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Bei offener Schranke gibt’s keine Verkehrsprobleme an der Hauptstraße. Doch schließt sie, entsteht dort oft Stau. Eine Unterführung könnte das Problem lösen.

Vor allem profitieren München und Ottobrunn

S-Bahn-Tunnel Neubiberg: Teuer und aufwändig

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Möglich ja, effektiv? Naja. Es gibt viele offene Fragen zum S-Bahn-Tunnel in Neubiberg. Und der würde richtig teuer. 

 Neubiberg – Wenn, dann aber bitte verschwenkt: Der Neubiberger Gemeinderat hat seine Haltung zu einer möglichen Unterführung unter der S-Bahn nördlich des Bahnhofs konkretisiert. In der Sitzung präsentierten Experten zweier Ingenieurbüros die Ergebnisse einer Machbarkeitsstudie zur technischen Umsetzung und zur Verkehrsbelastung.

Wichtigstes Resultat: Eine geradlinige Unterführung entlang der Hauptstraße ist vom Tisch, übrig bleibt nur einer Verschwenkung nach Norden in Richtung Floriansanger – Bauzeit rund 17 Monate – als mögliche Lösung. Dennoch gibt es viele weitere Fragen zu klären beim Projekt mit erwarteten Kosten im zweistelligen Millionenbereich.

Neben einem umfangreichen „Dialogprozess“ mit Beteiligten und Bürgern sollen nun weitere Untersuchungen folgen. Es geht um die Ermittlung der Gesamtkosten, Lärm für angrenzende Siedlungsbereiche und den Verkehr. Eine vertiefte Untersuchung soll auch künftige Belastungen im weiteren Umfeld einschließen, zum Beispiel die Folgen der umfangreichen Bauten am Perlacher Tor, des Bahnbetriebshof-Baus an der Arnold-Sommerfeldstraße sowie die geplante Beschleunigung der Buslinie 210.

Kopfzerbrechen dürften neben den Kosten aber auch die Einschätzungen der Gutachter bereiten. Oliver Lechelmayr vom Ingenieurbüro Vössing zeigte den immensen technischen Aufwand einer Tunnellösung auf. Anders als bei der geradlinigen Variante sei die verschwenkte Lösung aber technisch besser machbar. Allerdings gelte es, viele Details zu beachten. So muss wohl das zentrale Trafohäuschen westlich der Bahnschranke verlegt werden. „Schwierig“ laut Lechelmayr, ebenso wie die notwendige Verlegung vieler Stromnetz- oder Telekomkabel. Zumal die Ratsmitglieder ihre einmütige Forderung erneuerten, den angrenzenden Umweltgarten in keiner Weise zu beschneiden. Sensibel ist auch die Umgebung. Denn neben dem Bauhof muss die Zu- und Abfahrt für die am Floriansanger beheimatete Feuerwehr, für Anwohner und das dort ansässige Autohaus geregelt und geplant werden.

Differenziert fiel die Bilanz in punkto Verkehr aus. Laut Christian Fahnberg vom Büro Ingevost würde eine Unterführung mehr Verkehr für die zentralen Bereiche Neubibergs bedeuten. Für kürzere „Minuten-Strecken“ bringe eine Untertunnelung durchaus zeitlichen Nutzen. Bei längeren Strecken verliere sich dieser aber. „Dann staut sich der Verkehr für die Autofahrer an den nächsten Ampeln“, sagte Fahnberg.

Und teuer würde der Tunnel auf jeden Fall. Allein das eigentliche Bauwerk würde nach einer aktuellen Kostenschätzung in der verschwenkten Variante rund 8,5 Millionen Euro brutto kosten (geradlinig 11,1 Millionen Euro). Diese Kosten würden zwischen Bahn, Bund und Gemeinde gedrittelt. Weitere Kosten für Grunderwerb, Planung, Weichenverlegungen und die Neugestaltung des Umfeldes, etwa eine neue Zufahrtsregelung zur Kulturstätte „Gleis 3“ aus dem Süden, müsste Neubiberg aber dann alleine stemmen. Dazu gesellt sich der finanzielle Aufwand für einen Lärmschutz der Anwohner. Bereits heute sind die Anlieger an der Äußeren Hauptstraße und an der Hauptstraße stark belastet. Verkehrsgutachter Fahnberg schätzt: „Bei mehr Verkehr entlang dieser Trasse werden Sie über die Grenzwerte kommen.“

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