+
Große Schneisen: Am Nixenweg wird das Ausmaß der Fällungen im Schopenhauer Wald sichtbar. 

„Furchtbar herumgefuhrwerkt“

Schopenhauer Wald: Fällaktion empört Anwohner

Empört reagiert so mancher Anwohner auf die große Fällaktion im Schopenhauer Wald. Hitze- und Trockenschäden waren der Grund. Doch Anwohner sagen: Auch gesunde Bäume  wurden umgeschnitten.

Neubiberg – „Die haben in unseren Waldstücken furchtbar herumgefuhrwerkt und in vielen Bereichen auch gesunde, wunderschöne Bäume gefällt“, sagt eine empörte Neubibergerin, die ihren Namen nicht nennen möchte. Ihr zufolge sind 150 Bäume im Schopenhauer Wald gefällt worden. Verständnis hat sie dafür nicht.

Drei Wochen lang hatten die Bayerischen Staatsforsten das weitläufige Terrain kräftig ausgelichtet. Aus Sicht der Behörde und des Revierförsters Michael Matuschek waren die umfangreichen Arbeiten dringend notwendig. Die große Hitze und Trockenheit im Sommer 2015 hatten enorme Schäden an vielen Bäumen hinterlassen.

Revierförster Matuschek vom zuständigen Forstrevier Aschheim war am Montag nicht erreichbar. Er ist aber am heutigen Dienstag im Umweltausschuss (19 Uhr, Haus für Weiterbildung, Großer Saal) zu Gast. Matuschek wird die vom Forstrevier Aschheim erarbeitete Entwicklungsagenda für die Wälder in den Gemeinden vorstellen. Zur großen Fällaktion in Neubiberg dürfte es dann auch noch die ein oder andere Frage geben. „Es wäre wichtig, dass viele Bürger kommen“, sagt die verärgerte Anwohnerin des Schopenhauer Waldes.

Einige Information zur Fällung liefert die Gemeinde Neubiberg vorab in einer Pressemitteilung. Darin heißt es, dass rund 30 Prozent des Bestandes betroffen sind – verteilt über die gesamte Fläche des Schopenhauer Waldes. In Teilbereichen seien zudem zahlreiche Eschen durch das Eschentriebssterben stark geschädigt gewesen, schreibt die Gemeinde. Dieses hat auch in Aschheim zahlreiche Bäume befallen, die derzeit ebenfalls gefällt werden. „Die Arbeiten hatten zeitnah vollzogen werden müssen, um die Wegesicherheit zu gewährleisten“, erläuterte Bürgermeister Günter Heyland und warb um Verständnis für die Fällaktion in der Nähe von Fußwegen und Häusern. Die Gefahr, dass ein oder mehrere Bäume fallen und schweren Schaden anrichten, sei zu hoch.

Wegen der nun beginnenden Vogelschutzzeit war kein Aufschub der Arbeiten möglich. Die Folgen sind nicht zu übersehen. In die Zugangsbereichen wurden teilweise breite Schneisen geschlagen. So etwa im Bereich des Nixenweges, der den Fachleuten als geeignet für die Holzabfuhr erschien. Wegen der Nähe zu Wohnhäusern musste ein Großteil der Stämme von Hand gefällt und mit Hilfe von Seilwinden aus dem Wald geholt werden.

Zusätzliches Erschwernis: Der Schopenhauer Wald ist nicht weit entfernt von der Quarantänezone, in der der Asiatische Laubholzbockkäfer (ALB) etliche Bäume befallen hat. Darum mussten die Stämme unmittelbar am Fällort auf ALB-Befall untersucht und das geschlagene Holz dann kleiner als 2,5 Zentimeter gehackt werden.

Allerdings versuchen Vertreter von Gemeinde und Forstamt, die Gemüter vor Ort zu beruhigen. „Nachpflanzungen mit standortangepassten und trockenheitstoleranten Baumarten sind für das Frühjahr 2017 vorgesehen“, verspricht ein Verantwortlicher vom Amt für Ernährung, Landwirtschaft und Forsten (AELF) in Ebersberg. Auch seltene Baumarten wie Elsbeere oder Speierling sollen zur „Erhöhung der Baumartenvielfalt“ gepflanzt werden.

Harald Hettich

Auch interessant

Mehr zum Thema

Meistgelesene Artikel

Betrunkene liefern sich in VW Beetle irre Verfolgungsjagd mit Polizei
Eine nächtliche Verfolgungsjagd auf der Autobahn hat sich ein betrunkener Autofahrer mit der Polizei geliefert. Auch sein Beifahrer hat nach der Promille-Fahrt jetzt …
Betrunkene liefern sich in VW Beetle irre Verfolgungsjagd mit Polizei
Einbrecher da, Schmuck weg
Schmuck im Wert von mehreren Tausend Euro haben Unbekannte  bei einem Einbruch in ein Wohnhaus in Sauerlach erbeutet.
Einbrecher da, Schmuck weg
Am falschen Ampellicht orientiert: Schon hat‘s gekracht
Weil er sich am falschen Lichtzeichen orientiert, hat ein 19-jähriger Autofahrer aus dem Landkreis Ebersberg auf der Wasserburger Straße in Haar einen Auffahrunfall …
Am falschen Ampellicht orientiert: Schon hat‘s gekracht
Ford-Fahrerin mit über zwei Promille hinterm Steuer
Die Polizei hat am frühen Samstagmorgen eine völlig betrunkene Autofahrerin aus dem Verkehr gezogen. Bei den weiteren Ermittlungen kam es für die Frau noch dicker.
Ford-Fahrerin mit über zwei Promille hinterm Steuer

Kommentare