Reichlich Baustelle im Neubiberger Zentrum: Während das Haus für Weiterbildung zeitnah rundum saniert übergeben werden soll, wird beim Rathaus daneben noch kräftig geplant Bis 2025 soll das neue Bürgerzentrum fertig sein.  Foto: Harald Hettich
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Reichlich Baustelle im Neubiberger Zentrum: Während das Haus für Weiterbildung zeitnah rundum saniert übergeben werden soll, wird beim Rathaus daneben noch kräftig geplant Bis 2025 soll das neue Bürgerzentrum fertig sein.

Neubiberg will bei Umbau und Sanierung vier Millionen Euro einsparen

Rathaus muss billiger werden

  • vonHarald Hettich
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Ein in Teilen abgespecktes Neubiberger Rathaus soll um rund vier Millionen Euro günstiger werden.

Neubiberg - Einstimmig folgte der Gemeinderat jetzt dem ebenfalls einmütigen Beschluss des „Sonderausschusses Verwaltungsgebäude“, kräftig an der Kostenschraube drehen zu wollen. Statt bislang rund 24 Millionen Euro soll der Komplex aus Altbausanierung und Anbau nun rund 20 Millionen Euro kosten. Dafür soll vor allem die Zahl der Tiefgaragenplätze von einst rund 100 Plätzen auf nur noch rund 30 bis 40 Einheiten verkleinert werden.

Auch beim Raumprogramm wird gespart. So soll der Ratssaal multifunktional genutzt werden, um Kapazitäten einzusparen. „Damit ist der Startschuss für die Wiederaufnahme des Projektes gefallen“, zeigte sich Bürgermeister Thomas Pardeller überzeugt. Auch soll der Zeitplan einer Fertigstellung bis ins Jahr 2025 nun penibel eingehalten werden. Dazu sei es wichtig, dass die Planung nach der aktuellen Erarbeitung der Details nicht wieder neu diskutiert und stattdessen energisch vorangetrieben werde, waren sich etwa Reiner Höcherl (FW) und Bernhard Rott (CSU) einig. Auch Kilian Körner (Grüne) sprach von einem „konstruktiven Prozess“ mit Architekt und Projektsteuerer im Sommer.

Mit dem neuen Raumprogramm, laut Experten im Kozept einer „Arbeitswelt 4.0“, einer angepassten Tiefgarage und einer ökologisch nachhaltigen Bauweise beim Neubaukomplex sei das Projekt auf einem guten Weg.

Etwas weniger begeistert zeigte sich Elisabeth Gerner (SPD) mit Blick aufs alte Rathaus. Sie kritisierte, dass bei den Planungen für das gut 100 Jahre alte Gebäude eine energetische Wärmedämmung der Außenhülle ebenso wenig im aktuellen Plan vorkomme wie eine Erneuerung der Fensteranlagen. „Entkernung, aber keine Wärmedämmung – das geht doch nicht“, warnte Gerner.

„Wir können natürlich auch diese Details mit einplanen – aber dann wird natürlich auch alles wieder teurer“, rechnete Pardeller einen möglichen Mehrbedarf von rund einer Viertelmillion Euro hoch. Gut angelegtes Geld nach Sicht von Pascale Kollwitz-Jarnac (Grüne): „Wir sollten das machen.“ Andernfalls würden die Betriebskosten eklatant steigen, gab sie Gerner recht. „Ich möchte dem Eindruck entschieden entgegen treten, dass wir hier kein energetisch sinnvolles Rathaus planen“, hielt Pardeller dagegen.

Die Anregung Kilian Körners, die endgültige Entscheidung über das Ausmaß der Altbausanierung von einer energetischen Kostenabwägung abhängig zu machen, fand Anklang. Klare Ansagen zur weiteren Ausrichtung kamen von Projektsteuerer Ferdinand Weiß und Architekt Jan Spreen. „Unsere klare Aufgabenstellung Ihrerseits lautete: Was ist maximal an Kosten herauszuschwitzen“, erklärte Weiß. „Die heutige Frage lautet erst einmal: Können Sie sich vor dem neuen Kosten-Hintergrund vorstellen, in die detaillierte Planung einzusteigen?“. Konnten die Räte.

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