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Armin H. (26) wurde zu weiteren eineinhalb Jahren Haft verurteilt.

Mildes Urteil für versuchte Vergewaltigung

Sextäter schlägt im Hafturlaub erneut zu

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Ein 26-Jähriger hat versucht, eine 28-jährige Frau in Neubiberg zu vergewaltigen. Nur weil sie sich wehrte, ließ er von ihr ab. Der Mann ist ein bereits verurteilter Sextäter. Er war auf Hafturlaub frei. Trotzdem wurde er nun nur zu weiteren 18 Monaten verurteilt.

Neubiberg - Ein Wochenende durfte er in Freiheit verbringen – genau an diesem Wochenende schlug Armin H. wieder zu. Auf der Heimfahrt vom Frühlingsfest in Neubiberg (Kreis München) entdeckte er die 28-jährige Redakteurin Julia B. im Bus. Er stieg an derselben Haltestelle wie sie aus und schlich ihr hinterher. Mit der Hand hielt er ihr den Mund zu. Doch Julia B. wehrte sich heftig. Sie schrie so laut sie konnte, sodass der 26-Jährige von ihr abließ.

Gestern musste er sich vor Gericht verantworten. Allerdings nicht wegen versuchter Vergewaltigung, sondern wegen vorsätzlicher Körperverletzung – er hatte zwar gestanden, dass er damals versucht habe, die junge Frau zu vergewaltigen. Nach Auffassung des Gerichts ist er aber freiwillig vom Vorsatz der Vergewaltigung zurückgetreten. Er wurde zu einer Freiheitsstrafe von 18 Monaten verurteilt. Dabei war er bereits einmal wegen eines Sexualdelikts verurteilt worden und muss dafür noch acht Monate absitzen. Er hatte im November 2012 dreimal versucht, Frauen zu vergewaltigen – maskiert und mit einem Messer bewaffnet. „Sie sind haarscharf an einer Sicherungsverwahrung vorbeigeschrammt“, sagte Richter Philipp Stoll.

Julia B. konnte den Mann abwehren, als er versuchte, sie zu vergewaltigen.

Ein Mithäftling von Armin H. bezeichnet das Urteil als skandalös. „Er wird wieder zuschlagen, wenn er aus dem Gefängnis kommt“, ist er überzeugt. Fast anderthalb Jahre waren die beiden auf derselben Therapiestation. Wenn H. frustriert war, habe es ständig Schlägereien oder Wutausbrüche gegeben. „Man hätte ihm den Hafturlaub nicht genehmigen dürfen.“

Julia B., die der Vergewaltigung nur knapp entgangen ist, reagierte überraschend gelassen nach dem Urteil. „Ich glaube, es ist nicht leicht, solchen Zwängen zu unterliegen“, sagte sie gegenüber der tz. „Ich hoffe, dass er eine Therapie macht und auch die Chance bekommt, im Leben wieder Fuß zu fassen.“ Sie selbst habe die Attacke gut verarbeitet, glaubt aber, dass die drei vorherigen Opfer des Mannes Schlimmeres durchgemacht haben. „Für sie ist das Urteil sicher so etwas wie ein Schlag ins Gesicht.“

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