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Neubiberg will bis 2040 klimaneutral sein

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Von: Harald Hettich

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Damit auch für zukünftige Generationen die Sonne scheint, will Neubiberg bis spätestens 2040 klimaneutral sein.
Damit auch für zukünftige Generationen die Sonne scheint, will Neubiberg bis spätestens 2040 klimaneutral sein. © Marc Schreib

Bis spätestens 2040 will die Gemeinde Neubiberg vor dem Hintergrund der Umwälzungen in der Natur klimaneutral sein.

Neubiberg - Die Gemeindeverwaltung will diese Entwicklung bereits zehn Jahre früher bis 2030 abgeschlossen haben. Nach mehrstündiger Diskussion einigte sich der Gemeinderat auf das dezidierte Vorgehen mithilfe eines „Masterplans“ auf Basis einer aus Rathaussicht 50 000 bis 100 000 Euro teuren Machbarkeitsstudie.

Hier sollen Umweltfachleute einen Maßnahmenkatalog entwickeln. Vielen im Saal geht es bei der Energiewende gar nicht schnell genug. So wurde die Formulierung „spätestens“ 2040 erst als Kompromiss in den Beschlussvorschlag eingearbeitet. Zudem sollen die Experten auch die Perspektive eines möglichst früheren Ausstiegs aus den fossilen Energien aufzeigen, wenn eine Expertise für den Ausstieg 2040 positiv ausfällt.

Neubiberger Initiative fordert klaren Ablaufplan

Kräftig Anschub zum gemeinsamen Handeln hat der Gemeinderat freilich nicht allein gegeben. „Wir können an der Klimaneutralität nicht vorbei“, rief Bürgermeister Thomas Pardeller (CSU) in eine gut gefüllte Neubiberger Schulaula. Viele Bürger waren gekommen, darunter auch Kinder und Jugendliche.

Bereits zu Sitzungsbeginn hatte Christian Ellerhold von der Neubiberger Initiative „Klimaneutral 2035“ gefordert, die Klimaneutralität „bis 2040 verbindlich festzulegen“ – mit klaren Inhalten und einem zeitlich fixierten Ablaufplan. Zudem solle aber ein „ambitioniertes Alternativszenario für 2035 durchgerechnet werden“. Ellerhold kritisierte, die anfängliche Beschlussvorlage im Gemeinderat sei noch zu sehr „unverbindlich“ für das weitere energiepolitische Handeln. Es müsse bei der Minimierung der Treibhausgas-Emissionen auch ein Alternativszenario für 2035 zusätzlich durchgerechnet werden. Auch ein „klares Anforderungsprofil“ und eine „ebenso klare Zeitleiste“ forderte Ellerhold unter dem Applaus des Publikums ein.

Stimmen aus dem Gemeinderat

Im Rat war der Wille zum klaren Umschwung insgesamt erkennbar. Auf dem Weg zur Klimaneutralität zeichneten sich aber durchaus unterschiedliche Ansätze ab. Elisabeth Gerner (SPD) erachtete auch ein Ziel 2035 als „durchaus realistisch“. Rathauschef Thomas Pardeller (CSU) empfand bereits „2040 als sehr ambitioniert“. Er sprach sich zudem gegen einen „Sonderweg Neubibergs“ aus. Schließlich habe der Kreistag bereits „klare Einsparziele bis 2040 formuliert“. Pardeller befand, es gehe jetzt „doch nicht darum, einen Unterbietungswettbewerb“ anzufachen. Eine Stroßrichtung, die auch Reiner Höcherl (FW) unterstrich. Es könne nicht sein, dass 29 Landkreisgemeinden 29 unterschiedliche Handlungsszenarien einreichten. Es gelte das Handeln im größeren Rahmen mit Kreis und Land abzustimmen.

Wie andere wollte Grünen-Fraktionssprecherin Lucia Kott aber vor allem Zeit gewinnen. „Es muss doch möglich sein, einen Masterplan und ein Gutachten mit zwei Ausstiegsszenarien 2035 und 2040 durchzurechnen“. Auch ihr Fraktionskollege Frederik Börner forderte eine „konkrete Datengrundlage’“ für beide Szenarien. Es gelte schon mit Blick auf die künftigen Generationen „ehrgeizig“ zu entscheiden. Kilian Körner (Grüne) fand klare Worte. „Die Wurst höher hängen, um dann zu sehen, was wir tun können und müssen“, forderte er ein schnelles Umdenken. Man verfüge in Neubiberg über gute Ressourcen. „Die Neubiberger Bürger sind weiter als wir“ ,verwies er auf die Initiative.

Bis Mitte November sollen die Inhalte der Ausschreibungsunterlagen für den extern von einem Fachbüro zu erstellenden Masterplan laut Verwaltung feststehen. Der Gemeinderat verständigte sich schließlich einstimmig. HARALD HETTICH

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