blumenröther als Geschäftsführer der örtlichen Projektgesellschaft die anwesenden Pressevertreter, man werde eigene konkrete Pläne „zeitnah in den nächsten ein bis zwei Wochen präsentieren“. Die Fraktionsspitzen des Rates sollten sich mit der Erarbeitung eigener Planskizzen nicht allzu viel Zeit lassen.

Harald Hettich

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